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EPALE

E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa

 
 

News

EPODS: Online-Professionalisierung von Lehrern im zweiten Bildungsweg

05/02/2019
Sprache: DE
Document available also in: NL EN EL IT LT CS

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Lehrer, die im zweiten Bildungsweg tätig sind, stehen vor einer großen Herausforderung. Für diese Unterrichtsform gibt es keine vorbereitete Methodik. Das ist auch gar nicht möglich, da die Zielgruppe sehr vielfältig ist. Gerade jene Lehrer, die mit dieser Zielgruppe arbeiten, haben Bedarf an Unterstützung bei der Betreuung und Ausbildung von Jugendlichen und Erwachsenen, die am Regelunterricht nicht teilnehmen können und am meisten von einem maßgeschneiderten Ansatz profitieren.

„Lehrer benötigen eine Toolbox zu ihrer eigenen Professionalisierung“, erklärt Reinhold Schiffers vom Weiterbildungskolleg in Mönchen-Gladbach. „Vor allem Junglehrer brauchen Instrumente, um sich maßgeschneidert selbst weiterbilden zu können. Sie werden mit Situationen konfrontiert, mit denen sie nicht ohne Weiteres umgehen können.“

Das Weiterbildungskolleg ist einer der Partner des Projekts EPODS (onlinE PrOfessional Development in Second chance Education), das 2016 von Betawerk B.V. gestartet wurde. Das Projekt stellt eine Online-Plattform bereit, die Lehrern alles bietet, was sie für ihre eigene Weiterentwicklung benötigen. Hier können sie Tools finden und Kurse belegen.

 

Voneinander lernen

Insgesamt sind sieben Partner an dem Projekt beteiligt. Schiffers: „Jeder Partner hat sein eigenes, für das gesamte Projekt relevantes Know-how eingebracht, zum Beispiel IT, E-Learning, (Berufs‑)Bildung für Minderheiten oder Kompetenzaufbau für Lehrer im zweiten Bildungsweg. Betawerk stellte die Tools bereit. Die Partner kommen aus Griechenland, Zypern, Großbritannien, Deutschland und Italien. Mit unserem Projekt sind wir in einem großen Teil Europas vertreten!

Wir haben es als riesige Chance empfunden, grenzüberschreitend zu arbeiten, unsere traditionellen Methoden und vertrauten Systeme loszulassen und unseren Horizont zu erweitern. Das Angebot an Quellen hat sich durch die europäische Zusammenarbeit immens erweitert und in allen teilnehmenden Ländern konnten wir die Elemente, die dort noch nicht voll entwickelt waren, anregen. Unter gegenseitigem Einfluss haben wir angefangen, unsere eigene Methodik neu zu definieren und anzupassen.“

 

Was wollen Sie lernen?

Letztendlich kommt das Projekt natürlich der Zielgruppe zugute, für die der zweite Bildungsweg bestimmt ist. Diese besteht aus Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) am Regelunterricht teilnehmen können. Im Mittelpunkt steht dabei ihr Wunsch, etwas zu lernen. Das Projekt schließt damit an den neuen Trend in der Erwachsenenbildung an, sich immer mehr auf den Lernwunsch zu konzentrieren und nicht mehr auf die Definition der Zielgruppe. Auch bei den Lehrern steht der Lernwunsch im Mittelpunkt. Schiffers: „Die von uns angebotenen Tools und Quellen wurden auf Wunsch der Lehrer ausgewählt und entwickelt. Wir haben mit einer Inventur ihrer Bedürfnisse angefangen und sie gefragt, welche Art der Unterstützung sie benötigen. Wir wollten nicht zu groß werden. Natürlich gibt es auch große digitale Schulungsprogramme für Lehrer, aber wir haben unser Programm klein und konkret gehalten. So gibt es zum Beispiel ein Survivalkit für Lehrer mit kurzen Videos über aktuelle Themen und Material zur weiteren Vertiefung. Zum Beispiel: Wie umgehen mit Mobbing, was tun bei mangelnden Sprachkenntnissen etc.“

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Rückblick

Ende Januar 2019 läuft das Projekt aus. Zeit, um Bilanz zu ziehen: Was war positiv und welche Hürden mussten genommen werden? Schiffer: „Erasmus+ war das perfekte Programm für unser Projekt. Wir hatten alle benötigten Quellen zur Verfügung, um unsere Ziele zu erreichen. Eine der größten Schwierigkeiten war der Zeitmangel der Lehrer. Durch die Hektik des Alltags nehmen sich Lehrer oft nicht die Zeit, an ihrer eigenen Entwicklung zu arbeiten.“

 

Ausblick

Im Rahmen von EPODS wurden großartige Produkte entwickelt, unter anderem eine E-Learning-Plattform und ein E-Portfolio-Tool speziell für Lehrer im zweiten Bildungsweg. Und was werden die Projektpartner jetzt daraus machen? Schiffers: „Es wäre gut, wenn die Kursteilnehmer die Gelegenheit hätten, an einem Mobilitätsprojekt teilzunehmen, zum Beispiel 10 oder 4 Tage lang. Um das langfristig zu ermöglichen, haben wir uns an die Kommission im Rahmen vom Dialog zur Stärkung der europäischen Identität durch Bildung und Kultur sowie an die Mitglieder des CULT-Ausschusses im Europäischen Parlament gewandt.“

Außerdem müssen die betreffenden Lehrer und Anbieter ihren Weg zu der Plattform finden. „Wir haben uns von Anfang an auf verschiedenen sozialen Medien präsentiert“, sagt Katrine Bengtsson von Betawerk. Um einen Eindruck der Reichweite über diese Medien zu vermitteln: Auf Facebook und Twitter gibt es zusammen über 1000 Followers. Die Newsletter werden an rund 2500 Personen und Organisationen versandt.

Ivo Hermans (Betawerk, Projektmanagement) fügt dem hinzu, dass in den verschiedenen Ländern auch Kontakte zu Organisationen gesucht werden, die sich mit der Professionalisierung von Lehrern im zweiten Bildungsweg befassen. Wenn dieser Schritt abgeschlossen ist, gibt es eine stabile Basis für die Verbindung der Plattform mit bestehenden Initiativen von Ausbildungsanbietern.

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Möchten Sie mehr über EPODS erfahren? Dann besuchen Sie folgende Links:

 

 

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