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Viel Rückenwind für Kompetenzanerkennung, aber nicht nur: GRETA-Ergebnisse wurden auf Bonner Projekt-Abschlussveranstaltung diskutiert

Drei Jahre lang hat sich das Team des Projektes GRETA damit befasst, Grundlagen eines trägerübergreifenden Anerkennungsverfahrens für die Kompetenzen Lehrender in der Erwachsenen- und Weiterbildung zu entwickeln. Mit Akteuren aus Wissenschaft und Praxis fand nun am 6. Oktober im Gustav Stresemann Institut in Bonn eine Veranstaltung anlässlich des Auslaufens der ersten, dreijährigen GRETA-Projektphase statt. Gemeinsam mit den beteiligten Verbänden stellte das Projektteam die entwickelten Produkte, Verfahrensvorschläge und Perspektiven für die Zukunft vor. Das bisherige Fazit lautet: Dem Projekt GRETA ist es gelungen, brauchbare und anerkannte Grundlagen für die Entwicklung eines trägerübergreifenden Anerkennungsverfahrens von Kompetenzen Lehrender zu schaffen.

 

Erwachsenenpädagogische Qualifikation fehlt oft

Die Ausgangslage ist so unbefriedigend wie bekannt: Ein großer Teil der lehrend Tätigen in der Erwachsenen- und Weiterbildung ist nicht dezidiert erwachsenenpädagogisch qualifiziert (gleichwohl oft sehr kompetent!), aber eine wirksame Strategie zur Professionalisierung der Lehrenden ist aus verschiedenen Gründen nicht in Sicht. Vor diesem Hintergrund hat das Projekt GRETA, das auf einer breiten Allianz aus Dach- und Bundesverbänden aller Teilbereiche der Erwachsenen- und Weiterbildung ruht und am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) wissenschaftlich durchgeführt wird, auf die moderate Strategie der Professionalitätsentwicklung gesetzt. Es hat unter breiter Einbeziehung der Praxis ein Set an relevanten Kompetenzen identifiziert und Verfahren erarbeitet, wie diese Kompetenzen in einem Begutachtungsverfahren mit Portfolio ans Licht gehoben werden können.

Zu den Teilnehmenden der Abschlussveranstaltung zählten Lehrende, Verbands- und Einrichtungsvertreter sowie Experten aus der Wissenschaft der Erwachsenen- und Weiterbildung. Breite Zustimmung fand insbesondere das Kompetenzstrukturmodell, das alle relevanten Kompetenzbereiche und -facetten in Form eines Rades visualisiert. Es ist von allen Projektpartnern für gut befunden worden und bildet die Grundlage für alle weiteren Überlegungen zur Kompetenzvalidierung im Projekt. Eine Teilnehmerin äußerte sich so: „Gerade dieses Kompetenzrad bietet Lehrenden die Chance (…) über die Kompetenzerfassung eine Wertschätzung zu kriegen und für Einrichtungen ist es ein Modell um unsere Qualitätssicherungssysteme abzugleichen.“

 

Instrumente jetzt in der Praxis erproben

Im Hinblick auf die Weiterarbeit an der Sache waren sich die beteiligten Trägerpartner auf der abschließenden Podiumsdiskussion einig, dass sie eine weitere Erprobung der Instrumente befürworten und gern begleiten würden. „Das hat es, glaube ich, so in der Form und Breite noch nicht gegeben (…). Es ist einmal über alle Konkurrenzen oder Unterschiede hinweg etwas Gemeinsames erarbeitet worden, hinter dem wir alle auch stehen“, äußerte sich eine Vertreterin der Träger zu den geleisteten Projektergebnissen. So stolz die Projektbeteiligten darauf sein können, dass sie Instrumente zur Kompetenzvalidierung aus der Breite des Feldes heraus geschaffen haben, so vorsichtig ist man noch mit langfristigen Zukunftsplänen. Zunächst möchte man – da sind sich die Projektbeteiligten einig – eine entwicklungsorientierte Validierungspraxis pilothaft erproben.

Das würde bedeuten, dass Lehrende auf eigenen Wunsch ihre Kompetenzen dokumentieren und bewerten lassen und Einrichtungen anhand der Kompetenzbilanzen von Bewerbern ihre Rekrutierungspraxen professioneller gestalten können. Einigen Teilnehmenden ging dieses Szenario nicht weit genug. Anderen wiederum war auch dies schon ein Schritt zu viel. Sie fürchten, dass der Prozess zusätzliche Belastungen für Einrichtungen mit sich bringt. Hier ist die Trägergruppe aufgerufen, Wege für einen praxisgerechten Umgang mit den von GRETA erarbeiteten Instrumenten aufzuzeigen. Hierfür haben die Beteiligten ein weiteres Jahr Zeit, um das der Fördergeber BMBF das Projekt jüngst verlängert hat. In diesem Jahr können die GRETA-Instrumente auch weiterentwickelt und im Feld der Erwachsenen- und Weiterbildung bekannter gemacht werden.

 

Über GRETA

Das vom BMBF geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekt hat das Ziel, „Grundlagen für die Entwicklung eines trägerübergreifenden Anerkennungsverfahrens für die Kompetenzen Lehrender in der Erwachsenenbildung- und Weiterbildung“ (GRETA) zu schaffen. Als Basis für die Anerkennung wurde ein einheitliches, trägerübergreifendes Kompetenzmodell von Lehrkräften in der Erwachsenen- und Weiterbildung entwickelt. Erfolg und Nutzen eines solchen Kompetenzmodells hängt stark von dessen Akzeptanz seitens der Zielgruppe ab. Daher wurde bei der Entwicklung des Modells darauf Wert gelegt, einen stetigen Rückkopplungsprozess zwischen Wissenschaft und Praxis zu sichern.

Das Projekt wird von den folgenden acht Träger- und Berufsverbänden der Erwachsenen- und Weiterbildung aktiv begleitet: Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e. V. (AdB), Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben (AuL), Bundesverband der Träger beruflicher Bildung e. V. (BBB), Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (DEAE), Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium e. V. (DGWF), Deutscher Volkshochschul-Verband e. V. (DVV), Dachverband der Weiterbildungsorganisationen e. V. (DVWO), Verband Deutscher Privatschulverbände e. V. (VDP)

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