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Blog

Das Aufwecken aus dem Schlaf. Oder: Was wissen wie eigentlich über Tutoring?

07/09/2018
by Monika Dawid-Sawicka
Sprache: DE
Document available also in: PL FR EN RO

Originalsprache: Polnisch

Wie kann man versteckte, oft ungenutzte Ressourcen von Lernenden freilegen? Sind die Annahmen, die dem Tutoring zugrunde liegen, nicht die Antwort auf die Bedürfnisse im Bildungsbereich, einschließlich der Erwachsenenbildung? Überlegen wir mal, was sich in der Entwicklungsqualität ändern lässt, wenn wir Tutoring Anforderungen erhöhen?

Der Tutor (Lateinisch: Vormund) ist jemand, der die Entwicklung eines Schützlings lenken kann, sein Potenzial erkennt, ihm beim Entdecken und Entwickeln seiner Talente hilft und gemeinsam mit ihm einen Entwicklungspfad absteckt. Tutoring ist mehr als nur Wissensweitergabe. Es ist eine Methode der personalisierten und ganzheitlichen Erziehung, die auf der Tradition der Meister-Schüler-Relation aufgebaut ist.

„Die dem Tutoring am nächsten kommende Annahme der Theorie von Nel Noddings, die sich auf das Wesen des Bildungsprozesses als solches bezieht, beruht auf der Überzeugung, dass man Bildung auf der Basis von diktierten universellen Bildungsprogrammen durch eine individuelle Herangehensweise, die Anpassung an die jeweiligen Fähigkeiten und Interessen, ersetzen sollte, ohne dabei auf die Formulierung von Anforderungskriterien zu verzichten, die aufgrund der Zweckmäßigkeit des Bildungsprozesses notwendig sind.“[1]

Warum lohnt es sich insbesondere jetzt, bei einem Markt, in dem wir über den Erwerb neuer Qualifikationen nachdenken müssen, auf diese Methode ein Augenmerk zu lenken? Eine Antwort ist sicherlich die Überzeugung, dass es bei der Entwicklung nicht nur um die Wissenserweiterung und den Erwerb von Fertigkeiten geht. Es geht auch darum, Talente und Leidenschaften zu entdecken, die bisher verborgen geblieben sind. Wie sieht dieser Prozess in der Praxis aus? Welchen Regeln unterliegt er?

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Erstens die Rolle

Unerlässlich und von Schlüsselbedeutung ist beim Tutor sein Glaube an das Potenzial seines Schützlings. Der Tutor muss zugleich anspruchsvoll und durchsetzungsfähig im Verhältnis zu seinem Schützling sein. Der Tutor muss für den Tutanden ein Führer und Weggefährte sein, der ihn Möglichkeiten und Lösungen aufzeigt. Er ist auch ein Partner, der in schwierigen Zeiten beisteht, dem Schützling hilft, die Realität zu begreifen und sein angestrebtes zu erreichen. Indem er ihm Aufgaben zuweist, eine Beziehung aufbaut und gleichzeitig an seinen Schützling glaubt, sorgt der „Meister“ dafür, dass die Veränderungen eintreten, die das Ziel des „Schülers“ sind.

„Der Tutor hilft dabei, eine kreative Spannung zwischen der Realität – dem hier und jetzt – und der Vision – dem angestrebten Ziel – zu schaffen und aufrechtzuerhalten. Mit anderen Worten, der Tutor hilft seinem Schützling beim Stecken konkreter Ziele und begleitet ihn bei deren Erreichung.”[2]

