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News

Forum zur Entwicklung der Erwachsenenbildung in Lettland ”Die Erwachsenenbildung heute und morgen”

03/09/2018
Sprache: DE
Document available also in: LV EN

Der vorliegende Artikel ist eine Übersetzung aus dem Lettischen.

Am 22. August dieses Jahres fand in der Nationalbibliothek Lettlands das Forum zur Entwicklung der Erwachsenenbildung ”Die Erwachsenenbildung heute und morgen” statt. Das Forum wurde vom Erasmus+ Projekt “EPALE Nationaler Unterstzützungsdienst (NSS) für Lettland" in Zusammenarbeit mit dem Erasmus+ Projekt "Nationale Koordinatoren zur Umsetzung des europäischen Programms in der Erwachsenenbildung“ und dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft veranstaltet.

Am Forum waren 150 Teilnehmer beteiligt – die Umsetzer der Erwachsenenbildungspolitik, Ausbilder in der Erwachsenenbildung, Vertreter der Ministerien, der Hochschulen, der Colleges und der berufsorientierten Bildungsanstalten, sowie Vertreter der Kommunen, der nicht staatlichen Organisationen, der Unternehmer und andere Interessenten an der Erwachsenenbildung.

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Zweck des Forums war die Aktualisierung des bereits vorhandenen Angebots der Erwachsenenbildung, wobei die Anwesenden mit den in Lettland umgesetzten Projekten des Europäischen Sozialfonds und des Erasmus+ Programms sowie sonstiger Aktivitäten zur Unterstützung der Erwachsenenbildung bekanntgemacht wurden, es wurden Beispiele guter Praxis präsentiert und darüber diskutiert, es wurden Meinungen über Probleme bei der Verwirklichung der Erwachsenenbildung und über deren Lösungswege, Möglichkeiten und Herausforderungen in der Zukunft ausgetauscht.

Heutzutage ist es äußerst wichtig, nicht bei den einst angeeigneten Kenntnissen stehenzubleiben, sondern sich ständig zu vervollkommnen und zu entwickeln”, sagte bei der Eröffnung des Forums Baiba Baskere, die stellvertretende Direktorin des Departements für Berufliche- und Erwachsenenbildung, die Direktorin i.A. des Departements des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft. Sie hat hervorgehoben, dass die größte Herausforderung der Erwachsenenbildung in Lettland ist, für die Bedürfnisse jedes Individuums das entsprechende Angebot zu finden, flexible und qualitative Bildungsprogramme zu erarbeiten, die operativ auf die Veränderungen des Arbeitsmarktes reagieren und Möglichkeiten für die Einwohner schaffen, in jedem Alter und in jeder Region Lettlands ihre Kenntnisse zu aktualisieren und zu ergänzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

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Elina Purmale-Baumane, Direktorin des Departements für Projekte der beruflichen Bildung bei der Nationalen Agentur für Bildungsentwicklung, hat daran erinnert, dass die dritte Bewerbungsrunde zum Projekt des europäischen Sozialfonds "Vervollkommnung beruflicher Kompetenzen für berufstätige Personen“ begonnen hat und spornte jeden Berufstätigen und selbständig Arbeitenden ab dem Alter von 25 Jahren an, sich zum Lehrgang in 11 Branchen der Volkswirtschaft zu bewerben. Besonders die Arbeitnehmer im Vorrentenalter und die berufstätigen Rentner wurden aufgerufen, sich rechtzeitig die Fertigkeiten für die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes anzueignen. 

