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Ehrenamtliche als Teilnehmende in der Allgemeinen Erwachsenenbildung in Erasmus+

17/06/2020
von Peter Nagel
Sprache: DE

Lesezeit ca. 5 Minuten - Lesen, Liken, Kommentieren!


Gruppenbild Nachtreffen Köln, 03/2019

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Ein Plädoyer für die verstärkte Teilnahme von Ehrenamtlichen an Erasmus+

Ich sehe eine doppelte Wirkung: Die Teilnahme würdigt die bisherige Arbeit der Ehrenamtlichen und ermöglicht zugleich deren Weiterentwicklung. Hier sehe ich vor allem die persönliche Entwicklung. „Das hat mir unheimlich viel Motivation gegeben weiter zu arbeiten.“ berichtet Irmgard Hölzemann aus Köln nach den Tagen in Innsbruck im Februar 2018. Ich sehe aber auch eine große Chance für die Einrichtungen, die mit Ehrenamtlichen arbeiten oder sogar ehrenamtlich geführt werden. Durch die Teilnahme an den Auslandsaufenthalten findet sowohl Personal- wie auch Organisationsentwicklung statt.

Es ist immer wieder beeindruckend zu erleben, dass die Teilnahme an den Erasmus Aufenthalten für die ehrenamtlich Tätigen eine Besonderheit darstellen. „Schön, dass Sie an mich gedacht haben, als Sie überlegt haben, wer teilnehmen könnte“,  erinnert sich Ursula Gottermann aus Sarstedt, als es um den Lernaufenthalt in Bozen im September 2018 ging.

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Pfarre 02/2020Erweiterung des Horizonts

Den Ehrenamtlichen ermöglicht die Teilnahme in anderen europäischen Ländern die dortigen Arbeitsfelder und Unterstützung kennenzulernen. Gleichzeitig bekommen sie in der deutschen Teilnehmendengruppe von anderen Ehrenamtlichen aus Deutschland mit, wie es in Ihrem Tätigkeitsumfeld zugeht. Es wird diskutiert und reflektiert. Christine Weinl aus Georgsmarienhütte bei Osnabrück nimmt aus den Tagen in Graz im November 2019 deshalb mit: „Nun kann ich meine Idee der Austauschbörse mit Ehrenamtlichen gut planen.“


Auch diejenigen, die für den Einsatz von Ehrenamtlichen in Ihren Einrichtungen verantwortlich sind profitieren von den Einblicken in konzeptionelle Bereiche in anderen Ländern. „Wie hier in Klagenfurt gut mit den Ehrenamtlichen umgegangen wird, ist für mich zu Hause eine gute Ermutigung bei der Planung der nächsten Fortbildung“, so die Einschätzung eines Teilnehmers im Februar 2020, der für die Fortbildungsplanungen von Ehrenamtlichen zuständig ist.

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Netzwerke bilden sich aus den persönlichen Kontakten

Ein ganz wesentliches Ergebnis der Erasmus Projekte ist für uns, dass die Lernaufenthalte im Ausland und die Treffen in Deutschland Verbindungen unter Ehrenamtlichen und zu anderen Einrichtungen sowohl in Deutschland, als auch bei unseren Partnern in Österreich und Italien herstellen. Resi Nowitzki, Ehrenamtliche im Caritas-Altenpflegeheim Teresienhof in Hildesheim, Gesprächsrunde mit Caritasdirektor, Mai 2017

schwärmt vom Aufenthalt in Wien 2011 immer wieder „Ich habe zu dem Haus immer noch Kontakt …“ und Maria Müller aus Köln nimmt aus den Tagen in Schlierbach im Oktober 2017 unter anderem die Begegnungsmöglichkeiten in zwanglosen Settings mit. Beindruckt berichtet sie nach dem Aufenthalt, dass sich die Ehrenamtlichen dort ganz ungezwungen in Form eines Stammtisches treffen und voneinander lernen. Dietmar Lehnert erinnert sich gern an die selben Tage: „Wie die auf Bürger in der Umgebung zugehen, gemeinsam Ideen für den Ort entwickeln und erst dann sich um Finanzierungsfragen kümmern, feuert mich für die eigenen Projekte in Buxtehude an.“

Durch die Teilnahme entwickeln Ehrenamtliche für ihre Handlungsfelder und –weisen den Blick für eine neue Praxis mit anderen Rahmenbedingungen und neuen Konzepten. Immer wieder stellen wir fest, dass durch jede Begegnung der Ehrenamtlichen Veränderungen in den eigenen Abläufen vorgenommen werden.

Dorothea Schulte aus Minden sagte nach den Tagen im Mai 2017 in Vorarlberg: „Besuch mit Buch als veränderte Form des Besuchsdienstes haben wir schnell bei uns schon eingeführt.“

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Ehrenamtliche Tätigkeit ist breit gefächert

Ehrenamtlich tätige Menschen bewegen sich in einem sehr breiten und auch heterogenen Bereich. Maria Droste aus Minden stellte nach den Tagen im September 2017 in Innsbruck folgendes für sich und ihre Tätigkeit fest. „Den Rundgang der Not fand ich spannend und den werden wir bei uns auch umsetzen.“ Auch das Konzept „Orte des Zuhörens“, das Christa Speer in ihrer leitenden Funktion im Januar 2020 in Bozen kennenlernen konnte, wird zukünftig in den eigenen Projekten umgesetzt.

Ehrenamtliche Tätigkeit gibt es überall in Europa. Die Zahl der ehrenamtlich Tätigen ist hoch. In allen europäischen Ländern außerhalb von Deutschland ist im sozialen Bereich der Anteil Freiwilliger in der Regel größer als der beruflich Tätigen. Durch die bisherigen Kontakte sowie innerhalb von Caritas Europa stelle ich immer wieder fest, wie sehr die Hauptamtlichen vom besonderen Wert des freiwilligen Engagements überzeugt sind.

So gibt es noch viele spannende Anregungen für Deutsche einzuholen, wie das Engagement gefördert, begleitet und qualifiziert wird. Mit sozialen Projekten sind immer neue Formen der Qualifizierung vor und während des Engagements verbinden. Dafür lohnt es sich noch manch weitere Mobilität oder Strategische Partnerschaft für ehrenamtlich und hauptberuflich tätiges Bildungspersonal auf den Weg zu bringen. In Zukunft heißt  es für uns, dass wir uns auch in der neuen Förderperiode nach Europa auf den Weg machen.

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Über den Autor und das Projekt:
Seit mehr als zehn Jahren verantwortet Peter Nagel, Referent Europa und Gemeindecaritas, konkret für EU-Aktionsprogramme und Freiwilligenarbeit“, die Durchführung von Projekten, in denen Ehrenamtliche ausschließlich oder als wesentliche Gruppe Teilnehmende sind. Alles begann mit der Förderlinie „Freiwilligenprojekte für ältere Menschen“ 2010. Hier war die Caritas in Wien in den Jahren bis 2014 Partnerorganisation. Es setzte sich im aktuellen Erasmus+-Programm mit Mobilitätsprojekten in Zusammenarbeit mit Caritasverbänden in Österreich und in Südtirol in Italien fort, wobei schon mehrfach von den Konsortialmöglichkeiten profitiert wurde, die das Programm in der Leitaktion 1 Mobilität bietet.

Alle Fotos: Privat


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