Zweitens Beziehung

Ein weiterer Faktor, der den Tutor und Tutanden näher an den Erfolgt bringt, ist deren positive Beziehung zueinander. Es geht vornehmlich um eine Relation, in der die Prozessbeteiligten einen ständigen Dialog und Austausch von Beobachtungen, Gedanken und Wissen führen. Tutoring erfordert die Authentizität beider Seiten, d. h. eine ständige Arbeit an der gemeinsamen Relation bis zum Erreichen eines Punktes, an dem es möglich ist, sich zu öffnen. Damit dies möglich ist, braucht es Zeit, Regelmäßigkeit und Aufmerksamkeit, die dafür sorgen, dass man Inhalte und Wissen auswählt, die an das Niveau des Tutanden angepasst sind. Das Vertrauen in den Tutor, das durch den Aufbau von Beziehungen und auf dem Fundament der Authentizität entsteht, ermöglicht es den Tutanden, sich neuen Herausforderungen zu stellen und bestehende mentale Barrieren zu überwinden. Die erwähnte Authentizität bildet auch die Voraussetzung für das Ansehen des Tutors und den Respekt, den er bei anderen Menschen genießt. Dieses Ansehen folgt weder aus der sozialen Rolle noch aus seinem Einfluss oder aus seiner Position bzw. seiner Glaubwürdigkeit. Alle oben genannten Aspekte müssen gemeinsam auftreten, deshalb ist das Tutoring ein sehr anspruchsvoller Entwicklungsprozess.

Drittens Freiheit

Die Voraussetzung für die Entwicklung ist jedoch der Wille des Schülers (Tutanden), begleitet durch das Selbstbewusstsein, das durch eine sorgfältige Beobachtung der eigenen Person entsteht. Der Tutand muss sich seiner Verantwortung für den Entwicklungsprozess bewusst sein. Das Tutoring muss dabei freiwillig sein.

Worin liegt der Vorteil von Tutoring?

Das Tutoring schafft einen Rahmen für eine Bildung, die auf einer reflektierten Analyse der persönlichen Entwicklung basiert und die kein Beispiel für die in unserem Bildungssystem so populäre Bewertungsbildung darstellt, bei der man den Erfolg an der Erreichung nacheinander folgenden Ebenen misst. Die Überlegenheit des Tutorings gegenüber der formalen Bildung ist auf die Herangehensweise an Misserfolge und Fehler zurückzuführen. In der formalen Bildung, die ein System von Schemata, Tests und Notwendigkeiten bekleidet, werden Fehler, so scheint es wenigstens, um ihrer selbst willen hervorgehoben. Im Tutoring hingegen dient ein Fehler dazu, das kennenzulernen, was neu ist und der reinen Wissenschaft und nicht der Bewertung dient. Die Effektivität des Tutorings wird an dem Engagement und den Änderungen gemessen, die deren Effekte darstellen.

Wieso ist dies kein einfacher Prozess?

Die Entwicklung im Tutoring ist flüssig und lässt sich nicht standardisieren. Deshalb kann man sie auch nicht in ein Schema zwängen. Es gibt kein Denkschema, da sich die Umstände, Bedingungen und Probleme ändern. Darüber hinaus ist Tutoring ein langfristiger Prozess, der die Möglichkeit bietet, über Jahre hinweg zu arbeiten, wodurch sich der „Meister“ und der „Schüler“ in verschiedenen Situationen besser kennenlernen können, was sich positiv auf ihre Offenheit auswirkt... Es zeichnet sich durch eine holistische Herangehensweise an den Menschen aus und sein primäres Ziel ist es, seine Eigenständigkeit im Denken und Handeln zu stärken. Es ist wichtig, während der gemeinsamen Reise, das endgültige Ziel zu erkennen und dabei zu berücksichtigen, dass die Entwicklung viele Aspekte des Lebens gleichzeitig betrifft.

Wie sollte man über den Einsatz, die Verwendung und die Implementierung von Tutoring denken?

Grundsätzlich ist das Tutoring eine Inspirationsquelle für jede der darin teilnehmenden Parteien. Es stellt ein gegenseitiges intellektuelles Vergnügen dar. Es umfasst auch die Reflexion über Werte, die Charakterbildung, ein Training im selbständigen Denken, Argumentieren und Treffen kluger Entscheidungen. Der Tutor bietet das, was Massenbildungssysteme normalerweise nicht bieten können: ein offenes Ohr für den konkreten Schützling und die Möglichkeit der Anpassung seines Bildungswegs an seine spezifische Lage.

