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Push Boundaries – Lebenslanges Lernen in Kreatives Europa KULTUR

„Push Boundaries“ lautet das Motto des neuen Programms Kreatives Europa. Aber was ist das eigentlich? Eine Übersicht zum EU-Kulturförderprogramm.

Creative Europe.

„Push Boundaries“ lautet das Motto des neuen Programms Kreatives Europa. Aber was ist Kreatives Europa eigentlich? Und wie verbindet das Teilprogramm Kreatives Europa KULTUR Kunst, Kultur und Kreativität mit Lebenslangem Lernen? Eine Übersicht zum EU-Kulturförderprogramm mit Projektbeispielen.

Das neue Programm Kreatives Europa

Ende Mai dieses Jahres startete das neue Programm Kreatives Europa unter dem Slogan „Push Boundaries“. Mit einem Budget von 2,44 Milliarden Euro wurde das Budget für die neue Förderperiode von 2021 bis 2027 um fast 50 Prozent im Verhältnis zum Vorgängerprogramm erhöht. Mit der Budgetaufstockung können mehr Maßnahmen finanziert werden, um die kulturelle Vielfalt und den Kultur- und Kreativsektor in Europa zu stärken. Das neue Programm soll zur Erholung des Sektors beitragen und ihn in seinen Bemühungen unterstützen, digitaler, grüner, widerstandsfähiger und inklusiver zu werden.

Kreatives Europa KULTUR – Was wird gefördert?

Kreatives Europa fördert mit dem Teilprogramm KULTUR den gesamten Kunst-, Kultur- und Kreativsektor sowie mit dem Teilprogramm MEDIA die audiovisuelle Branche. Zusätzlich gibt es den übergreifenden Förderbereich Cross Sector. Die Hauptmaßnahmen des Teilprogramms Kreatives Europa KULTUR sind Projektförderungen für Europäische Kooperationsprojekte, Europäische Netzwerke, Europäische Plattformen und Literaturübersetzungen. Zudem fördert Kreatives Europa KULTUR die Mobilität von Kunst- und Kulturschaffenden sowie weitere spezifische Maßnahmen wie die Aktion „Kulturhauptstädte Europas“ und das „Europäische Kulturerbe-Siegel.“

Push Boundaries - Grenzen überwinden

„Push Boundaries“ - Diese Aufforderung gilt umso mehr, als viele Programmpunkte von Kreatives Europa die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa im Fokus haben. Aber der Slogan will Kreative auch ermutigen, über den eigenen Tellerrand zu schauen und die Grenzen des Status quo in Frage zu stellen. Dieser Gedanke spiegelt sich ebenfalls in den vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten für Kunst- und Kulturschaffende wieder, welche im Rahmen der durch Kreatives Europa KULTUR geförderten Projekte angeboten werden. So werden die Teilnehmenden der Trainings, Schulungen und Workshops immer wieder dazu angehalten, nicht nur ihre eigenen Grenzen zu hinterfragen und zu überwinden, sondern auch mit Hilfe ihrer Kunst auf gesellschaftliche Entwicklungen zu reagieren, diese voranzutreiben und neue Anstöße zu geben. Wie sich diese Weiterbildungsangebote gestalten, zeigen nachfolgend drei Beispiele geförderter Projekte:

Keychange – Förderung von Geschlechtergleichheit

Das Europäische Kooperationsprojekt Keychange verfolgt das Ziel, die ungleiche Behandlung der Geschlechter in der Musikindustrie zu beseitigen. Daher richtet das geförderte Projekt ein Programm zur Talententwicklung aus, um die Arbeit von Frauen und ausgegrenzten Geschlechtern zu fördern. Jedes Jahr unterstützt das Keychange-Programm insgesamt 74 Teilnehmende dabei, den nächsten Schritt auf ihrem Karriereweg zu nehmen. Das Capacity Building-Programm bietet maßgeschneiderte Panels, Webinare, Workshops und Gruppensitzungen mit Referent:innen renommierter Organisationen an. Durch die persönliche Unterstützung der erfahrenen Vorbilder wird gezielt das Selbstvertrauen der Teilnehmenden gestärkt. Das Entwicklungsprogramm für künstlerische Talente findet auf 13 Festivals in ganz Europa und Kanada statt. https://www.keychange.eu/

EPALE-Themenwoche-Kultur.

