Direkt zum Inhalt
Blog
Blog

Sport: ein wichtiges alternatives Lerninstrument

EPALE-Themenkoordinator Andrew McCoshan befasst sich mit von Erasmus+ kofinanzierten Projekten und erhält viele Einblicke in die Rolle des Sports als Mittel der Erwachsenenbildung.

Sports in adult learning Projects

Der vorliegende Artikel ist eine Übersetzung aus dem Englischen.

EPALE-Themenkoordinator Andrew McCoshan befasst sich mit von Erasmus+ kofinanzierten Projekten und erhält viele Einblicke in die Rolle des Sports als Mittel der Erwachsenenbildung.

„Die Kraft des Sports ist einfach riesig, da er das Leben in vielerlei Hinsicht verändern kann. Er kann zur Verbesserung des Gesundheitszustands beitragen, Teamarbeit fördern und unzuverlässige junge Menschen zu disziplinierter Leistung bewegen. Außerdem kann er Gemeinschaften zusammenschweißen. Wie beim Fußball handelt es sich beim Sport ebenfalls um eine „Weltsprache“, die von allen Kulturen beherrscht wird, in denen die Disziplin, Regeln und Normen von allen verstanden werden. Der Sport hat auch die Kraft, sowohl ganze Teams als auch einzelne Personen zu beflügeln und ihnen Erfolgserlebnisse zu bescheren, auf denen Woche für Woche und Jahr für Jahr aufgebaut werden kann.“

Im europäischen Projekt Sport for Change werden die Vorteile des Sports präzise zusammengefasst. Wie können diese in Bezug auf das Lernen umgesetzt werden? Erasmus+-Projekte liefern die Antworten in folgenden drei Schlüsselbereichen:

Projects with sports in adult learning

Wesentliche Vorteile des Sports für das Lernen

Als Möglichkeit zur Entwicklung verschiedenster Kompetenzen

Als alternatives Lerninstrument       Als nicht-formales Lernen par excellence

Entwicklung von Kompetenzen durch Sport

Anhand der Projekte wird sehr gut deutlich, wie durch Sport verschiedenste Kompetenzen entwickelt werden können: 

  • Schwerpunkt vieler Projekte ist es, sich eine gesunde Lebensweise anzueignen, beispielsweise im Rahmen des Projekts Lifelong Swimming, nicht zuletzt aufgrund der Sorge, dass unsere heutige Lebensweise Bewegung nicht unbedingt fördert und gesundheitliche Probleme wie Fettleibigkeit und Herzerkrankungen herbeiführen kann.
  • Nicht zuletzt stehen bei den Projekten soziale und zivilgesellschaftliche Werte und Einstellungen im Mittelpunkt, die durch Sport gefördert werden können, beispielsweise das Verständnis verschiedener Gemeinschaften füreinander und das Ermöglichen von Chancen für Gruppen, die Diskriminierung ausgesetzt sein oder Probleme beim Zugang zu Sport haben könnten, z. B. Menschen mit Behinderung. Beim Projekt Chain Reaction steht der Gedanke des „Fair Play“ im Mittelpunkt und beim Projekt Fair Play A Rule for Life wird der Slogan „Street-football for Tolerance“ [Straßenfußball für Toleranz] verwendet und es werden Kompetenzen im Konfliktmanagement entwickelt. Das Projekt She Runs dient der Mädchenförderung im Sport.
  • Durch Sport lassen sich auch soft skills und soziale Kompetenzen erwerben, beispielsweise in den Bereichen Teamarbeit, Problemlösung, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Wie beim Projekt Sport for All kann der Sport Menschen aktivieren; die Projekte bieten dabei einen sicheren Ort, an dem Erwachsene ihre Angst vor sportlichen Aktivitäten, denen sie seit ihrer Schulzeit nicht mehr nachgegangen sind, überwinden können.
  • Außerdem lassen sich berufliche Qualifikationen erlangen. Der Erwerb von Kompetenzen für die Beschäftigungsfähigkeit steht im Mittelpunkt des Projekts Mobility Opportunities Boosting Investment In Lanarkshire To Inspire VET Learners To Improve Employability And Skills, und beim Projekt LFC Foundation College Programme Enhancement & Exit And Progression Opportunities geht es darum, den Teilnehmern bessere Karrieremöglichkeiten zu vermitteln.

Sport als alternatives Lerninstrument

Sport hat die Kraft, Menschen für das Lernen zu begeistern, die sich ansonsten nicht für Bildung interessieren würden. Insofern kann er als alternative positive Kraft angesehen werden, die Menschen dazu bringt, neue Fähigkeiten zu erwerben, ohne sich dessen bewusst zu sein. Dies wird bei vielen Erasmus+-Projekten deutlich, die sich häufig an benachteiligte junge Menschen richten, die in der Schule möglicherweise keine positiven Erfahrungen gemacht haben, sowie an ältere Menschen, die seit vielen Jahren nicht mehr am formalen Lernen teilgenommen haben, und nicht erwerbstätige Erwachsene. Weitere Zielgruppen dieser Projekte sind Familien sowie Menschen mit Behinderungen und deren BetreuerInnen. Beim Projekt Enabled Media wird darauf hingewiesen, dass viele Menschen mit Behinderungen gar nicht wissen, dass es für Sie überhaupt Möglichkeiten gibt, und dass „eine Behinderung, auch wenn sie vieles erschwert, nichts unmöglich macht […] und Menschen mit Behinderungen auch teilhaben, etwas leisten und die Freude über einen Erfolg genießen können.“

