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Blog

UNESCO-Leitlinien für die Gestaltung integrativer digitaler Lösungen und Entwicklung digitaler Kompetenzen

27/09/2018
von EPALE Österreich
Sprache: DE
Document available also in: EN LV HR SL PL HU EL CS FR RO

/de/file/unesco-recommendationsUNESCO Recommendations

UNESCO Recommendations

Dieser Artikel ist eine Übersetzung aus dem Englischen.

EPALE-Themenkoordinator Simon Broek reflektiert über die neuesten Leitlinien der UNESCO und Pearson zur Gestaltung integrativer digitaler Lösungen und Entwicklung digitaler Kompetenzen und darüber, wie sie auf die Erwachsenenbildung anwendbar sind.

UNESCO und Pearson haben zur Vermeidung digitaler Ausgrenzung unlängst Leitlinien für den Einsatz digitaler Lösungen veröffentlicht. Die Leitlinien legen ihren Schwerpunkt auf die digitale Integration von Menschen mit niedrigem Bildungsstand und geringer Qualifikation auf der ganzen Welt. Zudem richten sich diese Leitlinien an Anbieter digitaler Lösungen, Entwicklungsorganisationen und Regierungsbehörden, die die Gestaltung und Entwicklung digitaler Lösungen unterstützen, sowie an politische Entscheidungsträger, welche die Leitlinien nutzen, um integrative Richtlinien und Rechtsrahmen zu schaffen.

Wenngleich der Schwerpunkt der Leitlinien nicht speziell auf „Europa“ oder „Erwachsenen“ liegt, können sie im Kontext der Erwachsenenbildung in Europa dennoch von hoher Relevanz sein. Auch die stetig wachsende Online-Welt verlangt von allen Europäern/Europäerinnen, dass sie online arbeiten, leben, lernen und kommunizieren können. Ohne diese Fähigkeiten ist es kaum möglich, uneingeschränkt an der Gesellschaft teilzuhaben. Diejenigen, denen diese Fähigkeiten fehlen, laufen Gefahr, an den Rand gedrängt zu werden.

Die UNESCO schlägt daher die folgenden Leitlinien vor, die eine Reihe von Empfehlungen für eine stärkere digitale Integration von Menschen mit geringer Qualifikation und geringem Bildungsstand umfassen:

1. Gestaltung unter Einbeziehung der Benutzer/innen, wobei der Schwerpunkt auf ihren Bedürfnissen und ihrem Kontext liegt

Es ist von entscheidender Bedeutung, ein tiefgreifendes Verständnis der Zielnutzer/innen zu gewinnen und bewährte Praktiken zu befolgen, um die Gestaltung mit ihnen – nicht für sie – in einer Weise umzusetzen, die auf die besonderen Herausforderungen eingeht. Dazu gehören:

  1. Verständnis der Benutzer/innen und ihres Ökosystems
  2. Befolgung von Best-Practice-Designansätzen, bei denen der/die Benutzer/in im Mittelpunkt steht
  3. Berücksichtigung von Herausforderungen beim Arbeiten mit Benutzern/Benutzerinnen mit geringer Qualifikation und geringem Bildungsstand

2. Schwerpunkt auf digitalen Fähigkeiten und Kompetenzen der Benutzer/innen

Es erscheint zwar offensichtlich, aber dennoch ist es wichtig festzuhalten, dass Lösungen auf eine Weise entwickelt werden müssen, die den Zugang des/der Benutzers/Benutzerin zur Technologie sowie sein/ihr Komfortniveau mit der Technologie berücksichtigt. Dazu gehören:

  1. Unterstützung der Entwicklung digitaler Fähigkeiten und Kompetenzen der Benutzer/innen
  2. Benchmarking und Verfolgung der digitalen Fähigkeiten und Kompetenzen der Benutzer/innen

3. Sicherstellung der Klarheit und Relevanz des Inhalts für Benutzer/innen mit geringer Qualifikation und geringem Bildungsstand

Im Allgemeinen funktionieren Inhalte am besten, wenn sie einfach gehalten werden und von der Zielgruppe als vertrauenswürdig angesehen werden. Die Erstellung von Inhalten durch die Endbenutzer/innen kann dabei hilfreich sein. Dies erfordert:

  1. Entwicklung einer Content-Strategie zur Erfüllung der Bedürfnisse von Nutzern/Nutzerinnen
  2. Erstellung von Inhalten, die einfach, klar und vertrauenswürdig sind
  3. Design von Inhalten für die gruppenweite oder vermittelte digitale Nutzung

4. Nutzung geeigneter Medien und Anpassung der Benutzeroberfläche für Benutzer/innen mit geringer Qualifikation und geringem Bildungsstand

