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EPALE - Elektronische Plattform für Erwachsenenbildung in Europa

Neuigkeiten

EPALE Botschafter/-innen stellen sich vor: Dörte Stahl

10 EPALE-Botschafter:innen stellen sich reihum mit je 2 Fragen vor und breiten dabei u.a. ihre Sicht auf die “Identität und Werte in der Erwachsenenbildung” aus. Das ist spannend zu lesen und bietet noch einmal sehr facettenreiche Perspektiven auf das Schwerpunktthema. Und auf die Botschafter:innen, die für die größte europäische Plattform für die Erwachsenenbildung tätig sind. Sie erfahren mehr über die einzelnen Personen, wenn Sie auf den Namen klicken (der Link führt dann zum Profil hier auf EPALE).

Viel Spaß beim Lesen!


Ingrid Schöll stellt Dörte Stahl vor:

1. Du bist ja schon länger als EPALE Botschafterin aktiv. Was sind Deine momentanen Arbeitsschwerpunkte im Bereich der Digitalisierung?

 

Meine Schwerpunkte liegen im Kompetenzaufbau im Kontext von Digitalität. Mir geht es also nicht um die reine Vermittlung von Tools, sondern um die sozialen und kulturellen Aspekte digitaler Praktiken (z. B. Kommunikation, Handlungsroutinen, soziale und ökonomische Strukturen), die sich durch die Digitalisierung stetig verändern. Damit die Erwachsenenbildung diesen Wandel aktiv mitgestalten kann, adressiere ich u.a. Bildungsmanager*innen und Lehrende. Denn auch hier sind Kompetenzen (wie Medienkompetenz, orientiert am mehrdimensionalen Kompetenzmodell nach Prof. Dieter Baacke), kritisches Denken oder auch selbstgesteuertes Lernen nicht immer so ausgeprägt, wie es beschleunigte Transformationsprozesse erfordern. Aktuelle befasse ich mich stark mit KI-Kompetenzen (Was ist damit gemeint? Wie fördern wir sie? etc.); was bei meinen Schwerpunkten wahrscheinlich nicht verwundert.

 

2. EPALE beschäftigt sich momentan mit den Werten und der Identität der Erwachsenenbildung. Wenn Du an die KI denkst, was fällt Dir dabei ein? Worauf sollten wir besonders aufpassen?

 

Eine Herausforderung im Hinblick auf Lern-Lehrprozesse liegt meines Erachtens in Bias-geprägten Datenmodellen. Das kann zur Normierung statt Individualisierung führen: Lernenden werden an KI-Modelle angepasst, anstatt ihre biografische Vielfalt und individuellen Lernziele ernst zu nehmen.

Zudem scheint es mir problematisch, dass viele Träger der Erwachsenenbildung KI als Sammlung von Tools betrachten, anstatt ihr disruptives Potenzial anzuerkennen und werteorientierte Leitlinien zu entwickeln. Diese sollten nicht nur den Aufbau KI-bezogener Kompetenzen - auch in ethischer Hinsicht - in den Blick nehmen. Es gilt eine Haltung zu strukturellen Fragen zu erarbeiten, wie z.B.: Wie und von wem ist eine Organisation bei der Nutzung von KI abhängig (Datenmonopole)? Wie wirkt man der „KI-Spaltung“ entgegen (hochwertige Tools sind oft teurer)? Wie kann KI transparent, datenschutzkonform und zielführend eingesetzt werden?

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