chevron-down chevron-left chevron-right chevron-up home circle comment double-caret-left double-caret-right like like2 twitter epale-arrow-up text-bubble cloud stop caret-down caret-up caret-left caret-right file-text

EPALE

E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa

 
 

Blog

Gesellschaftliche Risiken im Zusammenhang mit Formen des arbeitsplatzbezogenem Lernens

01/09/2017
von Barbara HILLER
Sprache: DE
Document available also in: EN FR PL HU LV HR

Autor: Simon BROEK

The original language of this article is English

/de/file/work-based-learning-schemes-risksWork-based learning schemes risks

Work-based learning schemes risks

In den letzten Jahren wurde dem arbeitsplatzbezogenen Lernen in allen seinen Formen zunehmend mehr Bedeutung zuerkannt. Ausbildungen, Praktika und Freiwilligentätigkeiten, in deren Rahmen bestimmte Fertigkeiten entwickelt werden, gelten als wichtige Sprungbretter, über die junge und ältere Menschen (wieder) Zugang zum Arbeitsmarkt und zur Gesellschaft finden. In diesem Blogbeitrag möchte ich Erkenntnisse einer Studie des Europäischen Parlaments vorstellen (Skills development and employment: Apprenticeships, internships and volunteering), an der ich beteiligt war, und einen konkreten Aspekt näher beleuchten: dass die Art und Weise, in der arbeitsplatzbezogenes Lernen erfolgt, gesellschaftliche Risiken in sich bergen kann.

Junge Menschen am Anfang des Berufslebens

Verglichen mit erwachsenen Erwerbstätigen, die sich bereits auf dem Arbeitsmarkt etabliert haben, unterliegen junge Menschen stärker den Auswirkungen von Konjunkturzyklen und periodischen Wirtschaftskrisen. Die Gründe dafür sind u. a.:

  • mangelnde Arbeitserfahrung
  • fehlender Bildungsabschluss
  • unsichere Arbeitsverträge
  • wenige für die Arbeitsplatzsuche relevante Kontakte (d. h. geringeres soziales Kapital)
  • geringere Wahrscheinlichkeit, die arbeitgeberseitig gesuchten Fertigkeiten zu besitzen.

Wenn jungen Menschen nach dem Abschluss ihrer Ausbildung nicht relativ schnell der Einstieg in den Arbeitsmarkt gelingt, kann dies die Entwicklung des fähigkeits- und fertigkeitsbezogenen, sozialen und wirtschaftlichen Kapitals, das zu einer erfolgreichen beruflichen Laufbahn beiträgt, behindern. Je länger die Betreffenden nicht auf dem Arbeitsmarkt (oder im Bildungssystem) präsent sind, umso höher ist ihr Risiko einer sozialen und wirtschaftlichen Ausgrenzung.

Besonders schwierig gestaltet sich der Eintritt in den Arbeitsmarkt für junge Menschen mit mehreren Benachteiligungen, wie einer Behinderung, Migrationshintergrund und/oder einem niedrigen Bildungsgrad. Diese Gruppe unterliegt auch in besonderem Maße der Gefahr, sozial und wirtschaftlich ins Abseits zu geraten.

Arbeitsplatzbezogenes Lernen als Lösung?

Arbeitsplatzbezogenes Lernen, insbesondere im Rahmen von Ausbildungen, Praktika und Freiwilligentätigkeiten, kann zu einem reibungsloseren Übergang von der Schule ins Arbeitsleben beitragen. Untersuchungen zeigen, dass arbeitsplatzbezogenes Lernen in diesen Formen sowohl dank der erworbenen Kompetenzen und Fertigkeiten als auch durch ein sich daraus ergebendes reguläres Beschäftigungsverhältnis den Übergang von der Ausbildung in die Arbeitswelt erleichtern kann.

