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RIME: Innovative und kreative Werkzeuge für die Integration von Flüchtlingen

Erasmus + Projekt Refugees Inclusion Moves Europe - Die Integration von Flüchtlingen bewegt Europa

[Übersetzung : EPALE Frankreich]

Christophe Miqueu, Professor für Philosophie, Universität Bordeaux (INSPE - SPH), ist Spezialist für die Geschichte des politischen Denkens und der Bildungsphilosophie.

Er bewertete die Ergebnisse des internationalen Kooperationsprojekts RIME - Refugees Inclusion Moves Europe, dessen Ziel es ist, die Fähigkeiten von Personen zu entwickeln, die sich für die Eingliederung und Unterstützung von Flüchtlingen einsetzen. Fachkräfte aus sieben Organisationen konnten sich zweieinhalb Jahre lang austauschen, experimentieren, entwickeln und die in diesem Artikel beschriebenen innovativen Praktiken initiieren.

Dies ist die Wiedergabe seiner Beurteilung.

Der Haupterfolg des Projekts war die Erstellung verschiedener Materialien mit einem unmittelbar praktischen Ansatz, die für eine langfristige Integration bestimmt sind, damit aus dem Flüchtling ein Mitbewohner, ein Kollege und letztendlich ein Mitbürger wird. Hier ist eine Zusammenfassung der drei erprobten Werkzeuge.

  • Eine Methode zur Erstellung eines Leitfadens für die Aufnahme, der auf verschiedene lokale Kontexte übertragbar ist und die Erfahrungen der Migranten einbezieht

Die Partner führten eine zusammenfassende und zugleich genaue Analyse der aktuellen Bedingungen für die Aufnahme von Flüchtlingen und der geltenden Gesetze in jedem der am Projekt beteiligten Länder (Frankreich, Griechenland, Italien, Malta, Schweden) durch, um anschließend besser geeignete praktische und operative Werkzeuge umzusetzen.

Die Partner nahmen dabei den von Welcome Bordeaux erstellten „Leitfaden für Flüchtlinge“ als Grundlage. Der Leitfaden wurde daraufhin analysiert, wie er durch Anpassung an unterschiedliche lokale Gegebenheiten übertragbar und in Europa weiter verbreitet werden könnte.

Guide de réfugié.

 

Der Bericht und die Werkzeugsammlung, die auf dieser Basis mit dem Ziel entwickelt wurden, die Vervielfältigung des Leitfadens zu erleichtern, zeugen somit von der Qualität der angestellten Überlegungen und der kollektiven Arbeit, die bereits stattgefunden hat und noch im Gange ist.

Auf Grundlage dieser Forschungsarbeit und Zusammenarbeit wurde in Malta ein Leitfaden für Asylsuchende erstellt. Er ist ein echtes operationelles Instrument, das leicht verständlich ist und kurz-, mittel- und langfristige Probleme berücksichtigt.

Die Einbeziehung der Migranten selbst in die Konzeption, die inhaltlichen Überlegungen und die Erstellung dieses Leitfadens waren besonders erfolgreich: Dadurch stand das Instrument im Zentrum der Herausforderungen und der behandelten Realitäten.

Es wurden Interviews mit Flüchtlingen geführt, um ihre Integration zu fördern, ihre Erfahrungen zu erfassen, sie zu Sprache kommen zu lassen und Geschichten zu sammeln. Unserem Dozenten zufolge hätten diese Interviews sogar ohne leitende Fragen durchgeführt werden können, um ihre Rede völlig freizugeben.

  • Comics als universelles Werkzeug, um komplexe Lebenserfahrungen zu sammeln und Informationen zu vermitteln
BD.