Die Gestaltung digitaler Lösungen spricht Benutzer/innen mit geringer Qualifikation und geringem Bildungsstand am besten an, wenn ein Mix aus geeigneten Medien verwendet wird, der von den Fähigkeiten der Benutzer/innen und dem technologischen Kontext der Benutzer/innen gesteuert wird. Dies erfordert:

  1. Verwendung unterschiedlicher Medien und Lernmethoden für Benutzer/innen mit geringer Qualifikation und geringem Bildungsstand
  2. Möglichst benutzerfreundliches Design für Benutzer/innen mit geringer Qualifikation und geringem Bildungsstand

5. Schulung und Unterstützung zu Beginn sowie im Verlauf des Programms

Schulung und Unterstützung für Benutzer/innen mit niedrigem Bildungsstand ist von enormer Wichtigkeit, wenn sie zum ersten Mal auf digitale Lösungen treffen (Onboarding-Prozess) und anschließend mit der Nutzung fortfahren. Dazu gehören:

  1. Einbettung von Unterstützung in die Gestaltung der digitalen Lösung
  2. Maximierung der menschlichen Elemente im Rahmen der Schulung und Unterstützung

6. Kontinuierliche Überwachung, Messung und Verbesserung

Die Analyse von Nutzungsdaten ist entscheidend für ein effektives Systemmanagement. Es kann anzeigen, ob die Projekt- und Benutzerziele erreicht werden, und anderenfalls darauf hinweisen, wo Änderungen erforderlich sind. Dies erfordert:

  1. Sicherstellung, dass angemessene Daten auf sichere und nachvollziehbare Weise gesammelt und verfolgt werden
  2. Einbeziehung aller Interessengruppen in die Datenanalyse

Eine Lernreise unternehmen?

Die Leitlinien basieren eindeutig auf den Grundsätzen der Erwachsenenbildung, nämlich dass das Lernen gemeinsam mit den Lernenden gestaltet und entwickelt und an ihrem Qualifikationsniveau ausgerichtet werden sollte. Außerdem sollte es Unterstützung und Beratung durch Betreuer/innen sowie kontinuierliche Überwachung umfassen.

Ein Element, das in den Leitlinien jedoch noch gestärkt werden könnte, ist, dass Erwachsene durch das Lernen einen Lernpfad einschlagen, der über einen bestimmten Lernweg hinausgeht. Dies erfordert, dass der Lernweg mit formalen, nicht-formalen und informellen Formen des (Weiter-)Lernens in Beziehung gesetzt wird. Viel zu oft werden digitale Lösungen angeboten, um eine bestimmte Qualifikationslücke zu schließen, ohne diese mit bereits vorhandenen (aber unterentwickelten) Qualifikationen oder anderen Qualifikationslücken der Zielgruppe in Verbindung zu bringen. Daher sollte in den Kursen auch verstärkt darauf eingegangen werden, welche weiteren Lernmöglichkeiten folgen können, um das Gelernte zu vervollständigen.

EPALE-Benutzer/innen haben sicherlich selbst noch weitere wertvolle Einblicke bezüglich der Leitlinien und vielleicht interessante Beispiele, die sie mit anderen EPALE-Benutzern/Benutzerinnen und der UNESCO teilen möchten!

Auf den vollständigen Bericht zugreifen

Was halten Sie von den neuen Leitlinien? Teilen Sie uns Ihre Meinung in den Kommentaren unten mit.

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1 - 3 von 3 anzeigen
  • Bild des Benutzers Jean Pierre Candiotti
    Hi, thanks for sharing. Could you point me to a research, work or list of digital skills. thanks if possible please email to jeanpierrecandiottibustamante at gmail.com thanks and best regards from sweden
  • Bild des Benutzers Simon BROEK
    Please take a look at:
    /en/resource-centre/content/adult-learners-digital-learning-environments
    Or search for related resources at EPALE.
    Another source could be DigCom 2.0:
    Hope it is of help!
  • Bild des Benutzers Jolanta_ Zastavnaja_
    Atbalstu šīs vadlīnijas, jo tiek domāts par mazizglītotiem 
    un mazkvalificētiem pasaules iedzīvotājiem. Manuprāt, UNESCO un 
    Pearson izveidotās vadlīnijas palīdzēs nesašķelt sabiedrību, bet vienot to neatkarīgi no sociālā slāņa,
     ar digitālās platformas izmantošanas prasmēm. Piekrītu, par papildinošajiem elementiem vadlīnijās,ņemot vērā, šīs sabiedrības vajadzības un vēlmes, pieļauju, ka kursus beidzot tik tiešām būtu janoprecizē, kādas ir un varētu būt mācību iespējas tālāk, lai būtu jēgpilna mācīšanās, nezustu motivācija, bet gan izglītojamie redzētu tam jēgu un justos ieinteresēti.