Es ist ebenfalls wissenschaftlich belegt, dass die Qualität des arbeitsplatzbezogenen Lernens dann am besten gewährleistet ist, wenn neben dem Lernenden und dem Unternehmen (Lernort) eine dritte Partei beteiligt ist. Dies kann ein Berufsbildungsanbieter (üblicherweise bei Ausbildungen) oder die öffentliche Arbeitsvermittlung (bei einigen Formen von Praktika) sein. Viele Praktika und Freiwilligentätigkeiten basieren jedoch allein auf einer vertraglichen Vereinbarung zwischen dem Praktikanten bzw. Freiwilligen und einem Unternehmen oder einer Organisation, und in diesen Fällen wird weniger Aufmerksamkeit auf die Schaffung einer geeigneten „Arbeitsumgebung“ und die Lernqualität verwendet.

Verlagerung der Kompetenzentwicklungskosten vom Staat auf die Arbeitgeber und den Einzelnen

Diese Konstellation setzt offensichtlich voraus, dass die Praktikanten und Freiwilligen wirtschaftlich abgesichert sind, denn sie müssen ihren Lebensunterhalt bestreiten können, während sie unbezahlte Arbeit leisten. Da Praktika in der Regel unbezahlt oder nur gering bezahlt sind, geht mit ihnen eine Verlagerung der Kosten für die Kompetenzentwicklung in einem bestimmten Beruf von den Bildungsanbietern auf die Arbeitgeber und schließlich den Einzelnen einher. Das heißt, mangels anderer Möglichkeiten, die auf dem Arbeitsmarkt verlangten Fertigkeiten zu erwerben, ist der Einzelne dazu gezwungen, in diese Fertigkeiten zu investieren. Dabei bedeutet „investieren“ hier, dass der Betreffende in einer Organisation arbeitet und zu deren Produktivität beiträgt, seinen Lebensunterhalt jedoch aus anderen Quellen als über dafür gezahlten Lohn bestreitet. In Bezug auf Freiwilligentätigkeiten ist eine ähnliche Verlagerung wie bei Praktika zu erkennen: Die Kompetenzentwicklungskosten werden letztlich durch den Freiwilligen selbst getragen, da keine Bezahlung oder Vergütung vorgesehen ist.

Arbeitsplatzbezogenes Lernen – offen für alle?

Die Verlagerung der Verantwortlichkeit für die Kosten der Kompetenzentwicklung hat ihren Preis: Menschen aus weniger begüterten Verhältnissen haben nur beschränkt Zugang zu entsprechenden Angeboten. Zwar sind Praktika zur Entwicklung bestimmter Fertigkeiten sehr förderlich für den Start ins Berufsleben, sie ändern aber nichts an der grundlegenden Tatsache, dass sich für Menschen mit weniger finanziellem Rückhalt der Eintritt in den Arbeitsmarkt schwieriger gestaltet. Wer seinen Lebensunterhalt eine Zeit lang aus eigenen Mitteln bestreiten kann, hat bessere Chancen, einen passenden Freiwilligen- oder Praktikumsplatz zu finden und dadurch für Arbeitgeber interessanter zu werden.

Im Gegensatz zum derzeitigen Streben nach Chancengleichheit in den europäischen Bildungssystemen sind in diesem Fall beim Übergang von der Ausbildung in die Arbeitswelt diejenigen im Vorteil, die sich Praktika und Freiwilligentätigkeiten leisten können.

Zusammenfassend gilt, dass, solange (aufgrund von Einkommensungleichheiten) Praktika und Freiwilligentätigkeiten nicht allen jungen Menschen gleichermaßen offen stehen, die Politik sich zurückhalten sollte, diese als systematische Lösung zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und zur Erleichterung des Übergangs in den Arbeitsmarkt zu propagieren.

Diese gesellschaftlichen Risiken müssen bei der Bewertung von Initiativen zur Förderung von Praktika und Freiwilligentätigkeiten, wie etwa des kürzlich ins Leben gerufenen Europäischen Solidaritätskorps (Webseite in Englisch), berücksichtigt werden.

Simon Broek hat an mehreren europäischen Forschungsprojekten zu Bildungs- und Arbeitsmarktfragen sowie Aspekten der Versicherungsbranche mitgewirkt. Er war Berater der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments und verschiedener europäischer Agenturen zu den Themen Bildungspolitik, lebenslanges Lernen und Arbeitsmarkt und ist geschäftsführender Gesellschafter des Ockham Institute of Policy Support.