Wir sollten jedoch nicht vergessen, dass nicht jeder reif genug oder sich seiner eigenen Bedürfnisse bewusst ist, um am Tutoring teilnehmen zu können. Wenn sich jemand nicht entwickeln will, kann man ihn nur schlecht dazu zwingen.

Monika Dawid-Sawicka ist Autorin von Texten, Analysen und Studien über den Arbeitsmarkt, das Personalmanagement und das Humankapital. Sie ist seit 15 Jahren in der HR-Branche tätig. Zertifizierte Trainerin in der Nutzung des Diagnoseinstruments FRIS. ECPC-Coachin, die sich im Coaching von Menschen spezialisiert, die ihr Berufsleben ändern wollen. EPALE-Botschafterin.

[1] Beata Karpińska-Musiał, Magdalena Panońko „Tutoring jako spotkanie. Historie indywidualnych przypadków”. Wolters Kluwer 2018, S. 22.
[2] Krzysztof Słaboń, „Tutoring: innowacyjna metoda rozwijania kreatywności i samodzielnego myślenia”, „Uczyć lepiej” nr 4/2013-2014, S. 4-5.

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1 - 8 von 8 anzeigen
  • Bild des Benutzers Barbara Szymańska
    Bycie takim tutorem wymaga ogromnych umiejętności, dojrzałości i powiedziałabym nawet mądrości. Sądzę, że bardzo brakuje nam tego typu relacji, choć ciągle ciężko zidentyfikować mi jednoznacznie przyczynę tego stanu rzeczy. Pamiętam początki swojej drogi zawodowej jako psychologa jako naprawdę wymagające. Teraz kiedy korzystam z superwizji jestem przekonana, że tutor, mistrz, superwizor byłby z pewnością rozwiązaniem moich trudności w tamtym czasie.
  • Bild des Benutzers Monika Hausman-Pniewska
    "Natomiast w tutoringu błąd służy poznaniu tego, co nowe, służy czystej nauce a nie ocenie. Efektywność tutoringu określają poziom zaangażowania i zmiany, które są efektem" - miód na moje uszy, tylko potrzeba oceniania i ku memu zdziwieniu- bycia ocenianym (albo przyzwyczajeniem do tego) jest tak duża, że młodzi ludzie (uogólniając) nie słyszą, a może nie chcą słyszeć mistrza. Obserwuję, że najczęściej wyłapują "jesteś dobry" a jeszcze częściej "jesteś beznadziejny", choć takie słowa nigdy nie padły i od razu odpowiadają atakiem. Łatwo jest ponarzekać na system, w jakim tkwi tradycyjna edukacja (na każdym poziomie), ale ten system tworzą ludzie i szkoda, że sami sobie gotujemy taki los. A odnosząc się di jednego z komentarzy pod artykułem- tutoring w szkołach podstawowych- świetny pomysł, może jest już gdzieś wdrażany? 
  • Bild des Benutzers Marta Kosińska
    Ciekawe, że nieformalnie ten model kształcenia dorosłych wciąż obowiązuje na uczeniach artystycznych. Promują one zdecydowanie edukację opartą na relacji mistrz-uczeń. I ta perspektywa daje ciekawy ogląd możliwych wypaczeń tego modelu - przez wielu studentów i absolwentów uczelni artystycznych model ten jest uważany za właśnie przestarzały, konserwatywny (także dlatego, że instytucjonalnie oparty najczęściej na relacji mężczyzna mistrz - uczennica kobieta), zamknięty na demokratyczne, bardziej "horyzontalne" formy uczenia. W sumie najciekawsze obecnie wyłomy eksperymentalne w edukacji na uczelniach artystycznych w Polsce próbują zerwać z tym modelem. Warto więc może przyglądać się temu modelowi właśnie w jego otoczeniu instytucjonalnym (uczelni, organizacji, szkół, itd.). 