 

Gemeinsam wurde ein Comic produziert, um die verschiedenen Erfahrungsberichte von Flüchtlingen in den verschiedenen Partnerländern des Projekts zu beleuchten. Er wurde unter der Leitung der europäischen Partner zusammen mit dem französisch-kamerunischen Comicautor Christophe Edimo erstellt, wodurch eine kreative Einheit gewährleistet wurde. Dieses Comicheft sammelt respektvoll Lebenserfahrungen, stellt schlimme Momente und die Komplexität bei der Ankunft wieder und stellt gleichzeitig die Herausforderung der Stabilisierung, die Entdeckung des Anderen und die allmähliche Eingliederung in eine neue Umgebung in den Vordergrund.

Die Form des Comics ermöglicht es, ein breites Publikum anzusprechen und Botschaften über Sprachbarrieren hinweg verständlich zu vermitteln. Dieses Tool hilft auch bei der Ausbildung von Peer Helpern durch einfache und klare Botschaften.

  • Von Migranten zu Helfern: Integration durch Peer Helper

Die Partner haben die Integration von Neuankömmlingen durch bereits integrierte Migranten gefördert und daran gearbeitet, wie man Peer Helper  schulen kann - ein sehr innovativer Vorschlag. Peer Helper verstehen Probleme und tragische Situationen aufgrund eigener Erfahrungen oft besser und erleichtern den Austausch durch eine gemeinsame Kultur, die Missverständnisse und Ängste, die bei der Ankunft in einem neuen Gastland ohnehin schon hoch sind, eindämmt. Dies ermöglicht es auch, nicht über den schwierigen Kontext des Exils hinwegzugehen und Lebenswege aufzuwerten.

 

pair aidant.

Dieser Teil des Projekts, der von der Stiftung COS Alexandre Glasberg getragen wurde, zielte auf die Entwicklung von Kompetenzen im Zusammenhang mit Peer Helpern ab, wobei der Schwerpunkt auf Integration durch Beschäftigung lag. Zur Verfolgung dieses Ziels wurden zwei Instrumente geschaffen.

Das erste Instrument ist ein Ausbildungscurriculum, das auf der Grundlage eines Experiments mit Mentoring im Gaststättengewerbe erstellt wurde. Es richtet sich an Ausbilder und Flüchtlinge, damit sie die wichtigsten Fähigkeiten erfassen, die sie erwerben müssen, um künftigen Neuankömmlingen helfen zu können. Dazu gehören auch Erfahrungsberichte von neu angekommenen Flüchtlingen, die an der Schulung teilgenommen haben, und von Flüchtlingen, die zu Peer Helfern geworden sind, um die konkreten Auswirkungen dieser neuen Praktiken und die zu beachtenden Punkte besser zu verstehen. Dieser Kurs mit zahlreichen Materialien zeugt von dem aktuellen Verbesserungsbedarf bei der Peer Hilfe im Bereich Flüchtlingsaufnahme.

 

experimentation report.

Das zweite Tool ist eine Kartierung der Integration von Flüchtlingen anhand der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG). Dieses Tool, das aus Leitfäden und kurzen animierten Videos besteht, ermöglicht eine perfekte Verknüpfung von globalem Ansatz und lokalen Antworten und zeigt, dass eine menschenwürdige Aufnahme auf lokaler Ebene, mit Peer Helfern als operativer Lösung, die Nachhaltigkeitsziele der UN in den Bereichen Gesundheit, Ungleichheit, Geschlechtergleichstellung und Kampf gegen den Klimawandel erfüllt.

 

ODD.

Fazit: Indem es sich auf den Flüchtlings-Leitfaden als Grundlage verwendet hat, der seine Relevanz im Bereich der Flüchtlingsaufnahme bestätigt hat, die Vielzahl der Lebensläufe und die partizipative Methode einbezieht, Comics als universelles Medium nutzt und die Peer-Hilfe fördert, schafft das RIME-Projekt eine glaubwürdige Perspektive für die große Herausforderung der mittel- und langfristigen Stabilisierung von Neuankömmlingen, insbesondere durch wirtschaftliche Integration und kollektive Autonomie.

 

Die vollständige Bewertung finden Sie auf der RIME-Website :  https://rime-refugees-inclusion.eu/

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