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Blog

Sich in die Lage eines älteren Menschen versetzen

19/04/2019
von Camille POIRAUD
Sprache: DE
Document available also in: FR RO EN

 

[Übersetzung Französisch - Deutsch : EPALE France

Autorin : Carole Traineau]

Vorstellung einer innovativen Schulung für Pflegekräfte in Einrichtungen oder in der häuslichen Pflege

Ich berate mehrere Schulungseinrichtungen aus dem medizinisch-sozialen und gesundheitlichen Bereich. Die Lernenden, die ich in der Ausbildung begleite, pflegen oder betreuen alternde Menschen oder Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Sie sind in Einrichtungen oder in der häuslichen Pflege tätig.

Die Schulung heißt „Sich in die Lage eines älteren Menschen versetzen“

Ein Alterungssimulator ermöglicht es den Teilnehmenden, die typischen Defizite älterer Menschen zu erleben.

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Die altersbedingten Einschränkungen umfassen:

• Trübung der Linse des Auges

• Verengung des Gesichtsfeldes

• Nachlassendes Gehör

• Einschränkung der Mobilität

• Gelenksteifigkeit

• Nachlassende Kraft

• Nachlassende Beweglichkeit

• Nachlassende Koordinierung der Bewegungen

Geeignetes Material:

Der Anzug wiegt 30 kg und erhöht das tatsächliche Alter der Person um 30 bis 40 Jahre.

Er setzt sich aus Elementen zusammen, die in dynamischer Wechselwirkung zueinander stehen. Das dadurch entstehende Verhalten hat viel Ähnlichkeit mit altersbedingten Beeinträchtigungen der motorischen und sensorischen Fähigkeiten.

Vor allem der besondere, altersbedingte Gang und die veränderte Greiffähigkeit werden sehr realistisch erfahrbar. Auch die erhöhte mentale Spannung und die zunehmend unsicheren Bewegung werden dadurch verständlich. Jeder, der den Alterssimulator ausprobiert, erlangt ein besseres Verständnis für das Verhalten älterer Menschen.

 

Es gibt auch einen Tremor-Simulator. Die alltäglichen, mit Tremor verbundenen Probleme zu verstehen ist eine sehr wertvolle Erfahrung für alle im Bereich der Gerontologie, Geriatrie oder Altenpflege tätigen Fachleute.

 

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Ziele des Lehrgangs

Das ein- oder zweitägige Schulungsmodul verfolgt mehrere Ziele:

Sich der körperlichen Schwierigkeiten alternder Menschen bewusst werden
Sich in die Lage des alternden Menschen versetzen können
Kenntnisse über die psychischen und physischen Fähigkeiten des älteren Menschen erwerben.

Die Themen Altern, Autonomie und Abhängigkeit, psychologisches Altern, Leiden, Veränderungsresistenz, pathologische und psychische Störungen erfordern eine theoretische Grundlage.

Ziel der Simulation ist es, das physische Altern der Person, den Prozess der Seneszenz und die physischen Grenzen des Körpers sowie die psychologischen Folgen zu verstehen.

Die auf diese Weise künstlich gealterten Teilnehmenden können für sich die Bewegungen und einfachen Handlungen des täglichen Lebens durchspielen. Sie werden sich der Schwere des Körpers, der Gelenkbeschwerden bewusst. In der Regel hinterlässt das Unbehagen, das das Tragen des Anzugs im Bereich der Sinneswahrnehmungen verursacht, den markantesten Eindruck bei den Probanden. Das Nachlassen des Seh- und Hörvermögens führt dazu, dass rasch eine Form der Abschottung entsteht. Es ist schwieriger, gegen eine Kommunikationsunfähigkeit anzukommen als gegen eine Unfähigkeit, sich mühelos zu bewegen. Selbst bei starker Müdigkeit findet die Person in der Regel Wege, sich zu bewegen und normale Bewegungen auszuführen, wenn auch langsamer.

 

Die wünschenswerte Änderung der beruflichen Praxis

Indem er sich in die Lage des älteren Menschen versetzt, erhält der Betreuer einen Eindruck der Empfindungen und Einschränkungen des älteren Menschen. Die psychologischen Auswirkungen des Alterns werden deutlich. Durch diese Erfahrung können Personen, die beruflich mit älteren Menschen zu tun haben, die empfundenen Wahrnehmungen abrufen und das Verhalten im Berufsalltag entsprechend anpassen. Dadurch wird z.B. auf natürliche Weise vermieden, eine sich langsam bewegende Person zu drängen. Die betreuende Person begleitet die Handlungen, führt sie aber nicht an Stelle des älteren Menschen aus. Sie versteht die Ablehnungen, die Angst und die Aggressivität, die ein älterer Mensch verschiedentlich an den Tag legen kann.

 

Carole Traineau ist Studentin im Masterstudiengang SIFA (Strategie und Technik der Erwachsenenbildung) an der Universität Tours.

Dieser Masterstudiengang hat bei EPALE Frankreich Botschafter-Status. 

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  • Bild des Benutzers Gisèle MASSOL
     This course is intended for caregivers, but could benefit all of us by raising awareness on older age, for better understanding of relatives or elderly people in general.