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Selbsteinschätzung für Schulen im digitalen Zeitalter (SELFIE): auch für die Erwachsenenbildung interessant?

Simon Broek wirft einen Blick auf SELFIE – ein Werkzeug für Schulen zur Einschätzung ihrer Bereitschaft für das digitale Zeitalter – und äußert sich zu dessen möglichen Einsatz in der Erwachsenenbildung.

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SELFIE tool

Simon Broek wirft einen Blick auf SELFIE – ein Werkzeug für Schulen zur Einschätzung ihrer Bereitschaft für das digitale Zeitalter – und äußert sich zu dessen möglichen Einsatz in der Erwachsenenbildung.

SELFIE ist ein Werkzeug, mit dessen Hilfe Schulen einschätzen können, wie sie digitale Werkzeuge in ihre Organisation und ihren Lernprozess einbetten und dort verwenden können. Dieses Werkzeug wurde im Oktober 2018 eingeführt und steht in sämtlichen EU-Sprachen zur Verfügung. Es kann an Grund- und Sekundarschulen (allgemeinbildender Unterricht und berufliche Bildung) und postsekundären nichtuniversitären Bildungseinrichtungen zum Einsatz kommen. Über 150.000 Schulleiter, Lehrer und Schüler haben sich bereits beteiligt.

Erfasst werden verschiedene Bereiche, in denen die Informationstechnik eine Rolle spielen könnte

Das Werkzeug erstreckt sich ausgehend von einem Rahmenkonzept auf eine Reihe von Themengebieten für Bildungseinrichtungen mit digitaler Kompetenz (DigCompOrg).

  • Bereich A: Führung. Dieser Bereich bezieht sich auf die führende Rolle bei der gesamtschulischen Eingliederung von Digitaltechniken und deren probate Anwendung für die eigentliche Aufgabe der Schule: lehren und lernen.
  • Bereich B: Infrastruktur und Ausstattung. Hier geht es um die Verfügbarkeit einer angemessenen, verlässlichen und sicheren Infrastruktur (wie Ausstattung, Software, Informationsquellen, Internetverbindung, technischer Support oder vorgesehene Räumlichkeiten). Dadurch können innovatives Lehren, Lernen und Einstufungspraktiken ermöglicht und erleichtert werden..
  • Bereich C: Fortlaufende berufliche Weiterbildung. In diesem Bereich geht es darum zu schauen, ob die Schule die fortlaufende berufliche Weiterbildung (fbW) ihrer Mitarbeiter auf allen Ebenen erleichtert und in diese investiert. Die fbW kann zur Entwicklung und Integration neuer Lehr- und Lernmodelle beitragen, bei denen Digitaltechniken zur Erreichung besserer Lernergebnisse zur Anwendung kommen.
  • Bereich D: Lehren und Lernen. Einsatz von Digitaltechniken für wirkungsvollere Lernmittel, die dann zu einer Modernisierung und Erneuerung der Lehr- und Lernpraktiken führen.
  • Bereich E: Bewertungspraktiken. In diesem Bereich geht es um von Schulen möglicherweise in Betracht gezogene Maßnahmen zur langsamen Abkehr von einer traditionellen Beurteilung hin zu einem umfassenden Bündel von Methoden. Dieses Bündel könnte technologiefähige Beurteilungspraktiken umfassen, die schülerzentriert, personalisiert und authentisch sind.
  • Bereich F: Digitale Kompetenz der Schüler. Dieser Bereich umfasst die Fähigkeiten, das Wissen und die Haltungen, die eine souveräne, kreative und kritische Nutzung von Digitaltechniken durch die Schüler ermöglichen.

Maßgeschneiderter Ansatz

In diesem Werkzeug kann ein Koordinator die für die Selbsteinschätzung verwendeten Fragebögen bearbeiten und ändern. Auch kann der Koordinator Schulleiter, Lehrer und Schüler auf getrennte maßgeschneiderte Fragebögen verweisen, um über die Bereitschaft der Schule für das digitale Zeitalter nachzudenken. Die Ergebnisse erscheinen dann in Echtzeit.

Das folgende Video zeigt recht gut die Funktionsweise des Werkzeugs:

Funktioniert das auch bei Anbietern von Erwachsenenbildung?

Kurz gesagt: jetzt noch nicht. Einige Teile des SELFIE-Werkzeugs sind möglicherweise jedoch für Anbieter von Erwachsenenbildung von Belang. SELFIE beinhaltet spezifische Fragebögen für postsekundäre, nicht-tertiäre Bildungsanbieter, von denen manche Anbieter von Erwachsenenbildung sein können. Des Weiteren lotet die Europäische Kommission zurzeit eine mögliche Anpassung des SELFIE-Werkzeugs an das Lernen am Arbeitsplatz aus. Dies bedeutet möglicherweise eine Aktualisierung der verwendeten Terminologie (z. B. ‚Ausbilder‘ anstelle von ‚Lehrer‘), da Unternehmen zur Selbsteinschätzung fähig sein müssen, sowie eine Behandlung verschiedener Themen.

Erwachsenenbildungsanbieter und die digitale Welt

Bei der Diskussion über Erwachsenenbildung und Digitalisierung (innerhalb oder außerhalb von EPALE) liegt der Schwerpunkt auf der Integration in die Bereitstellung, auf dem Einfluss von Fernunterricht und „Blended Learning“ über IKT auf die Erwachsenenbildung, der Ersetzung von klassischem Unterricht durch digitales Lernen und der Gewährleistung der Zugänglichkeit von Unterricht für alle.

Was bei der Diskussion jedoch außen vor bleibt, ist die Frage der Einwirkung der Digitalisierung und IKT auf Anbieter von Erwachsenenbildung und die Unterrichtsgestaltung.

Der Einfluss von IKT auf alle gesellschaftlichen Aspekte ist nicht zu unterschätzen. Ganze Berufe und Geschäftsmodelle sind verschwunden und andere neu entstanden. Wie sieht das in der Erwachsenenbildung aus? Ich bin mir da nicht ganz sicher. Was ich weiß, ist, dass Anbieter von Erwachsenenbildung einem positiven als auch negativen Einfluss durch digitale Werkzeuge und Arbeitsweisen unterliegen. Genauso wie Primar- und Sekundarschulen müssen sich Anbieter von Erwachsenenbildung auf das digitale Zeitalter vorbereiten und profitieren möglicherweise von einer Selbsteinschätzung bezüglich dieses Themas.

Schauen Sie sich SELFIE an und teilen Sie uns mit, ob es auch eine Option für die Erwachsenenbildung wäre. Was wäre zu ändern, damit es zum Einsatz kommen könnte?

SELFIE tool

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Simon Broek hat sich an mehreren europäischen Forschungsprojekten zur Bildung, zu Arbeitsmarktfragen und zur Versicherungsbranche beteiligt. Er war als Berater für die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und Europäische Agenturen zu Fragen der Bildungspolitiken, des lebensbegleitenden Lernens und des Arbeitsmarktes tätig; außerdem ist er geschäftsführender Gesellschafter beim Ockham Institute of Policy Support.

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