Share on Facebook Share on Twitter Epale SoundCloud Share on LinkedIn
Refresh comments Enable auto refresh

1 - 4 von 4 anzeigen
  • Bild des Benutzers Laura Kalniņa
    Kā jau autors minēja, darbā balstīta mācīšanai galvenais panākuma šķērslis ir finansiālais atbalsts. Daudzi jaunieši nevar atļauties iestāties darbā, kurā ir jāiziet apmācība, kas tajā brīdi nozīmē mazāku algu vai brīvprātīgo strādnieku statusus. Tā kā mūsu valstī bez stabiliem un samērā lieliem ienākumiem izdzīvot normālu bez stresa dzīvi ir grūti, pat varētu teikt ļoti grūti. Mums varbūt vajadzētu darbu nozarēm apvienoties un izveidot tās saucamās mazās nometnes ar iespēju dzīvot, strādāt un iegūt apmācību jaunajiem darbiniekiem, protams, tas nebūtu par brīvu, bet tie būtu samērā nelieli izdevumi darbiniekiem apmācības periodā.
    Varbūt šādā veidā viņi spēs palielināt jauno darbaspēka daudzumu un vēlmi jaunajiem strādāt.
  • Bild des Benutzers Zane Baltgaile
    Lasīju šo rakstu ar patiesu interesi. Tā kā esmu pārliecināta "darbā balstītas mācīšanās" (protams, apvienojot arī ar akadēmiskām zināšanām) piekritēja, vēlējos uzzināt, kas tad ir šī pētījuma rezultātā nodefinētie sociālie riski saistībā ar darbā balstītu mācīšanos. Jūtos atvieglota, ka "vienīgā" problēma ir finansiāla, jo to vienmēr var risināt, aktualizējot šos jautājumus un ar dažādiem pētījumiem pierādot, ka darbā balstīta mācīšanās ir ilgtermiņa ieguvums gan pašam iesaistītajam indivīdam, gan visai sabiedrībai kopumā. 
  • Bild des Benutzers Joanna Kic-Drgas

    Tematy poruszone w artykule i komentarzu są bardzo aktualne. Uczenie oparte na pracy miało być przeciwwagą do teoretycznych rozważań, „możliwością” dla osób, które nie do końca radzą sobie z zagadnieniami teoretycznymi. Niemniej każde rozwiązanie niesie za sobą konsekwencje, jak np. te opisane w artykule. Ciekawym rozwiązaniem na poziomie studiów wyższych są studia dualne, które od wielu lat z powodzeniem funkcjonują w Niemczech i od kilku lat wprowadzane są także na uniwersytetach technicznych w Polsce a obejmują rozbudowane praktyki realizowane w ciągu całego roku bazujące na zasadzie uczenia się przez pracę (paralelnie z rozwojem wiedzy teoretycznej). 

  • Bild des Benutzers Maria Idźkowska

    Z zainteresowaniem przeczytałam artykuł dotyczący zagrożeń społecznych związanych z programami nauczania opartymi na pracy. Omówione w nim zostały wyniki badań przeprowadzonych w Parlamencie Europejskim w aspekcie zagrożeń społecznych związanych z niektórymi systemami nauczania opartymi na pracy. W sposób jednak dość ogólny sprecyzowano wnioski z tych badań, jak i w materiale zabrakło informacji jakie obszary tematyczne zostały w nich ujęte oraz jakie zawierały dane statystyczne, na podstawie których można wnioskować o faktycznej, przedstawionej w artykule sytuacji. Stąd zastanawiam się nad prawdziwością twierdzenia, cyt. „badania pokazują, że zarówno pod względem kompetencji, jak i zdobytych umiejętności oraz wyników związanych z zatrudnieniem, kształcenie oparte na doświadczeniu w formie praktyk zawodowych, staży i wolontariatu stanowi krok wsteczny w ułatwianiu przejścia ze świata edukacji do świata pracy.”  W związku z tym warto wskazać konkretny do nich link oraz doprecyzować źródła, odzwierciedlajace zakres prezentowanego problemu. Pozdrawiam.

    Maria Idźkowska - ambasador EPALE