chevron-down chevron-left chevron-right chevron-up home circle comment double-caret-left double-caret-right like like2 twitter epale-arrow-up text-bubble cloud stop caret-down caret-up caret-left caret-right file-text

EPALE

E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa

 
 

Blog

Über das Potential und die Fallen, wenn die Prinzipien von EQAVET und ECVET kombiniert werden

09/11/2015
by Katrin Handler
Sprache: DE
Document available also in: EN NL

/de/file/combiningresizedjpgECVET and EQAVET

ECVET and EQAVET

Auf europäischer Ebene gibt es immer mehr Rufe danach, sicherzustellen, dass die Hilfsmittel, die kreiert wurden, um die Entwicklung von qualitativ höherer Aus- und Fortbildung, basierend auf Lernergebnissen, zu unterstützen, auf ergänzende Weise genützt werden.

Dies ist die treibende Kraft hinter dem kürzlich veröffentlichten Bericht der gemeinsamen Arbeitsgruppe für EQAVET und ECVET, „Die Anwendung der Prinzipien von ECVET und EQAVET: einige erste Erfahrungen auf nationaler Ebene“. Obwohl sich der Bericht auf berufliche Aus- und Fortbildung konzentriert, sind seine Resultate für alle Mitglieder der Erwachsenenbildungsgemeinschaft wissenswert.

Der Bericht basiert auf der Arbeit von 18 Ländern und es geht darum, wie die Prinzipien von ECVET und EQAVET in diversen Kontexten kombiniert wurden. Er analysiert die verschiedenen Arten von Aktivitäten, die unternommen wurden, und die Grenzen, auf die man gestoßen ist, und bietet eine Reihe an Ergebnissen und Schlussfolgerungen.

Einige Punkte stechen besonders heraus:

  • Die Eigentumsrechte bezüglich der Arbeitsvorgänge, die im Zuge der Aus- und Fortbildungssysteme entwickelt und angewandt wurden, vor allem in Bezug auf die Anbieter, müssen geteilt werden. Es ist wichtig, dass eine gemeinsame Vision für Aus- und Fortbildung entwickelt wird, die ein kollektives Verständnis dafür beinhaltet, wie die Hilfsmittel von EQAVET und ECVET auf der Ebene des Systems, der Anbieter und der Lernenden angewandt werden sollen. Erst wenn das geschafft worden ist, kann man sich auf detailliertere technische Fragen konzentrieren.
  • Zeit und Geduld werden nötig sein, um die detaillierten technischen Fragen zu lösen. Viele Probleme werden auftauchen, z.B. wenn es um Zeitpläne geht, um das Arbeitspensum, oder darum, wie man das selbstständige Lernen der Lernenden fördern kann. Wie der Bericht feststellt: „Wenn man einen neuen Weg findet, um die Qualität des lernergebnisorientierten Ansatzes zu gewährleisten, gibt es erwartete wie unerwartete Folgen für viele Aspekte der [...] Durchführung und Organisation – diese muss man bedenken und einplanen. Wenn die Folgewirkungen nicht sorgfältig bedacht werden [...] kann das die Umsetzung gefährden“. Des Weiteren warnt der Bericht davor, dass die Änderungen, welche für die Einführung der Qualitätssicherung nötig sind, recht teuer sein können und schlägt vor, dass man sich mithilfe von Risikoanalysen auf die Bereiche der höchsten Relevanz konzentriert.
  • Nicht alle werden sich leicht von den nötigen Änderungen überzeugen lassen. Pilotprojekte können daher insofern wertvoll sein, als sie demonstrieren, wie solche Änderungen erfolgreich durchgeführt werden können. Gleichermaßen gibt es einen Bedarf an Kommunikationsstrategien, die nicht nur die Vorteile für Lernende sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber deutlich erklären, sondern auch die Anliegen der Anbieter in Betracht ziehen.
  • Viele dieser Änderungen bedeuten, dass Anbietern mehr Macht und Autonomie gegeben wird, doch es ist wichtig, sie nicht zusätzlich zu belasten. In diesem Kontext ist es interessant, dass der Bericht aufzeigt, dass Selbstbewertung zum bevorzugten Ansatz von Qualitätssystemen wird. Es ist nicht überraschend, dass der Bericht auch betont, wie wichtig es ist, das Personal weiterzubilden.
  • In zwei Bereichen gibt es möglicherweise Lücken in der Anwendung von EQAVET zur Unterstützung der Prinzipien von ECVET: Die Anwendung der Indikatoren und Deskriptoren von EQAVET, um die an ECVET angepassten Systeme zu unterstützen; und die Verwendung der Prinzipien von EQAVET, um die Entwicklung von Übertragungsprozessen und Akkumulationsverfahren, die Teil von ECVET sind, zu unterstützen.
  • Letztendlich rät der Bericht, unter anderem, dass die Empfehlung von EQUAVET einen stärkeren Bezug zu Lernergebnissen und Zertifizierungen vorweisen sollte, und dass alle Unterlagen, die sich auf den Europäischen Sozialfonds beziehen, einen stärkeren Bezug zu ECVET und EQAVET haben sollten.
  • Alles in allem liefert der Bericht eine nützliche Zusammenfassung der aktuellen Position und zeigt deutlich, was erreicht werden kann und was noch getan werden muss. Des Weiteren beinhaltet er einige detaillierte Beispiele, um Leserinnen und Lesern konkrete Ideen zu geben und sie zu motivieren, diese beiden wichtigen europäischen Hilfsmittel besser einzubinden.

Andrew McCoshan arbeitet im Bereich Aus- und Fortbildung seit über 20 Jahren. In den letzten 10 Jahren hat er sich auf Studien der politischen Entwicklung und Bewertungen für die EU spezialisiert. Davor war er Berater in Großbritannien. Aktuell ist Andrew freiberuflicher Berater, Partner an der UK Higher Education Academy, ECVET Experte für Großbritannien und Mitglied der UK Education & Employers Taskforce Forschungsgruppe.

Anmerkung: Dieser Artikel ist eine Übersetzung aus dem Englischen.

Schlagwörter:
Share on Facebook Share on Twitter Epale SoundCloud Share on LinkedIn