 

TRUST IN PLAY –  Entwicklung nachhaltiger Arbeitsweisen

Die European School of Urban Game Design „TRUST IN PLAY“ unterstützt junge Expert: innen des urbanen Spieledesigns beim Aufbau nachhaltiger Arbeitsweisen. Im Mittelpunkt steht hierbei die Stärkung und die spielerische Erforschung von Städten. Ziel des geförderten Kooperationsprojektes ist es, dass die Teilnehmenden die Produktion von urbanen Spielen erlernen. Die Trainees von „TRUST IN PLAY“ werden in Kursen und Workshops von Spezialist:innen zu Schlüsselthemen wie Methodik und Ethik der Stadtentwicklung, künstlerischer und urbaner Spielentwicklung, Planungsinstrumenten, Finanzierungsmöglichkeiten und Produktion unterrichtet. Die European School of Urban Game Design bietet drei Zweigstellen an: eine in Amsterdam, in Athen und eine nomadische Zweigstelle für Auszubildende in anderen europäischen Städten. http://trustinplay.eu/

Glass Works – Bewahrung von kulturellem Erbe

Mit dem Kooperationsprojekt „Glass Works. Training | Networking | Taking Roots“ soll dem Wissensverlust und Nachwuchsmangel in der Glasmanufaktur sowie die zunehmende Chancenlosigkeit junger Glasschaffender begegnet werden. Kern des geförderten Projektes ist daher ein sechsmonatiges, praktisches und kaufmännisches Trainingsprogramm für aufstrebende Glasmacher:innen aus Deutschland, Tschechien und Dänemark. Auf ihre Bedürfnisse abgestimmt unterstützt das Programm die Teilnehmenden, ihre Potentiale zu entfalten und künstlerisch Fuß zu fassen. Weitere Projektziele von „Glass Works“ beinhalten den langfristigen Aufbau einer grenzüberschreitenden Start-up- und Vernetzungsplattform für junge Glasschaffende, ein digitales Handbuch sowie eine Wanderausstellung zur Schaffung von öffentlichem Bewusstsein für das kulturelle Erbe. https://www.bildwerkfrauenau.de/glass-works.html

„Creativity is thinking and expanding your ideas beyond the boundaries of what we know”[1]

Durch die unterschiedlichen Trainings, Schulungen und Workshops stärken die geförderten Projekte nicht nur das Selbstvertrauen und die fachlichen Kompetenzen der Kreativen, sondern sie helfen ihnen auch mit den sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen des Kultur- und Kreativmarktes umzugehen. Gleichzeitig fördern sie mit ihren Weiterbildungsangeboten neue kreative, innovative, nachhaltige und inklusive Ideen. Damit unterstützen die geförderten Projekte die persönliche Entwicklung der Kunst- und Kulturschaffenden und führen maßgeblich zu einer gesellschaftlichen Entwicklung. Denn indem die Projekte relevante gesellschaftliche Themen wie Geschlechtergleichheit, Nachhaltigkeit oder Verlust kulturellen Erbes behandeln, tragen sie nicht nur zur Lebensqualität jedes Einzelnen bei, sondern bereichern das Zusammenleben aller.


Über die Autorin: Kristin Fitzke ist Mitarbeiterin des Creative Europe Desk KULTUR. Der CED KULTUR ist die nationale Kontaktstelle für die Kulturförderung der Europäischen Union. Das Team des CED KULTUR berät deutsche Einrichtungen aus dem Kultur- und Kreativsektor bei der Antragsstellung zum Programm Kreatives Europa KULTUR, vernetzt europäische Kulturorganisationen und unterstützt die Sichtbarkeit geförderter Projekte.

 

[1] Europäische Kommission, 2021

 

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