  • Bild des Benutzers Małgorzata Mazurek
    szczególnie w edukacji dorosłych. Przywodzi mi również na myśl Instytut Gallupa i proponowany przez nich test mocnych stron/talentów i rozwój/edukacja oparta na rozwijaniu mocnych stron. Myślę, że elementy tutoringu fajnie jest wprowadzać do również do "tradycyjnej" edukacji, która wymaga oceniania, porównywania do standardów i badania wymiernych efektów. Sam proces nauki można oprzeć na tutoringu, coachingu czy ocenianiu kształtującym lub ich elementach.
  • Bild des Benutzers Anna Dyjak
    Zastanawiam się kiedy jest najlepszy czas aby nauczyć się jeszcze tego o czym piszesz. Obserwuję młodzież i nadal widzę, że ocena jest właśnie przez pryzmat porażek i sukcesów. Zastanawiam się na jakim etapie byłoby sensowne spotkanie z tutorem. Wnioskuję, że czym później tym ciężej ze zmianą kierunku myślenia. Mam jednak nadzieję, że młode pokolenia są otwarte na zmiany i nowości. Naiwnie też wierzę, że być może za jakiś czas takie osoby jak tutor, mentor czy coach będą obecne już w szkole podstawowej ;)
  • Bild des Benutzers Monika Dawid-Sawicka
    Skutki braku edukacji spersonalizowanej i holistycznej najlepiej widać w najnowszych wynikach badań Bilansu Kapitału Ludzkiego. Na wykonywanie pracy zgodnej z posiadanym wykształceniem wskazuje niewiele więcej niż połowa badanych Polaków (57%). Z kolei aż 40% badanych respondentów zadeklaruje, że gdyby mogli jeszcze raz pokierować swoją karierą zawodową, chcieliby wykonywać inny zawód niż obecnie. Może gdybyśmy postawili na indywidualizacją kształcenia, polegającą na dostosowaniu programu do zdolności i zainteresowań, bez rezygnowania przy tym z formułowania kryteriów wymagań, ten odsetek zapewne byłyby niższy.
  • Bild des Benutzers Sebastian Cieślak
    Różnice między coachingiem, mentoringiem, tutoringiem są, ale nie zawsze będą one wyraźne i zrozumiałe dla ich odbiorcy. Myślę, że to co ważne w każdym z tych procesów to skupienie się na konkretnej osobie i jej potencjale. Próbie jak najlepszego wykorzystania go do realizacji celów osobistych i firmowych. Niestety mam takie wrażenie, choć to może tylko wrażenie, że w organizacjach poświęca się na nie za mało czasu. Może jestem staromodny ale brakuje czegoś co było kiedyś w cechach rzemieślniczych, gdzie był mistrz i uczeń. Pierwszy uczył drugiego, dawał wskazówki, dzielił się doświadczeniem, ale też zachęcał do robienia innych rzeczy co powodowało, że "uczeń mógł przerosnąć mistrza". Teraz częściej ludzie uczą się na swoich błędach, działają w pośpiechu bo ich "mistrz" jest zajęty innymi sprawami albo go nie ma. Ciekaw jestem czy ten trend się odwróci. 
  • Bild des Benutzers Monika Dawid-Sawicka
    Mam jeszcze jedną obserwację, obok pośpiechu o którym piszesz. W relacji "mistrz - uczeń" mistrz czasami nie chce dzielić się swoją wiedzą. Analizowałam i opisywałam wiele projektów mentoringowych. Część z nich, szczególnie w firmach produkcyjnych, nie została zrealizowana właśnie przez taką postawę. Stwierdzenia "ja musiałam/em sobie poradzić sam", "jeśli podzielę się swoją wiedzą nie będę potrzebny/a" nie były odosobnionymi przypadkami.