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Grundbildung und Alphabetisierung: Eine Million weniger Erwachsene betroffen

29/05/2019
Sprache: DE
Document available also in: HU

Der Anteil Erwachsener in Deutschland, die nicht richtig lesen und schreiben können, hat sich in den vergangenen acht Jahren um fast ein Fünftel verringert. Das zeigt die Grundbildungsstudie „LEO 2018 – Leben mit geringer Literalität“, die an der Universität Hamburg durchgeführt wurde. Am 7. Mai 2019 wurden die Ergebnisse vorgestellt.

Auf der Jahreskonferenz der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung 2016-2026 (AlphaDekade) in Berlin erklärten die Forscherinnen und Forscher gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundesbildungsministeriums und der Kulturministerkonferenz, dass es in Deutschland rund 6,2 Millionen Erwachsene gibt, deren Lese- und Schreibkompetenzen für eine volle berufliche, gesellschaftliche und politische Teilhabe nicht ausreichen. 2011 waren es noch 7,5 Millionen, also etwa 1,3 Millionen mehr.

„Gering literalisierte Erwachsene sind mehrheitlich erwerbstätig und haben Familie. Meist sind sie jedoch Geringverdiener. Jeder zweite ist finanziell nicht in der Lage, eine Woche Urlaub außerhalb der eigenen Wohnung zu machen“, erklärt Prof. Dr. Anke Grotlüschen, Studienleiterin und Professorin für Lebenslanges Lernen an der Universität Hamburg. Zwei Drittel hätten zudem große Schwierigkeiten, politische Fragen zu verstehen und einzuschätzen.

Insgesamt wurden im Sommer 2018 rund 7.200 deutschsprechende Erwachsene im Alter von 18 bis 64 Jahren befragt. Größe und Auswahl der Stichprobe lassen den Rückschluss auf die Gesamtbevölkerung zu. Die LEO-Studie gibt auch Aufschluss darüber, wie Lernangebote optimiert und besser auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten werden können. Prof. Dr. Anke Grotlüschen: „Die neue LEO-Studie zeigt, dass das Leben mit geringer Literalität mit Ausgrenzungen und großen Unsicherheiten im Alltag verbunden ist. An dieser Stelle müssen Bildungsangebote ansetzen.“

Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Lenzen: „Das Forschungsprojekt LEO ist ein besonders weitreichendes Beispiel für die Transferstrategie der Universität. Die Ergebnisse der Studie zur Lesekompetenz von Erwachsenen sind für eine funktionierende Gesellschaft und die für sie verantwortliche Politik von besonderer Bedeutung.“

Ein ausführliches Interview mit Prof. Dr. Anke Grotlüschen zu den Ergebnissen der Studie finden Sie hier.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.

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1 - 1 von 1 anzeigen
  • Bild des Benutzers Heike Kölln-Prisner
    0,7% der Betroffenen nehmen an einem Kurs zur Verbesserung der Lese- und Schreibfertigkeiten teil, das ist das Ergebnis der aktuellen LEO-Studie. Wahrlich kein Grund zum Jubeln! Auch heute, am 8. September, dem Weltalphabetisierungstag, ist es daher gerechtfertigt, danach zu fragen, was denn außer Sonntagsreden (passt ja heute besonders gut!) noch zu erwarten ist? Der Ansatz, dass Lesen und Schreiben Teil von anderen, auch berufsbezogenen Weiterbildungen sein muss, ist zu verfolgen und die Erfolge müssen gemessen werden. Außer in Projektförderungen passiert das aber noch sehr wenig! Und es darf auch nicht nur berufsbezogene Angebote mit integriertem Lese- und Schreibtraining geben, sondern auch Angebote allgemeiner Weiterbildung. Und die sind hoffentlich nicht bald schon extra besteuert!