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Blog

Migration in der Europäischen Union - Konstanter Begleiter mit neuen Herausforderungen

22/05/2019
von Mona Schliebs
Sprache: DE
Document available also in: EN

Lesedauer circa 5 Minuten – Lesen, liken und kommentieren!


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Refugees Welcome - caseWORK

Die Europäische Union ist spätestens seit Mitte des 20. Jahrhunderts zentrales Zielgebiet vielfältiger Migrationsbewegungen. Obwohl das Thema Migration in der EU also seit langem aktuell ist, wurde es durch die sogenannte „Flüchtlingskrise“ im Jahr 2015 noch stärker ins Zentrum politischer und gesellschaftlicher Diskussion gerückt. Die enormen Zahlen an schutz- und asylsuchenden Menschen haben nicht nur Hauptaufnahmeländer, wie Deutschland, Frankreich und Griechenland, sondern die gesamte Europäische Union vor neue Herausforderungen gestellt. Auch wenn heute – fast vier Jahre später – die akute Ersthilfe zum Großteil überwunden ist und die Präsenz der „Flüchtlingskrise“ in den Medien abgenommen hat, bleibt das Thema aktueller denn je. Die Vielzahl an bewilligten Asylanträgen, der Familiennachzug sowie der immer noch vorhandene Zustrom an Migranten lassen die Zahl integrationsbedürftiger Bürger stetig ansteigen. Die Aufgabe einer langfristig erfolgreichen Integration Geflüchteter wird damit in allen Ländern der Europäischen Union immer präsenter.

Das Aufgabenspektrum hat sich verschoben - aber lange nicht aufgelöst

Seit Beginn der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 haben sich die Herausforderungen auf politischer, gesellschaftlicher und struktureller Ebene verändert. Zunächst stand vor allem die akute Ersthilfe und Versorgung der neuangekommenen Schutzsuchenden an vorderster Stelle. Damit einhergehend galt es, die entsprechenden Rahmenbedingungen für eine kurz- oder auch langfristige Aufnahme der Menschen zu schaffen. Notunterkünfte und Erstaufnahmeeinrichtungen mussten schnellstmöglich zur Verfügung gestellt oder gar neu errichtet werden, Infrastrukturen, Personal und Zuständigkeiten an die Extremsituation angepasst und Grenzkontrollen verstärkt werden.

Der enorme Zustrom an Neuankömmlingen und damit auch der Bedarf an Ersthilfe ist mittlerweile zurückgegangen. Nach der Verarbeitung und Bewertung der Asylantragswelle müssen sich besonders die Hauptaufnahmeländer in der Europäischen Union nun mit Fragen der langfristigen und erfolgreichen Integration von Flüchtlingen auseinandersetzen und stehen damit vor einer zeitintensiven und komplexen Aufgabe, die von Behörden und Ämtern alleine kaum geleistet werden kann.

Die Bedeutung Ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer im Bereich Migration

Besonders zu Beginn der Flüchtlingskrise haben ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie Freiwillige einen ganz wesentlichen Anteil zur Bewältigung der Erstaufnahme und -versorgung der Asyl- und Schutzsuchenden beigetragen. Besonders in Deutschland aber auch in anderen Ländern der Europäischen Union haben sich die ikonischen Bilder der sogenannten „Willkommenskultur“ medial schnell verbreitet und in den Köpfen der Menschen festgesetzt.

Im Rahmen dieser immensen Hilfsbereitschaft bei akuten Aufgaben, wie der Essens- oder Kleiderausgabe galten Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer regelrecht als Motor der Aufnahme und Integration Asylsuchender. Heute ist es sehr viel ruhiger geworden und die mediale Berichterstattung sowie die generelle Stimmung haben sich verändert. Doch gerade angesichts der zeitaufwendigen Aufgabe der Integrationshilfe sind Ehrenamtliche wichtiger denn je und machen durch ihr persönliches Engagement viele Integrations-Programme überhaupt erst möglich. Die Unterstützung und Förderung des Ehrenamtes in den Ländern der europäischen Union ist deshalb eine zentrale Aufgabe, der sich das Institut für Lern-Innovation der Universität Erlangen-Nürnberg im Rahmen digitaler Erwachsenenbildung in besonderem Maße zugewandt hat.

Digitale Bildungsangebote für den Ehrenamtssektor im Bereich Asyl und Integration

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caseWORK

Das Institut für Lern-Innovation koordiniert das Erasmus+ Projekt CaseWORK und arbeitet in Kooperation mit vier weiteren Ländern – Slowenien, Griechenland, Italien und Österreich - an der Erstellung eines kostenlosen Online-Trainingsseminars für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die im Bereich Asyl und Integration tätig sind. Das Trainingsseminar beinhaltet insgesamt drei Lernmodule, welche Freiwillige dazu befähigen, sich über Rechtsfragen, aktuelle Entscheidungen und Entwicklungen zu informieren, ihre interkulturellen Kompetenzen zu stärken und psychologische Unterstützung einzuholen, die auf ihre besonderen Bedürfnisse und täglichen Herausforderungen zugeschnitten ist - all das ist online und jederzeit zugänglich. Durch die flexible Bereitstellung digitaler Materialien sollen informelle und non-formale Bildungsangebote auch für die Zielgruppe ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer zugänglich gemacht werden, ohne die zeitlichen Kapazitäten zusätzlich zu beanspruchen und den Alltag zu beschweren.

