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Blog

Weltlehrertag - Die Weiterbildung von Erwachsenen

19/10/2016
by Mahira Spiteri
Sprache: DE
Document available also in: EN MT FR

Der Weltlehrertag ist ein wichtiger Tag für die wertvolle Arbeit, die von Lehrern auf der ganzen Welt durchgeführt wird. Aber was ist mit Erwachsenenbildner/innen? Wir treffen hier außerdem die Bildungsbeauftragte und Erwachsenenbildnerin vom Direktorat für lebenslanges Lernen in Malta. Wir bitten um deren Ratschläge, wie sie ihre Techniken von jungen hin zu erwachsenen Lernenden optimieren.

 

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Solange wir Kinder sind ist Lernen lediglich ein Teil von dem, was wir tun. Vom Klassenzimmer bis zum Spielplatz sammeln wir kontinuierlich neue Informationen, Techniken und Werkzeuge. Wenn wir älter werden, setzen wir natürlich das Lernen weiterhin fort, aber es wird schwerer, Informationen zu behalten und die grundlegenden Fähigkeiten zu erwerben, die wir als Kinder versäumt haben.

„Hier setzt die effektive Erwachsenenbildung an,“ sagt Mark Saliba, ein Erwachsenenbildner, der auch Kinder im Grundschulalter unterrichtet. „Primäres Lernen ist obligatorisch und formal; Erwachsene haben sich allerdings entschieden zu lernen, um Ihre Lebensweise zu verbessern – ob durch die Erweiterung ihrer Fähigkeiten oder die Verbesserung ihrer literarischen Fähigkeiten.“

Mark erklärt, dass der Hauptunterschied zwischen dem Unterrichten von Kindern und Erwachsenen darin liegt, dass man bei Erwachsenen sehr gewillt sein muss, sich an die Bedürfnisse seiner Studierenden anzupassen. „In den letzten Jahren unterrichtete ich Gefangene in Dar Sant Anna. Während mein vorrangiges Ziel die Hilfestellung bei der Verbesserung ihrer Lese- und Schreibfähigkeiten war, bot es auch eine Gelegenheit, ihr Wissen in anderen Bereichen zu verbessern, wie zum Beispiel über die Geschichte von Malta oder über Allgemeinwissen. Durch eine ansprechendere Gestaltung des Basisthemengebiets (Lese- und Schreibfähigkeit) mithilfe von anderen Fächern, habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Schüler leidenschaftlicher und begieriger lernen.“

Mandy Mifsud, eine Erwachsenenbildnerin, die auch die Bildungsbeauftragte für das Direktorat für lebenslanges Lernen in Malta ist, erklärt, dass man darunter eingebettetes Lernen versteht. „Wenn es um Erwachsene geht, sprechen wir über Menschen mit viel Wissen und viel Lebenserfahrung – in der Tat wissen sie oftmals mehr über bestimmte Dinge als man selbst! Daher ist es wichtig, dieses Wissen zu respektieren und zu erfahren, wie und warum sie ihre Fähigkeiten verbessern wollen. Oftmals lernen sie nicht nur so zum Spaß, sondern weil sie in der Lage sein wollen es auf bestimmte Bereiche ihres Lebens anwenden zu können.“

Frau Mifsud erklärt, „vielleicht könnte man Mathematik oder Maltesisch bei einer Kochstunde unterrichten“. „Ich arbeitete vor kurzem an einem Programm für Jugendliche Straftäter, die genau das gemacht haben. Sie waren begierig mehr über Kochen und Ernährung zu erfahren, so war es die ideale Gelegenheit während der Erstellung der Rezepte, Themen wie Gewicht, Budgetierung und Rationierung zu kombinieren. Es war lustig und relevant, aber sie haben weiterhin Mathematik gelernt – so war jeder glücklich!“

Hier teilen beide Pädagogen ihre Tipps darüber, wie man erwachsene Lernende am Unterricht beteiligt:

  • „Es ist sehr wichtig, Neugier zu erwecken“, sagt Mandy. „Obwohl sie erwachsen sind, muss man es so gestalten, dass es Spass macht. Ich benutze einen Trick, der immer zu funktionieren scheint: Ich starte damit, dass ich vor der ersten Lektion auf jeden Tisch ein zufällig farbiges Objekt lege. Während das Objekt konkret für mich als eine Möglichkeit dient, sie später in Gruppen aufzuteilen, erweckt es außerdem ihr Interesse und hält sie engagiert – und das ist ein guter Start! Kreativität kann von den einfachsten Dingen kommen.“
  • „Bringen Sie in Erfahrung, was Ihre Schüler bereits wissen,“bemerkt Mark. „Und warum sie in Ihre Klasse gekommen sind. Wir haben sogar einen Vortest eingeführt, der den Schülern hilft, ihre Ziele gleich zu Beginn darzulegen. Dies erleichtert es für Sie, als Pädagoge, ihnen bei ihrer Zielerreichung zu helfen.“
  • „Sie brauchen eine Menge Energie!“, stellt Mandy fest. „Gehen Sie durch die Klasse, lächeln Sie und seien Sie so freundlich wie möglich. Zollen Sie Ihnen Anerkennung, wo Sie können und erkennen Sie deren vorheriges Lernen an.“
  • „Konzentrieren Sie sich schließlich darauf, dass Sie Ihnen vertrauen schenken, aber bedenken Sie, es könnte nicht leicht sein und eine Weile dauern. Seien Sie nicht einschüchternd; im Gegenteil, seien Sie verfügbar und geduldig. Denken Sie daran, dass sie keine Kinder mehr sind. Fördern Sie Respekt in Ihrer Klasse – für Ihre Studenten, für Sie selbst und untereinander.“

 

 

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