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E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa

 
 

Blog

Online Educa 2017 – wichtige Impulse für die Professionalisierung in der Erwachsenenbildung

19/01/2018
von Carmen Biel
Sprache: DE
Document available also in: EN

Die Online Educa ist eine der größten Konferenzen im Bereich des technologieunterstützen Lernens. Ziel ist der Austausch zwischen Unternehmen, Bildungsvertretern, öffentlichen Serviceeinrichtungen sowie Repräsentanten aus Wissenschaft und Forschung. Unter dem diesjährigen Motto „Learning Uncertainty“ drehte es sich in über 100 Sessions um die Themen technologiegestütztes Lernen, die Zukunft der Bildung, Assessmentpraktiken sowie Lehr-Lernformate und -methoden in allen Bildungsbereichen. Die Autorinnen Carmen Biel und Sonja Klante besuchten vier spannende Konferenzbeiträge.

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Stand des Projekts EULE auf der Online Educa 2017

 

Zum Thema Individualisierung der Lernprozesse mithilfe von digitalen Medien wurden Beispiele aus der beruflichen Bildung vorgestellt. Andrea Mohoric vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung gGmbH berichtete darüber, wie viel Vorarbeit und Entwicklung nötig ist, bevor Lernmodule tatsächlich in den Praxisbetrieb übergehen können. Außerdem wies sie darauf hin, dass von Seiten der Lernenden und Ausbildenden zusätzlich digitale Skills notwendig sind, um im Blended-Learning-Verfahren zu lernen. Außerdem kommt den Beteiligten eine ganz neue Rolle zu, in die sie erst hineinwachsen müssen. Ergänzend dazu wies Dr. Elke Brenstein von der Rheinischen Fachhochschule Köln vom Projekt GLARS auf den immensen Programmieraufwand hin, den E-Learning mit sich bringt. Zudem machte sie deutlich, dass man beim E-Learning nicht einfach die Schuldidaktik übernehmen könne, sondern mit „didaktischer Phantasie“ an diese Projekte herangehen und Partizipation nutzen müsse. Eine wichtige Frage im E-Learning sei es, welche Aufgabentypen und Herausforderungen bei welchen Lernenden gut funktionieren und warum.

Martin Bregnhoi vom KEA MMD in Dänemark erklärte in seinem Vortrag “Can we teach Curiosity? or THE FUTURE IS JAZZ”, wie wichtig Neugier für Lernprozesse ist. Schwierig sei es, Neugierde zu wecken und zu erhalten. Hilfreich sei hierbei, durch Lerninhalte “neugierig zu machen“ und die Relevanz von Themen zu verdeutlichen. Außerdem ist eine Lernumgebung sinnvoll, in der Menschen selbstständig nach Lösungen suchen können sowie der Fokus auf dem Prozess und weniger dem Erbringen von Leistungen liegt.

Unter dem Titel „Effective Use of Quality Assessment“ berichteten vier Referenten in einer Podiumsdiskussion über drei interessante Projekte. Hervorzuheben ist hierbei insbesondere das von Neil Peirce und Alec Serlie vorgestellte EU Projekt DEVELOP. Unterstützend zu ihrer These “The opposite of play is not work, it is depression” gaben sie Einblick in die Kreierung von Learning Tools zur Karriereentwicklung. Der Fokus des DEVELOP-Projekts liegt auf Schlüsselkompetenzen sowie auf dem sozial verfügbaren Kapital von Führungspersonen. Das Projekt verfolgt einen Assessmentansatz über Spiele (Serious Games) und soziale Netzwerk-Analysen. Unterstützt werden die Assessments zukünftig von Künstlicher Intelligenz, um die Lernerlebnisse zu verbessern.

In einer anderen Podiumsdiskussion zur Einführung von Digitalen Abzeichen (Micro Credentials oder Digital Badges) berichtete unter anderem der Lehrer Thomas Golightly von seiner Einführung eines Badging-Systems in der Grundschule. In seinen Augen eignet sich insbesondere der Informatikunterricht für ein solches Pilotprojekt. Er nutzte dabei die Plattform makewav.es, die ein Social Learning Environment für Schulen bereitstellt. Hierüber können Badges definiert und vergeben werden. Als primäres Ergebnis seines Projektes gab er an, dass die Motivation seiner Schülerinnen und Schüler höher liege als vorher. Er habe sich durch das Badging-System die Mühe gemacht, alle Lerneinheiten in noch kleinere Abschnitte herunterzubrechen, die dann entsprechend mit jeweils einem Badge versehen werden, so dass sie Schülerinnen und Schüler schnell in eine Art „Sammelwut“ gekommen seien und immer weitere Badges erwerben wollten, was sich positiv auf ihren Lernverlauf ausgewirkt habe.

Die Online Educa bietet zudem die Möglichkeit, eigene Entwicklungen auf einer parallelen Messe vorzustellen. Wir präsentierten das Projekte EULE, in dem ein Lernportal für die Professionalisierung von Lehrenden der Erwachsenenbildung entwickelt wird. Hier ergaben sich interessante Gespräche mit IT-interessierten Vertreterinnen und Vertretern der Erwachsenenbildung aus Russland, Lettland und der Schweiz über die ähnliche Lage der Professionalisierung von Erwachsenenbildnerinnen und Erwachsenenbildnern in diesen Ländern. Besonders spannend war es im Rahmen der Konferenz Einblicke in weitere State-of-the-art-Technologien zu erhalten, Kontakte zu knüpfen, von Best-Practice-Beispielen anderer zu lernen, die wir in unsere aktuelle Arbeit einfließen lassen können.

Carmen Biel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung und Projektkoordinatorin des BMBF geförderten Projektes EULE.

Sonja Klante ist Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung und im Projekt EULE an der Lernangebotsentwicklung beteiligt.

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