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MOIN - moderieren, orientieren, integrieren, netzwerken. Interkulturelle wissenbasierte Weiterbildung für die Landwirtschaft

05/12/2018
von Denise Kappe
Sprache: DE

Lesedauer ca. 4 Minuten

Baukastensystem für die Weiterbildung in der Landwirtschaft

Im Projekt MOIN werden innovative Weiterbildungsformate für die Gruppe der „stillen Reserven“ entwickelt und erprobt. Diese Formate sollen praxisnahe Bedarfe der Betriebe berücksichtigen und gleichzeitig die Lücken, die durch demografischen Wandel, Qualifizierungsdefizite und Arbeitskräftemangel entstehen, füllen helfen. Im Projekt werden die zunehmenden Anforderungen der Arbeitswelt 4.0. berücksichtigt.

Partner des Projektverbunds

  1. Beschäftigung und Bildung e.V. (Hamburg)
  2. M2C Institut für angewandte Medienforschung an der Hochschule Bremen (Bremen)
  3. Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Fachbereich Weiterbildung (Oldenburg)

Entwicklungen in der landwirtschaftlichen Praxis

Landwirtschaftliche Strukturen in Deutschland, wie hier im Projekt in der Metropolregion Hamburg und Umgebung, unterliegen großem Wandel. Dies betrifft besonders die Hofbesitzer, Betriebsleiter und Mitarbeiter, die sich aufgrund der Automatisierung und Digitalisierung mit einem rasanten Wandel ihrer Arbeitsfelder und Arbeitsmittel konfrontiert sehen. Damit steigen auch die Anforderungen an die Mitarbeiterqualifikationen. Die Rekrutierung geeigneter Mitarbeiter gestaltet sich zunehmend schwierig aufgrund des demografischen Wandels und der wenig attraktiv wirkenden Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft. Dazu müssen sich Hofbetreiber zunehmend in die Rolle eines Unternehmers und Arbeitgebers hineinversetzen und die ihnen zu Verfügung stehenden Personalentwicklungsmöglichkeiten ausschöpfen können.

Quereinstieg als Lösungsansatz

Das dreijährige, vom BMBF-geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekt MOIN hat die Verzahnung von betriebsorientierter und personenbezogener bedarfsgerechter Weiterbildung der stillen Reserven zum Ziel. MOIN hat beispielhaft für die Metropolregion Hamburg und ihr Umland eine arbeitsplatznahe Qualifizierungssystematik entwickelt, die es Quereinsteigern ermöglicht, sich als Fachkraft in einem landwirtschaftlichen Betrieb zu etablieren.

Die Modelle des Vorhabens sollen praxisnahe Bedarfe der Betriebe berücksichtigen und gleichzeitig die Lücken, die durch demografischen Wandel, Qualifizierungsdefizite und Arbeitskräftemangel entstehen, füllen helfen. Im Projekt werden die zunehmenden Anforderungen der Arbeitswelt 4.0. einbezogen und Lösungsansätze im Rahmen der Digitalisierung der Arbeitswelt entwickelt.

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Mehrwert durch Baukastensystem

In Anlehnung an die assistierte Ausbildung soll für den gesamten Weiterbildungsprozess der Quereinsteiger eine Qualifizierungssystematik entstehen. Zentrale Bestandteile dieser Qualifizierung sind neben Basis-Branchenwissen, Sprachkompetenz und Prozessverständnis auch die Vermittlung von interkultureller Kompetenz und die Moderation von Kommunikationsnetzwerken, um eine nachhaltige Bindung an die Betriebe zu gewährleisten. Die landwirtschaftlichen Fachinhalte liegen im Zuständigkeitsbereich der beruflichen Weiterbildung der Landwirtschaftskammern. Zusätzlich werden geeignete Weiterbildungsmodule wie z.B. interkulturelle oder soziale Kompetenz, auch für Betriebe angeboten, die Quereinsteiger beschäftigen wollen.

Unterstützend sollen Personal- bzw. Business-Coaches, Fachexperten und ehrenamtliche Mentoren als MOIN-Experten den fachlichen Quereinstieg bedarfsgerecht begleiten. Flankiert wird der gesamte Prozess regional und überregional durch ein Online Portal, wo Selbstlerneinheiten, Foren und Fachwissen zentral zur Verfügung gestellt werden.

Digitale Berufspraxis

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Digitale Technologien in grünen Berufen tragen zur Optimierung technischer Betriebsabläufe bei und ermöglichen Arbeitserleichterungen in körperlich sehr belastenden Arbeitsfeldern. Im Bildungsbereich soll die Nutzung digitaler Lehr- und Lerninstrumente auf den späteren beruflichen Umgang mit digitalen Medien vorbereiten, die Qualität und Effizienz der agrarischen Berufsbildung positiv beeinflussen, aber auch Kommunikations- und Mediengewohnheiten der Lernenden berücksichtigen.

Im Kontext der beruflichen Aus- und Weiterbildung stellt die MOIN-Systematik eine ideale Ergänzung dar, indem sie die bisherige Lücke schließt zwischen der klassischen dualen Berufsausbildung und dem bisher möglichen Quereinstieg nach §45/2 (BBiG), der relativ lange Praxiszeiten voraussetzt und in einer Externenprüfung mündet. Durch MOIN werden die traditionellen Lernorte und -zeiten ergänzt durch flexible orts- und zeitunabhängige niedrigschwellige Lernsequenzen, flankiert durch intensiven Austausch zwischen Dozenten, Experten und Lernenden.

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Feedback und Kontakt:

Wir freuen uns über jedes Feedback und sind sehr daran interessiert unsere Erkenntnisse und Erfahrungen in neue innovative Europäische Projekte (z.B. Erasmus+ KA2, H2020) und auf Bundesebene einzubringen und weiterzuentwickeln. Das Projekt MOIN wurde bereits auf mehreren Europäischen Konferenzen in unterschiedlichen Kontexten präsentiert, z.B. im Hinblick auf regionalstrukturelle Entwicklung in ländlichen Räumen Europas oder digitale Erwachsenen- bzw. Weiterbildung.

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Denise Kappe
Für Kooperationen und mehr Informationen melden Sie sich bitte telefonisch unter Tel: +49 40 65 90 90 829 oder schreiben Sie Frau Kappe eine Nachricht per E-Mail oder über die Nachrichtenfunktion auf EPALE.

Zur Autorin:

Denise Kappe hat nach dem Magisterstudium der Kulturanthropologie, Ethnologie und Deutsche Literaturwissenschaft, bereits Erfahrung in verschiedenen Jobs in den Bereichen FuE Projektentwicklung, Kulturmarketing, Erwachsenenbildung, Weiterbildung und Blended Learning sammeln können.


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