European Commission logo
Ein Konto erstellen
Blog
Blog

Mit GRETA digitale Kompetenzen bilanzieren

Die Weiterentwicklung von GRETA sieht künftig auch verstärkt die Bilanzierung digitaler Kompetenzen von Lehrkräften vor.

GRETA unterstützt bei der Anerkennung von Kompetenzen (© DIE/Rothbrust)

Mit GRETA Kompetenzen bilanzieren © DIE/Rothbrust

Mit GRETA können Lehrende auch weiterhin ihre Kompetenzen kostenfrei bilanzieren lassen

Seit 2014 werden im Projekt GRETA Instrumente zur Anerkennung von Kompetenzen Lehrender in der Erwachsenenbildung entwickelt und erprobt. Seit 2021 haben Lehrende die Möglichkeit, ihre Kompetenzen über das PortfolioPlus kostenfrei bilanzieren zu lassen. Umso erfreulicher, dass vorerst dieses Angebot auch weiterhin bestehen bleibt. Denn das Projekt wurde nun vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis September 2022 verlängert. Das sind gute Nachrichten für alle Lehrenden (in Deutschland), die das Anerkennungsverfahren gerne noch kostenfrei nutzen möchten. Auch das Projektteam freut sich über die Verlängerung und die Möglichkeit, die Anerkennungsinstrumente weiterzuentwickeln und den aktuellen Bedarfen einer stärkeren Berücksichtigung digitaler Kompetenzen gerecht zu werden.

Kompetent Handeln in Training, Kurs und Seminar

Im Rahmen des Projekts GRETA wurden unter der Marke „GRETA – kompetent Handeln in Training, Kurs und Seminar“ ein Kompetenzmodell für Lehrende in der Erwachsenenbildung sowie ein darauf aufbauendes Anerkennungsverfahren – das PortfolioPlus – entwickelt. Das GRETA-Kompetenzmodell bildete zunächst alle generischen erwachsenenpädagogischen Kompetenzen ab, die für eine Lehrtätigkeit in der Erwachsenenbildung relevant sind. Das Modell ist unabhängig von den Beschäftigungsverhältnissen, dem Fach sowie den Anbietenden für alle Lehrenden gültig. Aufbauend auf dem GRETA-Kompetenzmodell wurde mit dem PortfolioPlus ein Anerkennungsverfahren entwickelt, welches Lehrenden die Möglichkeit bietet, ihre informell und non-formal erworbenen Kompetenzen zu reflektieren, sichtbar zu machen und mithilfe der Kompetenzbilanz gegenüber Dritten auszuweisen.

Das Anerkennungsverfahren wird derzeit im Rahmen des Projekts GRETA II pilotiert. Lehrende können das Anerkennungsverfahren rund um das PortfolioPlus kostenfrei nutzen und ihre informell erworbenen Kompetenzen anerkennen lassen. Einrichtungen der Erwachsenenbildung werden in die Erprobungsphase ebenso eingebunden und fungieren als Nutzungspartner, die beim Einsatz der Instrumente in ihrer Einrichtung gezielte Unterstützung durch das Projektteam erhalten. Die Erprobungsphase wurde nun bis September 2022 verlängert, sodass Lehrende weiterhin die Möglichkeit haben, die Instrumente kostenfrei zu nutzen.

Die Nachfrage ist hoch: Insgesamt sind bundesweit rund 20 Nutzungspartnerschaften etabliert und mehr als 300 Kompetenzbilanzen erstellt worden. Dabei wurden Einrichtungen und Lehrende aus ganz unterschiedlichen Teilbereichen der Weiterbildung erreicht. Der größte Anteil der Lehrenden kommt aus dem Bereich der allgemeinen und beruflichen Weiterbildung. Rund 63 Prozent der Lehrenden, die das PortfolioPlus ausgefüllt haben, ordnen sich der beruflichen Weiterbildung zu. Und es sind in der Mehrheit Lehrende, die die Lehrtätigkeit im Haupterwerb ausüben.

Was passiert in der Projektverlängerung bis September 2022?

Die Verlängerung des Projektes bis September 2022 dient also zum einen dazu, dass die entwickelten Instrumente weiterhin der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und bekannter gemacht werden können. Im Projekt wird untersucht, was Gelingensbedingungen und Herausforderungen bei einer Etablierung der Anerkennungsinstrumente im Feld der Erwachsenenbildung sind. Ein wichtiger Punkt ist aber auch die Weiterentwicklung der Instrumente mit Blick auf bisherige Evaluationsergebnisse und Bedarfe der Praxis.