Sie wollen mehr über CaseWORK erfahren? Lesen Sie im nächsten Beitrag mehr über das Projekt und informieren Sie sich über die Rahmenbedingungen des Online-Trainingsseminars für Ehrenamtliche Helfer*innen aus dem Bereich Asyl und Integration!

Bildrechte: Adobe Stock -hanohiki; Logo -caseWORK


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Mona Schliebs Erasmus+ Projekt caseWORK
Über die Autorin: Mona Schliebs ist seit 2017 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Lern-Innovation tätig und arbeitet dort im Kontext Digitalisierung in der Erwachsenenbildung. Im Rahmen Ihrer Tätigkeiten ist sie unter anderem für die Koordination des Projekts CaseWORK zuständig.


Lesen Sie hierzu auch die anderen Beiträge zur EPALE Themenwoche zur Europawahl 2019 - Europa gemeinsam gestalten! 

Digitale Bildungsangebote für eine gelungene Integration von Flüchtlingen in der EU

Mona Schliebs, Institut für Lern-Innovation (ILI), Deutschland

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Erasmus+ caseWORK Logo
Wie kann digitale Bildung im Sinne informellen oder non-formalen Lernens einen Beitrag zum Thema Migration in der europäischen Union leisten? Das Institut für Lern-Innovation der Universität Erlangen-Nürnberg hat sich mit eben dieser Frage auseinandergesetzt. Ergebnis der Überlegungen ist das Erasmus+ Projekt CaseWORK, das in Kooperation mit vier weiteren EU-Ländern durchgeführt wird: Slowenien, Italien, Griechenland und Österreich. Ziel ist es, eine langfristige und erfolgreiche Integration Geflüchteter zu unterstützen. Lesen Sie mehr über die Arbeit von caseWORK in diesem Blog!

 

Sprache(n) verbinden – Spracharbeit mit Geflüchteten

Thomas Fritz, lernraum.wien, Österreich

Viele Menschen müssen vor Gewalt, Krieg und der Zerstörung ihrer Lebensumwelt flüchten. Auf der erleiden sie häufig Traumata, die im so genannten Ankunftsland durch vorherrschende Diskurse zu Obergrenzen und Grenzzäunen häufig noch verstärkt werden. Schwierig ist vor allem das Erleben von Sprachverlust und das Unvermögen, so zu kommunizieren, wie man es gewohnt war. Thomas Fritz, Leiter des lernraum.wien, schreibt in seinem Blogbeitrag über Sprachverlust, Spracharbeit und gegenseitigen Sprachaustausch in der Arbeit mit Geflüchteten.

Können Solidarität und Toleranz gelehrt werden?

Herbert Langthaler, asylkoordination Österreich

Die asylkoordination Österreich ist seit 25 Jahren im Bereich der schulischen Bildung und Erwachsenenbildung tätig. Sie möchte einerseits Österreicherinnen und Österreichern die Situation von Menschen auf der Flucht und von Schutzsuchenden in Österreich näherbringen. Andererseits bietet sie gezielt antirassistische Bildungsangebote an, um Mechanismen rassistischer Denkmuster sowie Vorurteile und Diskriminierung aufzudecken. Die Arbeit der asylkoordination und die derzeitigen Herausforderungen beschreibt Herbert Langenthaler in diesem Blog.

 

Magazin erwachsenenbildung.at: Flucht, Migration und Bildung

Conedu, Österreich

Das Thema Migration beschäftigt zunehmend die Erwachsenenbildung. Vor allem im Hinblick auf folgende Fragen: Welche Kompetenzen bringen Geflüchtete mit? Welche Ausbildungen können wie anerkannt werden? Welche Bildungsmaßnahmen sind passend für Menschen aus anderen Bildungssystemen? Und wie geht die Erwachsenenbildung, die selber mitten in einem Professionalisierungsdiskurs steckt, mit diesen Fragen um? Einen Einblick bietet hier die 31. Ausgabe des Magazins erwachsenenbildung.at.

 

Paradoxe aus dem Leben einer Sprachprüferin

Ina Ferbežar, Slowenien (Übersetzung aus EN)

Ina Ferbežar vom Centre for Slovene as a Second and Foreign Language („Zentrum für Slowenisch als Zweit- und Fremdsprache“) arbeitet als Sprachlehrerin. Eine ihrer Aufgaben ist die Abnahme von Prüfungen zum Nachweis der Sprachkenntnisse für angehende Staatsbürger*innen in Slowenien. In diesem Blobeitrag beschreibt sie ihre persönlichen Erfahrungen und diskutiert, ob der Fremdsprachenunterricht in Slowenien an sich eine Hürde für Migrant*innen darstellen könnte.

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