Sarmīte Valaine, die Leiterin der Struktureinheit zur Erarbeitung der Inhalte für die berufsorientierte Bildung des staatlichen Zentrums für Bildungsinhalte, stellte das ESF-Projekt “Vervollkommnung der Qualifikationssysteme der Branchen für die Entwicklung berufsorientierter Bildung und Qualitätssicherung” und die Grundsätze der darin enthaltenen Modularen-Bildung vor, die besonders im Kontext der Erwachsenenbildung aktuell sind. S. Valaine hat betont, dass sich der Umfang des Informationsflusses etwa alle zwei Jahre fast verdoppelt, weshalb es für die Erwachsenen wichtig ist, Kompetenzen zu entwickeln, um konkrete Arbeitsaufgaben zu lösen und sich nicht sämtliche in der relevanten Branche gespeicherten Kenntnisse anzueignen.

Gatis Silovs, Direktor des Departements für Branchenpolitik des Wirtschaftsministeriums hat sich während seines Auftritts den Aktivitäten des Wirtschaftsministeriums bei der Umsetzung der ESF-Projekte zugewandt und auf solche für Arbeitsgeber wichtige Aspekte, wie Förderung der Produktivität, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit, Vervollkommnung der Kenntnisse im STEM- Bereich (im Deutschen- "MINT-Bereich“) und Aneignung von Fremdsprachen hingewiesen, die Unternehmer zur Investition ihrer Mittel für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter anspornen sollte.

Imants Lipskis, Direktor des Departements für Arbeitsmarktpolitik des Wohlfahrtministeriums, informierte über die Rolle des Wohlfahrtministeriums und der staatlichen Beschäftigungsagentur in der Erwachsenenbildung. I. Lipskis hat näher über das von der staatliche Beschäftigungsagentur umgesetzte ESF-Projekt "Unterstützung der Arbeitslosenbildung” berichtet. Bei der Beschreibung der demografischen Situation in Lettland betonte er, dass fast 40% aller Einwohner Lettlands im Alter von über fünfzig Jahren sind. Gerade diesem Auditorium sind die effektivsten Arten und Methoden der Erwachsenenbildung anzubieten.

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Elina Kokina, Leiterin des ESF-Projektes "Effektive Verwaltung der Berufsbildungsanstalten und Vervollkommnung der Kompetenzen vom Personal“ betonte, dass es notwendig beizubringen ist, wie die Änderungen zu steuern sind und wie damit zu leben ist, das Positive herauszufinden, sich zu vervollkommnen und Herausforderungen anzunehmen. Sie präsentierte das im Rahmen des Projektes erarbeite methodische Lehrmittel "Praktischer Wegweiser für die Arbeit mit Erwachsenen in Berufsbildungsanstalten“.

Mit dem integrierten Programm der Kommunikations- und Lehraktivitäten "Mein Lettland.lv. Mach digital!" hat die Teilnehmerin des Forums Diana Tiltina, Koordinatorin von Projektaktivitäten in der Abteilung für Projektleitung der öffentlichen Dienstleistungen des Ministeriums für Umweltschutz und regionale Entwicklung, bekanntgemacht. Sie betonte, dass im Portal der Dienstleistungen der Staatsverwaltung Latvija.lv zurzeit mehr als 500 diverse elektronische Dienstleistungen erhältlich sind. In Lettland wächst die Anzahl von Benutzern der elektronischen Dienstleistungen ständig (im Jahr 2017 erreichte der Schriftverkehr durch elektronische Dokumente 35%) sowie das Verständnis über Vorteile, die die digitale Umgebung bietet. 

Für den Teil der Gesellschaft, dem es noch an digitalen Fertigkeiten oder Kenntnissen über E-Dienstleistungen mangelt, werden im Rahmen des Lehrprogramms "Mein Lettland.lv. Mach digital!“ digitale Assistenten zur Verfügung gestellt, die Unterstützung und praktische Hilfe für die Leute leisten können, die die Nutzung der E-Dienstleistungen zur Lösung unterschiedlichster Lebenssituationen beginnen möchten.