Weitere Zielgruppen sind JugendbetreuerInnen, AusbilderInnen, Freiwillige und sonstige UnterstützerInnen. Im Projekt Sport for Change heißt es dazu: „Freiwilligenarbeit stellt [...] eine hervorragende Möglichkeit dar, Erwachsene in das formale und informelle Lernen einzubeziehen bzw. wieder einzubeziehen. Sie bietet ein wichtiges Training für die Beschäftigung und ebnet den Weg in die Arbeitswelt. Sport und Freiwilligenarbeit im Sport gelten als wichtige Werkzeuge für die Inklusion von Gruppen, die sich vom üblichen formalen Lernen distanziert haben.“

Sport als Möglichkeit des nicht-formalen Lernens par excellence

Der Sport ermöglicht es den unterschiedlichsten Organisationen, sich an der Planung und Umsetzung des Lernens zu beteiligen, darunter nicht nur Erwachsenenbildungseinrichtungen, sondern auch zivilgesellschaftliche Nichtregierungsorganisationen, Sportvereine und Hochschulen. Dies macht seine Stärke mit aus: Sport macht es möglich, dass Organisationen mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten und Kompetenzen zusammenarbeiten.

Aufgrund ihrer positiven alternativen Rolle sind nicht-formale Lernmethoden in sportorientierten Erasmus+-Projekten weit verbreitet. Bei den Projekten werden häufig folgende Methoden angewandt:

  • Learning by Doing
  • Peer-to-Peer-Learning
  • Gruppendiskussionen
  • Präsentationen
  • Eisbrecher (Kennenlernspiele)
  • Spiele

und Aktivitäten, bei denen die TeilnehmerInnen darüber nachdenken können, was beim Sport passiert ist, z. B. intolerantes Verhalten.

Bei sportbasierten Projekten wird sowohl die geistige als auch die körperliche Dimension des Lernens in den Vordergrund gestellt. Beim Projekt MEMTRAIN werden sportliche Übungen mit Gedächtnistraining verbunden, um das gesunde Altern und die Gedächtnisentwicklung bei älteren Erwachsenen zu fördern. Beim Projekt Promoting Active Engagement In Sports dient Karate als Übungsmethode für Menschen über 55 Jahre, wobei die Vorteile in Bezug auf Geduld, Gleichgewicht, Koordination, Kraft, Mobilität und Selbstwertgefühl hervorgehoben werden.

Als Lernmittel bietet der Sport viele Möglichkeiten. Er macht den Erwerb von Fähigkeiten durch nicht-formale Methoden und Lernumgebungen möglich und bringt viele Menschen zum Lernen, die vielleicht nie von selbst darauf kämen, an formalen Lernangeboten teilzunehmen. Welche Erfahrungen haben Sie in diesem Bereich gemacht?

Login (7)

Sie möchten eine andere Sprache?

Dieses Dokument ist auch in anderen Sprachen erhältlich. Bitte wählen Sie unten eine aus.

Want to write a blog post ?

Don't hesitate to do so! Click the link below and start posting a new article!

Neueste Diskussionen

EPALE 2021 Schwerpunktthemen. Fangen wir an!

Das vor uns liegende Jahr wird wahrscheinlich wieder sehr intensiv, und daher laden wir Sie ein, es mit Ihren Beiträgen und Ihrer Expertise zu bereichern. Beginnen Sie doch einfach, indem Sie an unserer Online-Diskussion teilnehmen. The Online-Diskussion findet am Dienstag, dem 09. März 2021 zwischen 10.00 und 16.00 Uhr statt. The schriftliche Diskussion wird mit einem vorgeschalteten Livestream eröffnet, der die Themenschwerpunkte für 2021 vorstellt. Die Hosts sind Gina Ebner und Aleksandra Kozyra von EAEA im Namen der EPALE Redaktion. 

Zusätzlich

EPALE Diskussion: Vermittlung von Grundkompetenzen

Grundkompetenzen sind transversal. Sie sind nicht nur relevant für die Bildungspolitik,  sondern auch für Beschäftigungs-, Gesundheits-, Sozial- und Umweltpolitiken. Der Aufbau schlüssiger Politikmaßnahmen, die Menschen mit Grundbildungsbedürfnissen unterstützen, ist notwenig, um die Gesellschaft resilienter und inklusiver zu gestalten. Nehmen Sie an der Online-Diskussion teil, die am 16. und 17. September jeweils zwischen 10.00 und 16.00 Uhr auf dieser Seite stattfindet. Die Diskussion wird von den EPALE Thematischen Koordinatoren für Grundkompetenzen, EBSN, moderiert. 

Zusätzlich

EPALE Diskussion: Die Zukunft der Erwachsenenbildung

Am Mittwoch, dem 8. Juli 2020, lädt EPALE von 10.00 - 16.00 Uhr zu einer Online Diskussion zur Zukunft der Erwachsenenbildung ein. Wir wollen über die Zukunft des Bildungssektors Erwachsenenbildung sowie die neuen Chancen und Herausforderungen diskutieren. Gina Ebner, EPALE-Expertin und Generalsekretärin der EAEA, moderiert die Diskussion.

Zusätzlich