Zum anderen liegt seit Sommer 2020 ein besonderer Fokus auf der stärkeren Integration digitaler Kompetenzen in das Kompetenzmodell und die Anerkennungsinstrumente. Um der wachsenden Bedeutung digitaler Kompetenzen Lehrender (Autorengruppe Bildungsberichterstattung, 2020) – nicht zuletzt durch die COVID19-Pandemie hervorgerufen (Christ & Koscheck, 2021) – auch im GRETA-Kompetenzmodell und den GRETA-Anerkennungsinstrumenten Rechnung zu tragen, werden digitale Kompetenzanteile stärker integriert. Das Vorgehen hierzu lehnt sich an die Modell- und PortfolioPlus-Entwicklung aus der ersten Projektphase an (Strauch, Bosche & Lencer, 2021) und vollzieht sich in einem engen Zusammenspiel von Praxis und Wissenschaft. Mithilfe einer Literatur- und Materialanalyse, Interviews und einer Befragung Lehrender wird das Modell um digitale Kompetenzanteile erweitert.

Im Rahmen des Projekts GRETA werden digitale Kompetenzen in einem engen Zusammenhang mit den erwachsenenpädagogischen Kompetenzen gesehen. Digitale Kompetenzen werden somit nicht als eigenständige Facetten oder Bereich im Kompetenzmodell, sondern als Anteile der bereits bestehenden Kompetenzfacetten verstanden. Das Modell 2.0 wird noch in diesem Jahr verfügbar sein über www.greta-die.de.


Literatur

Autorengruppe Bildungsberichterstattung. (2020). Bildung in Deutschland 2020. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildung in einer digitalisierten Welt. Zugriff am 21.05.2021. Verfügbar unter https://www.bildungsbericht.de/de/bildungsberichte-seit-2006/bildungsbericht-2020/pdf-dateien-2020/bildungsbericht-2020-barrierefrei.pdf

Christ, J. & Koscheck, S. (2021). Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Weiterbildungsanbieter: Vorläufige Ergebnisse der wbmonitor Umfrage 2020. BIBB-Preprint.

Strauch, A., Bosche, B., Lencer, S. (2021). Ein Referenzmodell für Kompetenzen Lehrender in der Erwachsenen- und Weiterbildung. Modellentwicklung zwischen Wissenschaft und Praxis. In: Weiterbildung (2), S. 28–31.

 


Über die Autorinnen

Dr. Anne Strauch ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Erwachsenbildung – Leibniz Zentrum für Lebenslanges Lernen in der Abteilung „Lehren, Lernen, Beraten“. Sie ist Projektkoordinatorin im Projekt GRETA und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Themen der Kompetenzfeststellung und Professionalisierung des Lehrpersonals.

Vanessa Alberti ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz Zentrum für Lebenslanges Lernen in der Abteilung „Lehren, Lernen, Beraten“. Im Rahmen des Projekts GRETA beschäftigt sie sich mit den Kompetenzen, der Kompetenzanerkennung und Professionalisierung von Lehrenden in der Erwachsenenbildung.

 

Login (0)

Want to write a blog post ?

Don't hesitate to do so! Click the link below and start posting a new article!

Neueste Diskussionen

Online Diskussion Umschulung & Höherqualifizierung: Förderung der generationenübergreifenden Zusammenarbeit

Nehmen Sie an dieser Online-Diskussion teil, in der wir untersuchen werden, warum und wie wir in den verschiedenen Sektoren oder Altersgruppen eine Umschulung und Höherqualifizierung anstreben müssen.

Zusätzlich

EPALE 2021 Schwerpunktthemen. Fangen wir an!

Das vor uns liegende Jahr wird wahrscheinlich wieder sehr intensiv, und daher laden wir Sie ein, es mit Ihren Beiträgen und Ihrer Expertise zu bereichern. Beginnen Sie doch einfach, indem Sie an unserer Online-Diskussion teilnehmen. The Online-Diskussion findet am Dienstag, dem 09. März 2021 zwischen 10.00 und 16.00 Uhr statt. The schriftliche Diskussion wird mit einem vorgeschalteten Livestream eröffnet, der die Themenschwerpunkte für 2021 vorstellt. Die Hosts sind Gina Ebner und Aleksandra Kozyra von EAEA im Namen der EPALE Redaktion. 

Zusätzlich