Die Senior-Referentin des staatlichen Amtes für Bildungsqualität Liva Smaukstele sprach über die Bewertung der außerhalb der formalen Bildung angeeigneten beruflichen Kompetenz. Sie informierte, dass die berufstätigen und selbständig arbeitenden Einwohner im Alter ab 25 Jahren eine Bewertung ihrer beruflichen Kompetenz durchführen können und die Kompensation der Kosten in Höhe von 90% aus dem ESF und Staatsbudgets erhalten können, die Personen, die den Status einer Person mit geringem Einkommen haben, können die Kompensation der Kosten in Höhe von 100% erhalten.

Die Leiterin des vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft umgesetzten Projekt des Erasmus+ Programms “EPALE Nationaler Unterstzützungsdienst (NSS) für Lettland" Ilze Seipule präsentierte die verschiedenen Möglichkeiten der E-Plattform der europäischen Erwachsenenbildung EPALE für die Unterstützung der Erwachsenenbildung, sie forderte alle auf, diese Plattform aktiv zu nutzen und auch seinen Beitrag zur Inhaltsgestaltung zu leisten. 

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Laura Iveta Strode, Senior-Expertin des Departements für Erwachsenenbildung des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft, Leiterin des Projektes des Erasmus+ Programms "Nationale Koordinatoren zur Umsetzung des europäischen Programms für die Erwachsenenbildung“, stellte die im Rahmen des Programms bereits erarbeiteten Bildungsprogramme zur Entwicklung der allgemeinen und beruflichen Fertigkeiten vor, sie informierte über die Erarbeitung der geografischen Karte zur Wiederspiegelung des Kooperationsnetzes der Erwachsenenbildung.

Im zweiten Teil des Forums fand unter der Leitung der Inhalts-Expertin des Projektes “EPALE Nationaler Unterstzützungsdienst (NSS) für Lettland" Silvija Karklina eine lebhafte Diskussion über Beispiele guter Praxis der Erwachsenenbildung statt. Über Beispiele guter Praxis berichteten und die Fragen der Anwesenden beantworteten Professorin Ilze Ivanova, Leiterin der Abteilung für Bildungswissenschaften bei der Fakultät für Pädagogik, Psychologie und Kunst der Universität Lettlands, Iluta Krumina, Vorstandsvorsitzende des Vereins für Erwachsenenbildung Lettlands, Ingrida Muraskovska, Bildungsexpertin der Kurzeme-Planungsregion, Kristine Vagnere, Direktorin des Technikums Ventspils, Beraterin der Bildungsverwaltung der Stadt Ventspils zu Fragen der Erwachsenenbildung, Indulis Berzins, Erwachsenenausbilder im PIKC "Staatstechnikum Liepaja“ und Aivars Kucans, Teilnehmer des ESF-Projektes "Vervollkommnung der beruflichen Kompetenzen für berufstätige Personen“.

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Im zweiten Teil des Forums fand auch Arbeit in Arbeitsgruppen statt sowie deren Präsentationen, die von Anita Zalaiskalne, Expertin des Projekts "Nationale Koordinatoren zur Umsetzung des europäischen Programms für die Erwachsenenbildung“ moderiert wurden. Es wurden mehrere Aspekte der Entwicklung der Erwachsenenbildung besprochen: Planung der Erwachsenenbildung und Verwirklichung einheitlicher Überwachung; Erkennung und Befriedigung der Bedürfnisse des Arbeitsmarkts; Erarbeitung und Umsetzung der formalen und informellen Programme für die Erwachsenenbildung; Vervollkommnung des Mechanismus zur Zusammenarbeit aller in der Erwachsenenbildung involvierten Seiten; Informieren der Zielgruppen der Erwachsenen über Bildungsmöglichkeiten und Motivation, sich an der Weiterbildung zu beteiligen. Die Arbeitsgruppen haben die vorhandenen Situationsprobleme, Möglichkeiten und Herausforderungen formuliert, sowie Empfehlungen zur Lösung der Probleme gegeben.

