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LINK – Künstliche Intelligenz und Kultur?!

Hologramme tanzen, ein Roboter ersetzt den Lehrenden, Musik, Literatur und Kunst entstehen nicht mehr im Kopf eines Menschen, sondern in der Verbindung von Schaltkreisen und Datenchips? In Wirtschaft und Industrie ist Künstliche Intelligenz bereits angekommen – nicht so in der Kultur. Das wollen wir ändern!

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KI-Schule

Kultur gestaltet Zukunft

Im Sommer 2018 trat die Stiftung Niedersachsen mit der Entwicklung des neuen Förderprogramms LINK eine experimentelle Forschungsreise an, um die Kulturszene in Niedersachsen zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) anzuregen und die Möglichkeiten von KI-Anwendungen in Kunst und Kultur auszuloten. Das Programm beinhaltet eine einführende Tagung als Auftakt (Mai 2019), eine KI-Schule für Kulturschaffende (November 2019 bis Mai 2020) und die Entwicklung und Förderung von bis zu fünf Projekttandems aus Künstler*innen und Wissenschaftler*innen.

Der Auftakt der Kooperation zwischen Kultur und KI

Die einführende Tagung wurde im Mai 2019 in Hannover mit 165 Kulturschaffenden und an Kultur interessierten Data Scientists durchgeführt. Am ersten Tag erhielten die Teilnehmer*innen in sieben Vorträgen einen strukturierten Einstieg in das Thema und konnten am Abend ein umfangreiches Kulturprogramm aus der Welt der Künstlichen Intelligenz im Kunstverein, Literaturhaus und Kommunalen Kino genießen. Am zweiten Tag wurde in spartenspezifischen Workshops die Diskussion anhand von Praxisbeispielen intensiviert, Kontakte geknüpft und Projektideen für eigene KI-Anwendungen gesammelt.

Die KI-Schule: mit Python Picasso malen

Die Einsatzmöglichkeiten von Methoden der Künstlichen Intelligenz im Kulturbereich scheinen analytisch und kreativ schier unbegrenzt. Es werden „neue“ Werke von Rembrandt oder Picasso generiert, die 10. Sinfonie von Beethoven vollendet, weitere Sonette im Stile Shakespeares verfasst. Damit Kulturschaffende KI in ihrem Arbeitsbereich erproben können, werden zuallererst Programmierkenntnisse und ein Methodenkatalog benötigt.

In der KI-Schule wird in anwendungsnahen Projekten die Grundlage für die Entwicklung von Machine Learning Modellen im Kulturbereich vermittelt. In den ersten vier Monaten des Kurses werden anhand von vorgegebenen Projekten aus den Bereichen Musik, Kunst und Literatur zunächst die Arbeitsweisen erlernt und erste künstlerische Experimente durchgeführt. Mit den erworbenen Fähigkeiten können in den folgenden zwei Monaten individuelle Projekte im Austausch mit den anderen Teilnehmer*innen und mit Unterstützung der Dozent*innen umgesetzt werden.

Die KI-Schule richtet sich an technisch interessierte, aber nicht zwingend vorgebildete Kulturschaffende. Der Kurs ist auf 20 Teilnehmer*innen begrenzt, um kleine Lerngruppen zu ermöglichen. Das Schulungsprogramm erfolgt über Online-Vorlesungen und Programmieraufgaben mit wöchentlichen Sprechstunden und monatlichen Blockveranstaltungen in Hannover zur Klärung offener Fragen und zur Beratung. Es werden kostenfreie Online-Tools genutzt, so dass die Teilnehmer*innen lediglich einen eigenen Laptop benötigen. Die hauptsächliche Programmiersprache ist „Python", innerhalb der es eine Vielzahl an Bibliotheken und Werkzeugen gibt, um neuartige Kulturprojekte zu entwickeln. 

Ein Zwischenfazit

Von den 20 Teilnehmer*innen kommen zwei aus der Musik, vier aus Museen, eine aus der Architektur, eine aus der Literatur, fünf aus der Kunst, vier aus dem Theater, zwei aus dem Film und eine aus der Bildung. Das Spektrum der Motivationen und eigene Projektideen sind ebenso vielfältig wie die Vorkenntnisse und der Erfahrungsstand. Schon am ersten von sieben Präsenztagen zeichnete sich ab, dass einige Teilnehmer*innen große Schnittmengen in ihren Interessensgebieten haben und im weiteren Verlauf des Kurses gemeinsam an Projekten arbeiten konnten.

Nachdem anfängliche Unsicherheiten überwunden waren und mit dem Fortschritt des Kurses auch eine gewisse Orientierung in den doch recht fremden Inhalten aufkam, konnten wesentlich gezieltere Fragen gestellt werden. In den weiteren inhaltlichen Kapiteln werden sich viele Elemente wiederholen und so kann das Pensum leichter bewältigt werden. Es ist nicht nur möglich, sondern macht unbedingt Sinn Kulturschaffenden das Programmieren von Algorithmen zu vermitteln. Durch ihre ganz eigene Sicht auf das Datenmaterial und eine individuelle Arbeitsweise erzielen sie andere Ergebnisse und stellen andere Fragen als es Informatiker*innen tun würden.


Kehren Sie zur EPALE-Themenwoche „Zeitgemäße Bildung: Wie gehen wir mit Künstlicher Intelligenz um?“ zurück und lesen Sie auch die anderen spannenden Beiträge zum Thema!


Über die Autorin: Dr. Tabea Golgath ist Referentin für Museen und Kunst in der Stiftung Niedersachsen und leitet das Förderprogramm LINK. Als Landeskulturstiftung engagiert sich die Stiftung Niedersachsen für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Bildung in Niedersachsen. Sie stärkt durch die Förderung gemeinnütziger Projekte die kulturelle Vielfalt im Land und ist durch zehn eigene Programme operativ tätig. 

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