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Blog

Migranten und Flüchtlinge sind eine Chance: 9 wichtige Lektionen aus Schweden

15/12/2016
by Mats Ehn
Sprache: DE
Document available also in: EN HU ES FR IT PL ET LT

 

 

Mats Ehn, der Vorsitzende von FOLAC (Folkbildning–Learning for Active Citizenship) in Schweden, berichtet über Möglichkeiten, wie Erwachsenenbildung Migranten und Flüchtlingen helfen kann.

Schweden ist seit Jahren ein Einwanderungsland. Folkbildning (externer Link), die staatlich finanzierte Organisation der Zivilgesellschaft im Bereich Erwachsenenbildung, engagiert sich seit langem in der Arbeit mit Flüchtlingen und Migranten. Mit seinen 154 Volkshochschulen und 10 nationalen Studieneinrichtungen verfügt Schweden über eine nationale Infrastruktur der folkbildning, die im ganzen Land präsent ist. Rund 30 % der Teilnehmer an Weiterbildungskursen, die von Volkshochschulen organisiert werden, sind nicht in Schweden geboren, und 3.000 Flüchtlinge, die vor kurzem ihre permanente Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben, nehmen an Kursen teil, die ihnen eine Einführung in die schwedische Gesellschaft und den schwedischen Arbeitsmarkt bieten.

Die Zahl der Flüchtlinge in Europa ist 2015 stark gestiegen, und Schweden zählt zu den Ländern, die besonders viele Flüchtlinge aufgenommen haben. Dank der vorhandenen folkbildning-Infrastruktur konnten sich Volkshochschulen und Studienorganisationen ohne große Vorbereitung für Flüchtlinge engagieren. Volkshochschulen haben sich zum Beispiel um die Unterbringung minderjähriger Flüchtlinge gekümmert, die allein nach Schweden gekommen sind. Außerdem haben sie für Asylbewerber Sprachkurse mit der Bezeichnung „Schwedisch für Anfänger“ durchgeführt.

Viele Asylbewerber wurden in kleinen Gemeinden auf dem Land untergebracht, wo sie einen großen Teil der Gesamtbevölkerung stellen. Im Rahmen des ImplOED-Projekts (siehe Kästchen) haben wir einige Kommentare aus den Volkshochschulen zusammengetragen, aus denen hervorgeht, was sie tun, um die Integration von Flüchtlingen zu fördern und Fremdenfeindlichkeit und die Angst vor Fremden zu bekämpfen.

 

 

 

Das ImplOED-Projekt

 An dem Projekt Implementing Outreach, Empowerment and Diversity (ImplOED) (externer Link) nehmen 11 europäische Organisationen teil, die sich für mehr Integration in Europa durch Erwachsenenbildung einsetzen. Gemeinsam haben wir methodische Leitlinien entwickelt, die es Anbietern von Erwachsenenbildung ermöglichen, marginalisierten Gruppen die Teilnahme an der Gesellschaft als aktive Bürger zu ermöglichen. Diese Leitlinien betonen: 

  • die Bedeutung von Beziehungen auf der Grundlage von Vertrauen
  • das Eingehen auf die Anliegen der Lernenden und die Anerkennung ihrer konkreten Lebenssituation
  • die Planung von Aktivitäten gemeinsam mit den Teilnehmern
  • das Öffnen von Türen in der Gesellschaft
  • die Berücksichtigung von Personen, die als Vorbild dienen können

 

Wir haben auch politische Empfehlungen für Entscheidungsträger entwickelt, die ihnen zeigen, wie man das Potential der Erwachsenenbildung für die Integration von Flüchtlingen nutzen kann. Dabei geht es vor allem um: 

  • die Beseitigung von Schranken für die Teilnahme an den Kursen
  • die Stärkung der Strukturen der Erwachsenenbildung
  • die Sicherstellung einer kontinuierlichen Finanzierung
  • Investitionen in die Weiterbildung und Professionalisierung von Erwachsenenbildnern
  • die Entwicklung von Systemen für die Validierung von Vorkenntnissen

die Verringerung der Kluft zwischen formaler und nicht formaler Bildung

 

Aus diesen Erfahrungen ergeben sich wichtige Schlussfolgerungen und Empfehlungen:

  • Ergreifen Sie die Initiative, wenn Flüchtlinge ankommen, und warten Sie nicht, bis der Staat etwas unternimmt.
  • Verwandeln Sie die Volkshochschule in einen Treffpunkt für die Zivilgesellschaft vor Ort und ermöglichen Sie Flüchtlingen, an lokalen Aktivitäten wie Fußball, Musik und Handwerk teilzunehmen.
  • Organisieren Sie Partys und Veranstaltungen, damit die Menschen die Möglichkeit haben, sich gegenseitig kennenzulernen.
  • Sorgen Sie dafür, dass alle Volkshochschulkurse sich an gemeinsamen Aktivitäten mit den Flüchtlingen beteiligen.
  • Ermöglichen Sie es den Asylbewerbern, eigene Aktivitäten in den Räumen der Volkshochschule zu veranstalten.
  • Organisieren Sie Sprachtreffs, um den Flüchtlingen die Möglichkeit zu geben, die Sprache im Kontakt zu den Menschen vor Ort zu lernen.
  • Sehen Sie in den Neuankömmlingen eine Chance für die lokale Entwicklung, und setzen Sie sich für bessere öffentliche Dienstleistungen ein.
  • Pflegen sie gute Beziehungen zu den städtischen Behörden und den Arbeitsämtern.
  • Denken Sie langfristig!

Für viele der Gemeinden auf dem Land, die Probleme mit Bevölkerungsrückgang und alternder Bevölkerung haben, stellen die Neuankömmlinge eine große Chance für Entwicklung und Innovation dar.

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1 - 2 von 2 anzeigen
  • Bild des Benutzers Petra Dénes
    Napjainkban rengeteg negatív hírt hallunk, látunk a médiában és alig-alig bukkannak fel ilyen pozitív intézkedések, mint amit ebben az írásban olvastam. Abszolút egyetértek azzal, hogy nem a hatóság intézkedését kell megvárni, hanem a hozzá értő személyeknek, pedagógusoknak össze kell fogni és segíteni a rászorulókon, akik tényleg reménytelien, menekültként érkeznek Európába. Utóbbi lépéssel hátha a lakosság menekült ügyi megítélése is pozitív irányba mozdulna.
  • Bild des Benutzers Kálmán Nagy
    A menekültekkel történő zenei munka rendkívül hasznos a társadalmi beilleszkedés szempontjából. Kapcsolatban állok az El Sistema Europe néhány képviselőjével, akik hozzánk hasonlónak hátrányos helyzetű vagy éppen bevándorló családok gyerekeit tanítják csoportosan zenélni Bécsben ill. Lisszabonban. Meggyőződésem, hogy az együtt zenélés élménye és a közösségi lét maradandó pozitív változásokat okoz az ember életében és nagymértékben hozzájárul az önbecsülés növeléséhez.