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Bericht: Österreich liegt bei digitalen Kompetenzen über OECD-Durchschnitt

Das zeigt der Bericht "Bildung auf einen Blick 2022". Außerdem hat Berufliches mehr Einfluss auf die Weiterbildungsteilnahme als Bildungsabschlüsse.

Person schaut auf Bildschirm mit Diagramm

Jüngere Erwachsene und Erwachsene mit Hochschulabschluss nehmen häufiger an Erwachsenenbildung teil als Ältere und Menschen mit niedrigerem Bildungsabschluss. Neben diesen Erkenntnissen, die immer wieder von Studien bestätigt werden (siehe auch vergangene Berichte), zeigt die OECD im aktuellen Bericht "Bildung auf einen Blick" auch neue Aspekte auf.

64 Prozent der Österreicher/innen verfügen über grundlegende Kompetenzen

Die OECD zeigt auf, wie es um die digitalen Kompetenzen der Mitgliedsländer steht. Sie unterscheidet dabei zwischen grundlegenden Kompetenzen (z.B. Versenden einer E-Mail), Standard-Kompetenzen (z.B. Erstellen von Präsentationen oder Tabellenkalkulationen) und fortgeschrittenen Kompetenzen (Programmierkenntnisse).

Österreich liegt im Ländervergleich in allen Kompetenzbereichen über dem OECD-Durchschnitt, und bei den grundlegenden Kompetenzen sogar im vorderen Drittel: 64 Prozent der Österreicher/innen verfügen über grundlegende Kompetenzen (OECD-Durchschnitt: 55 Prozent), 53 Prozent über Standard-Kompetenzen (OECD: 40 Prozent) und 9 Prozent über fortgeschrittene Kompetenzen (OECD: 7 Prozent).

Das Land mit dem höchsten Anteil an grundlegenden Kompetenzen in der Bevölkerung ist Korea (72 Prozent), jenes mit den meisten Standard-Kompetenzen Norwegen (63 Prozent) und das mit den höchsten fortgeschrittenen Kompetenzen Saudi-Arabien (14 Prozent).

Berufliche Faktoren beeinflussen Weiterbildungsteilnahme stärker als Bildungsabschlüsse

Die OECD zeigt im Bericht auf, welche Faktoren Einfluss darauf haben, ob Erwachsene an Weiterbildungen teilnehmen. Sie unterteilt diese Faktoren in

  • Persönliche Charakteristika (wie z.B. Geschlecht, Alter, Migrationshintergrund, …),
  • Bildungsabschlüsse (niedrig, mittel, hoch) und
  • Berufsbezogene Charakteristika (z.B. Beruf, Arbeitssituation, …).

Faktoren wie die beruflichen Rahmenbedingungen können einen positiven (z.B. durch Bildungsförderung des Arbeitgebers) oder negativen Einfluss (z.B. zu hohe Belastung am Arbeitsplatz) auf die Weiterbildungsteilnahme haben. Wie genau diese Faktoren die Teilnahme beeinflussen bleibt im Bericht offen. Er zeigt aber, welche Faktoren viel Einfluss und welche weniger Einfluss haben:

Insgesamt überwiegen tendenziell berufsbezogene Charakteristika, dennoch zeigen sich wesentliche Unterschiede im Ländervergleich: In den Niederlanden haben berufsbezogene Faktoren (93 Prozent) am meisten Einfluss auf die Weiterbildungsteilnahme, in Deutschland sind es die Bildungsabschlüsse (49 Prozent) und in Estland persönliche Faktoren (60 Prozent). In Österreich überwiegen berufsbezogene Charakteristika (72 Prozent), danach folgen Bildungsabschlüsse (15 Prozent) und persönliche Charakteristika (13 Prozent).

Insgesamt zeigt sich, dass die Teilnahmequote an Erwachsenen- bzw. Weiterbildung nach einem Rückgang 2020 auf 12 Prozent wieder bei 14 Prozent liegt, in Österreich bei 15 Prozent (nach einem Rückgang im Jahr 2020 auf 12 Prozent).

OECD fordert mehr finanzielle Unterstützung für kürzere bzw. flexiblere Bildungsmaßnahmen

Angesichts des immer schnelleren Anpassungsbedarfs von Qualifikationen geht die OECD davon aus, dass kürzere und flexiblere Bildungswege weiter an Bedeutung gewinnen werden – darunter auch Microcredentials. Das sind Zertifikate, die Ergebnisse kurzer Bildungsmaßnahmen (wie z.B. in Kurzlehrgängen) bescheinigen. Die OECD sieht hier die Möglichkeit, den Zugang zum Erwerb von Microcredentials für vulnerable Gruppen durch finanzielle Unterstützung der OECD-Länder zu verbessern.

Dass dies in Realität noch kaum der Fall ist, zeigt die OECD im Bericht anhand von Hochschul-Weiterbildungen auf: Hierbei gibt es hauptsächlich für herkömmliche formale Bildung finanzielle Unterstützung, z.B. für ganze Studiengänge. Das ist auch in Österreich so. Finanzielle Unterstützung für Teilnehmende an kürzeren Bildungsmaßnahmen im Tertiärbereich gibt es nur vereinzelt, z.B. in Kanada, Schweden und England.

Über den OECD-Bericht "Bildung auf einen Blick"

"Bildung auf einen Blick" ist ein jährlich veröffentlichter Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Anregungen dazu liefert, Bildungssysteme effektiver zu gestalten. Dafür entwickelt und analysiert die OECD vergleichbare Indikatoren und bezieht sich auf länderspezifische Ergebnisse von anderen Studien, wie der Adult Education Survey (AES), dem Programme for the International Assessment of Adult Competencies (PIAAC) oder nationalen Umfragen.


Weitere Informationen:


Text/Author of original article in German: Lucia Paar/CONEDU

Redaktion/Editing of original article in German: Marion Kirbis/CONEDU

Titelbild: Pexels-Lizenz, RODNAE Productions, https://www.pexels.com/de-de/@rodnae-prod/

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