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Online Deutsch lernen: eine reiche Fundkiste

Vieles hat sich verändert und ist neu entstanden nach der Flüchtlingswelle vom Herbst 2015. Zu den traditionellen Lernmaterialien für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) sind ganz neue Materialien – spezifisch für Geflüchtete – dazugekommen. Sie vergrößern nun den Ressourcenpool für den DaZ-Unterricht, wenden sich aber teilweise auch direkt an die Lernenden außerhalb von Kursen.

 

Vieles hat sich verändert und ist neu entstanden nach der Flüchtlingswelle vom Herbst 2015. Zu den traditionellen Lernmaterialien für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) sind ganz neue Materialien – spezifisch für Geflüchtete – dazugekommen. Sie vergrößern nun den Ressourcenpool für den DaZ-Unterricht, wenden sich aber teilweise auch direkt an die Lernenden außerhalb von Kursen. Die unterschiedlichen Ressourcen-Typen sind beachtenswert.

Basal für die Lernenden: Wörterbücher im neuen Gewand

Die vermutlich traditionellste Online-Ressource sind Wörterbücher. Beispielsweise ist das Online-Wörterbuch Deutsch-Arabisch von Langenscheidt kostenlos zugänglich. Sie sind in jüngerer Zeit durch Bildwörterbücher ergänzt worden, die das Deutschlernen anhand von Bildern unterstützen oder auch nur der unmittelbaren Verständigung durch Zeigen dienen. Dazu gehören zum Beispiel die Bildwörterbücher LanguageGuide, Dings, oder die Android-App ICOON für das Smartphone. Zum Vokabellernen mit Bildern eignen sich auch das Mini-Bildwörterbuch vom Hueber-Verlag oder das Basiswörterbuch in Bildern vom Österreichischen Integrationsfonds.

Bei Unterrichtenden heiß begehrt: Downloadressourcen

Sucht man generell nach frei zugänglichen Bildungsressourcen für den DaZ-Unterricht, findet man noch immer am häufigsten Ressourcen zum kostenfreien Herunterladen, beispielsweise von Verlagen wie Hueber, Klett und Schubert, von EU-geförderten Projekten wie Seagull oder MIKA, von einzelnen engagierten Unterrichtenden wie Graf-Gutfreund oder Wegerer oder von Instituten wie dem Goethe-Institut – darunter auch zusammengestellte Unterlagen für komplette Kurse. Hierbei sind auch ältere Ressourcen enthalten, und die große Menge ist eindrucksvoll.

Bausätze zum Selbermachen

Verfügbar sind auch Arbeitsblatt-Generatoren, die es Unterrichtenden ermöglichen, für jede Lerngruppe passende Arbeitsblätter zu erstellen. Beispiele gibt es vom Goethe Institut, beim Didaktisierungstool Lingofox oder bei Suchsel. Auch webbasierte Learning Apps (die auf Standgeräten und Tablets in Kursen nutzbar sind) kann man leicht für den jeweiligen Lernanlass selber erstellen, nämlich mit Unterstützung fertiger Vorlagen von LearningApps.org, einem Projekt der Pädagogischen Hochschule PHBern.

Hörtexte als Lernhilfe

Zum Herunterladen gibt es auch eine weitere spezielle Ressourcengruppe, nämlich Hörtexte. Beispiele sind unter Hörtexte-Deutsch oder unter Audio-Lingua zu finden. Es gibt sie auch mit dem jeweiligen Lokalkolorit, z.B. vom Tiroler Verein „Frauen aus allen Ländern“. Wer eine etwas synthetisch anmutende Sprache akzeptiert, kann sich auch mit dem Übersetzungsdienst von Google jeden Text vorlesen lassen oder eine Text-to-Speech-App installieren.

Internetverbindung vorausgesetzt

Als neuere Kategorie kommen dazu Online-Ressourcen, die nur bei bestehender Internetverbindung genutzt werden können. Viele davon fallen durch eine hohe LernerInnenorientierung und ansprechende Gestaltung auf, wobei sie einiges an digitaler Kompetenz voraussetzen. Sie sind durch Vokabel oder authentische Situationen sehr gut an die Situation der Lernenden angepasst und erlauben oft eine individualisierte Verwendung. Empfehlenswerte Beispiele finden sich im reichen Fundus des Goethe-Institut oder im zum-wiki der Zentrale für Unterrichtsmedien.

Deutsch Lernen mit dem Smartphone

Unter den existierenden Learning Apps für Mobilgeräte sind im Sinne von Gruppenarbeiten jene hervorzuheben, die sowohl für Android als auch für iOS, also Apple-Geräte angeboten werden. Dazu gehört beispielsweise der „Vokabeltrainer Deutsch“ (so zu finden in den App Stores) - welcher auch individuelle Wiederholungslisten erstellt. Dazu gehören aber auch komplexere Apps wie beispielsweise die „phase6 hallo erwachsene"-App (unter diesem Titel zu finden in den App-Stores) oder die Einsteig-Deutsch-App (zu finden unter „iwdl“ in den App-Stores). Beide arbeiten multimedial mit Text, Ton und Bild und ermöglichen auch Tonaufnahmen zur Kontrolle der eigenen Aussprache.

Gesucht: Wegweiser in der Fülle

Lernende wie auch Unterrichtende stehen also vor einer Fülle digitaler und frei zugänglicher Ressourcen zum Deutschlernen – und zwar wirklich für die Situation von MigrantInnen oder Flüchtlingen. Zugleich sind nicht alle Ressourcen ähnlich userInnenfreundlich, erwachsenengerecht oder gendersensibel. Was hierzu noch fehlt, ist ein eindeutiger Knoten oder Wegweiser in Netz – oder gar ein umfassendes, gut gewartetes Repositorium, das alle genannten Ressourcen-Typen umfasst und womöglich eine Art Qualitätskontrolle bietet. In Österreich wurde auf der Seite basibildung-alphabetisierung.at mit der Downloadaktion Deutsch ein wichtiger Impuls in diese Richtung gesetzt. Eine einschlägige Sammlung wird derzeit auch im Netzwerk MIKA auf ihre Qualität getestet und ist für die Veröffentlichung gedacht. Eine ausreichend vollständige und gepflegte Sammlung ist jedoch vorerst ein Desiderat.


Text/Redaktion: Birgit Aschemann/CONEDU

Author/Editing of original article in German: Birgit Aschemann/CONEDU

Bild/Image: CC0 Public Domain Maialisa/pixabay.com | hello-1502369_1280.png

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