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Neben positiven Bewertungen über den Verlauf der Umsetzung der Erwachsenenbildung erklangen auch mehrere für die Gestalter der Bildungspolitik zu beachtende Meinungen, zum Beispiel fehlt es an Planung und Ganzheit im Angebot der Erwachsenenbildung; es ist notwendig, die Informationen über die Möglichkeiten der Erwachsenenbildung regelmäßig zusammenzufassen und zu aktualisieren (einheitliche Datenbank); das Programm-Angebot ist zu allgemein, es werden nicht immer die Interessen der Regionen, insbesondere der ländlichen Einwohner berücksichtigt; für Personen mit summierter Arbeitszeit sowie mit Schichtarbeit gibt es Probleme, Kurse zu besuchen, weil nicht alle Arbeitgeber die notwendige Unterstützung bieten; es fehlt an Unterstützung für die Vervollkommnung der Persönlichkeit, weil nur die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes dominieren; es wäre empfehlenswert, mehr über die Erfolgsgeschichten in der Erwachsenenbildung in staatlichen Massenmedien zu berichten; die Ausbilder der Erwachsenenbildung haben selbst keine ausreichende Bildung in der Pädagogik von Erwachsenen/ Andragogik; die Erwachsenen sind oftmals nicht zur Weiterbildung motiviert, sie sehen keinen Zusammenhang zwischen dem Lernen und der höheren Lebensqualität.

Es ist erfreulich, dass die Fragebögen zur Bewertung der Forumsteilnehmer überwiegend positive Bewertungen beinhalteten, das Forum wurde als nützliche, inhaltsreiche, aktuelle, interessante und umfassende Informationen reichende, die Entwicklung Lettlands fördernde, die Probleme der Erwachsenenbildung entdeckende, erfolgreich und überdacht geplante und organisierte Veranstaltung eingeschätzt.

Vielen Dank allen Experten und Teilnehmern für die Aktivität, das Interesse und den Beitrag zur weiteren Entwicklung der Erwachsenenbildung!

Mehr Fotos aus dem Forum zur Entwicklung der Erwachsenenbildung in Lettland sind im EPALE Facebook-Album zu sehen. Autorin der Fotos – Agnese Zarane.

Die Präsentationen der Forum-Experten sind im Ressourcenzentrum veröffentlicht.

Ilze Seipule, Leiterin des Projektes “EPALE Nationaler Unterstzützungsdienst (NSS) für Lettland"

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1 - 3 von 3 anzeigen
  • Bild des Benutzers Dzintra Mihailova
    Ļoti pozitīvi vērtēju, ka šādi forumi tiek veidoti. Pie mūsdienu ātrajiem tempiem, ātri mainās arī darba vide, tehnoloģijas utt. Tāpēc ir nepieciešams sevi attīstīt, pilnveidot visa mūža garumā, lai pilnvērtīgāk, konkurētspējīgāk iekļautos darba tirgū. Piekrītu viedoklim par to, lai šī pieaugušo izglītošana būtu vairāk saprotama, pieejama dažādām auditorijām. Kā arī vairāk reklamēts dažādās informācijas platformās.
  • Bild des Benutzers Inese Irmeja
    Domāju, ka mūsdienu jaunieši grib atrasties sev maksimāli ērtā pozīcijā - labi pelnīt, darīt patīkamu darbu. Nedomāju, ka tas ir nepareizi, bet, ja to vēlas, tad jāapzinās un jāatzīst, ka arī konkurence pieaugs un jābūt arvien labākam, lai iegūtu šo "zelta kombināciju". Papildus iemaņas un mūžīga attīstība būs vienmēr aktuāla! 

    Inese Irmeja, Latvijas Universitāte
  • Bild des Benutzers Liga Abizare
    Uzskatu, ka šādi forumi ir ļoti noderīgi, lai aktualizētu šo jautājumu un motivētu iesaistīties jaunus sadarbības partnerus tādu izaicinājumu īstenošanai, kas pēc būtības spētu risināt mūsdienu izglītības vides aktuālās problēmas.