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​​​​​​​THEATERFESTIVALS: eine Gelegenheit, Freiwillige zu mobilisieren und zu schulen.

Wie spricht man Freiwillige aus allen Arten von Festivals an? Welche europäischen Austauschmöglichkeiten sind denkbar?

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[Übersetzung : EPALE Frankreich]

 

  1. Zwei Festivals unterschiedlicher Größe und Freiwillige, die bei der Organisation helfen.

Zusätzlich zu meinen Aufgaben als EPALE-Koordinator bin ich auch Präsident eines Straßentheaterfestivals in Paris ( Le Printemps des Rues https://www.leprintempsdesrues.com) und Gemeinderat des kleinen Ortes Aniane im Hérault, wo seit zehn Jahren jedes Jahr ein Theaterfestival stattfindet. https://www.aniane-en-scenes.com/

Die beiden Festivals sind unterschiedlich groß (das Pariser Festival umfasst das 10., 18. und 19. Arrondissement und Aniane ist ein Dorf mit 3000 Einwohnern). Gemeinsam haben beide Festivals, dass sie auf die Mithilfe von Freiwilligen angewiesen sind. Ihre Aufgabe ist es, die Zuschauer zu informieren, zu empfangen und zu begleiten, und zwar sowohl im Hinblick auf die technische Organisation (Auffinden der Veranstaltungsorte, Hilfe beim Einlass, Erleichterung des Zugangs) als auch auf die Aufführungen selbst (Information über das Alter der Zuschauer und die entwickelten Themen).

Die Festivals dauern jeweils zweieinhalb Tage. Sie finden von Freitagnachmittag bis Sonntagabend statt. In Paris jeweils am letzten Mai-Wochenende. Und Aniane am dritten Wochenende im August. In beiden Fällen ist das Engagement von Freiwilligen unerlässlich. Ohne sie wäre die Organisation nicht möglich. Professionelle Theatergruppen schätzen diese Unterstützung. In Aniane übernachten einige der Künstler auch bei Einheimischen und leben zweieinhalb Tage im Rhythmus des Dorflebens. In Paris ist es natürlich viel schwieriger, das zu organisieren.

EPALE-Themenwoche-Kultur.
  1. Verschiedene Arten von Freiwilligen.

In Paris sind die Freiwilligen oft Studierende oder Theaterliebhaber, die bei Workshops helfen. Die Studierenden kommen aus unterschiedlichen Studienfächern, von Kommunikation über Literatur oder Soziologie bis hin zu ... Theaterwissenschaft. Manchmal sind Laienkünstler dabei, die auf eine spätere Künstlerkarriere hoffen, andere sind einfach nur begeisterte Laien. Einige von ihnen treffen sich bei nationalen Straßentheaterfestivals (Chalon sur Saône oder Aurillac), um gemeinsam Vorstellungen zu besuchen und besondere Momente zu teilen.

In Aniane sind die Freiwilligen zum einen Jugendliche aus dem Jugendzentrum der Gemeinde (etwa zehn), manchmal sind auch deren Eltern dabei. Zu der anderen Gruppe gehören Dorfbewohner, die sich für das Theater interessieren oder einfach ihr Dorf zum Leben erwecken wollen. Es sind Leute aus unterschiedlichen Berufen vertreten. Manche engagieren sich auch für andere lokalen Aktionen. Zu den Freiwilligen gehören unter anderem Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, Mitglieder lokaler Kultur- oder Bürgervereine, ein Dorfarzt und Mitglieder des Gemeinderats.

Was Stadt und Dorf eint, ist, dass die engagierten Bürgerinnen und Bürger, egal welchen Alters, zwei gemeinsame Leidenschaften haben: Theater, Kultur UND menschliche Beziehungen.

Trotz der Gesundheitskrise fanden beide Festivals in den letzten zwei Jahren statt. In Paris wurden die Termine verschoben. In Aniane fanden sie jeweils wie sonst auch im August statt. Allerdings musste man sich mit Einschränkungen arrangieren: begrenzte Zuschauerzahl, Kontrolle der Sanitärpässe im Sommer 2021, Verringerung der Gemeinschaftsbereiche wie Cafés und kleinen Restaurants.

Und in beiden Fällen ist der Einsatz von Freiwilligen eine bewusste Entscheidung und erfolgt nicht nur, um die Kosten zu senken. Die Idee ist, die Verbindungen zwischen Künstlern, Zuschauern und den Bewohnern zu stärken.

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© David Lopez - Compagnie des clous, "MORE AURA, CLOWN". Le printemps des rues 2021

 

  1. Die Schulung muss ausgebaut werden.

In den letzten zwei Jahren beschränkte sich die Schulung der Freiwilligengruppen auf vorherige kurze Einweisungen in die Organisation. Nach den Präsentationen der Theatergruppen konzentrierte sich die Sitzung auf die organisatorischen Auflagen.

An beiden Orten müssen jedoch, sobald dies möglich ist (Gesundheitskrise), weitergehende Schulungen konzipiert und umgesetzt werden. Es gibt zwei Arten davon:

  • Den künstlerischen Aspekt betreffend ist es wünschenswert, dass diejenigen, die das Publikum empfangen oder sich mit den Kompagnien austauschen, besser mit den Aufführungen, den künstlerischen Vorschlägen und der kulturellen Auswahl vertraut sind.
  • Zweitens muss die Frage der Publikumsansprache in die Schulung mit aufgenommen werden. Was bedeutet es, das Publikum willkommen zu heißen? Wie können Informationen vermittelt werden? Wie spricht man Passanten an, die nicht direkt von dem Programm betroffen sind? Vor allem müssen wir zu Formen der Selbstschulung und der gemeinschaftlichen Schulung übergehen, um individuelle Fragen oder Kommentare von Freiwilligen mit unterschiedlichem Wissen über das Publikum und das Theater sowie mit unterschiedlichem Ausbildungshintergrund beantworten zu können.

Ohne die Dinge standardisieren zu wollen, wäre mindestens eine eintägige Schulung sicher notwendig und wünschenswert. Warum nicht zwei Tage? Um den sozialen Faktor und das Entstehen einer Gruppe zu fördern, auch wenn die Zusammenarbeit nur von kurzer Dauer ist. Die beiden oben genannten Themen sollten zeitlich gleichwertig behandelt werden.

 

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© David Lopez - Famille Goldini, "Les Robinsonnades du roi Midas", Aniane en Scènes 2021

 

  1. Europäischer Austausch von Freiwilligen in diesem Zusammenhang?

Würde dies nicht die Vielfalt Europas bereichern? Festivals gibt es überall in unseren Gebieten. In Großstädten, Dörfern, Regionen. Themen sind Theater, Tanz, Folklore und Kulturerbe, Wissenschaft und Umwelt.

Warum sollte man nicht an einen Austausch denken und Freiwillige aus Frankreich in andere Länder schicken und umgekehrt? Die einzige Beschränkung wäre die Sprache, aber dafür lassen sich Lösungen finden. Neben der kulturellen und staatsbürgerlichen Schulung der Gastfamilie könnte auch eine sprachliche Dimension hinzukommen.

Wie in der Welt des Theaters sollten wir von einem Europa der Bürger träumen, die sich gemeinsam für eine gemeinsame Kultur oder besser gesagt für gemeinsame Kulturen einsetzen.

David LOPEZ

 

 

Mehr Ressourcen : Le Collectif des festivals

Autor : David LOPEZ, EPALE Frankreich Ambassador

lopez

 

 

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