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Lebenslang Lernen auf Englisch

28/10/2019
von Julia Göhring
Sprache: DE

Lesedauer: circa 5 Minuten - Lesen, liken und kommentieren!

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Diese leuchtend rote Tür zum International Project Center (IPC) hat Detlef Kullmann schon häufig geöffnet. Die Kursräume sind für ihn fast wie ein zweites Zuhause. (Foto © privat | Detlef Kullmann)

Diese leuchtend rote Tür zum International Project Center (IPC) hat Detlef Kullmann schon häufig geöffnet. Die Kursräume sind für ihn fast wie ein zweites Zuhause. (Foto © privat | Detlef Kullmann)


Lebenslang Lernen auf Englisch

Detlef Kullmann bildet sich seit über zehn Jahren im Südwesten Englands fort


Detlef Kullmann nutzt die Möglichkeiten der mit Erasmus+ und seinen Vorgängerprogrammen geförderten Auslandsfortbildung für Bildungspersonal in der Erwachsenenbildung schon seit 2008. Von Aufenthalten in Exeter und Bath hat der Dozent und Trainer für Englisch und interkulturelle Kommunikation fachlich und persönlich stark profitiert.

Zusammen mit Lehrkräften aus Polen und der Türkei grübelt Detlef Kullmann über einem Foto. Das Bild zeigt einen Mann, der vor einem Polizisten kniet. Was ist dort passiert? Und wie geht es weiter? Der Auftrag: eine Geschichte zu dem Foto entwickeln und vorspielen. Und als wäre das nicht schon schwer genug, soll die Gruppe das improvisierte Theater auch noch in Englisch aufführen.

„Drama Techniques for the English Language Classroom“ so lautet der Titel der Fortbildung, die der Sprachdozent und -trainer im englischen Städtchen Exeter besucht. „Wir waren so involviert in die Aufgabe, dass alle ihre Hemmung vergessen haben, Englisch zu sprechen“, berichtet er von seinen Erfahrungen. Genau das will der Kurs vermitteln: spielerische Strategien, die Sprachlernende ermutigen, ihre „Sprachschüchternheit“ zu überwinden.  Und von solchen Strategien braucht ein Sprachdozent viele.

Auch deshalb ist dies ist bereits der sechste Fortbildungskurs in England, den Detlef Kullmann besucht. Bis auf einen wurden sie alle von Erasmus+ und dem Vorgängerprogramm Grundtvig gefördert. Aber bei seinen Fortbildungs-Reisen hat der Sprachdozent nicht nur seinen didaktischen und sprachlichen Wissensschatz erweitert, sondern auch versucht, so viel wie möglich über Land und Leute zu erfahren. Und so wirken sich die Fortbildungs-Aufenthalte für Detlef Kullmann auf mehreren Ebenen positiv aus.

Lebendiges Material für den Unterricht sammeln

Neben typischen englischen Reihenhäusern beeindruckt Exeter auch mit einer gotischen Kathedrale.Zum einen sind sie eine sprudelnde Quelle für lebendige Unterrichtsthemen für seine Sprachkurse in Deutschland. „Ein Klischee über England ist zum Beispiel das wechselhafte, oft schlechte Wetter. Tatsächlich redeten bei den Fortbildungen in Exeter spätestens am dritten Kurstag fast alle Kurs-Teilnehmenden darüber“, amüsiert sich Detlef Kullmann. Denn vor Ort erlebe man, dass sich das Wetter tatsächlich alle zwei bis vier Stunden ändere und es oft regne. Großbritannien sei eben eine Insel, über die das Wetter ungestört ziehen könne, ergänzt er. Landeskunde fasziniert den Englischdozenten – und das kommt auch seinen Schülerinnen und Schülern zugute. Detlef Kullmann hat während seiner Auslandsaufenthalte einen nützlichen Vorrat an praktischen Unterrichtsmaterialien gesammelt, etwa ein Immobilien-Exposé von einem viktorianischen Reihenhäuschen, Speisekarten, Karten für ein Bingo-Spiel, Fragen und Antworten eines Pub-Quiz. „Ich kann so viel insbesondere über Exeter in meine Unterrichte einbringen, dass einmal eine Schülerin meinte `Ich will auch nach Exeter!´“, freut sich Detlef Kullmann. Um sein Wissen noch zu vertiefen, schenkte er sich selbst – „zu meinem 50. Geburtstag“ – 2013 den Lehrgang „British Institutions, Language and Culture“ am International Projekt Center (IPC).

Einer großen Liebe folgenHinzu kommt: England und der englischen Sprache gilt auch persönlich seine Liebe. Eine dampfende Tasse Tee und warme Scones, ein typisch englisches Gebäck, auf dem die traditionelle Clotted Cream mit der Himbeermarmelade zerfließt – Detlef Kullmann erinnert sich lebhaft an einen Cafe-Besuch während seines ersten Lernaufenthaltes in Exeter 2008: „Mir wurde warm ums Herz“. Am International Project Center (IPC) erwirbt er damals Techniken, mit denen man Sachfächer in einer Fremdsprache unterrichten kann. In seiner Freizeit besucht er Stadtführungen, Burgen und Moore. Begleitet hat ihn die englische Sprache schon immer: Als Jugendlicher lebt er zwei Jahre mit seiner Familie auf Zypern, in Kenia arbeitet er auf einer Ausgrabung, in Harvard in Neuengland, USA, hat er studiert. „Auch auf Zypern und in Kenia ist Englisch eine der Amtssprachen“, erläutert er.

Sprachkenntnisse und Lehrfähigkeiten erweitern – und weitergeben

Vor allem aber unterstützt die Teilnahme an den Fortbildungen Detlef Kullmann dabei, die fachliche Qualität seiner Arbeit als Englischdozent zu sichern und weiter zu entwickeln. „Regelmäßige Fortbildungen sind in meinem Beruf sehr wichtig. Besonders wertvoll für mich war das international anerkannte Zertifikat für Lehrende von Business English der Londoner Industrie- und Handelskammer“, erklärt er. Neben Volkshochschulen zählen auch Firmen zu seiner Kundschaft. Durch die Aufenthalte frische er die Flüssigkeit im Ausdruck ebenso auf wie die richtige Intonation, erklärt Detlef Kullmann. „Und in den Kursen habe ich alle notwendigen Vokabeln präsentiert bekommen, um meinen Englischunterricht und den in interkultureller Kommunikation auf Englisch bestreiten zu können“, ergänzt er.

Die Erfahrungen mit den „Drama Techniques“ konnte Detlef Kullmann an der VHS Viersen zudem innerhalb eines eintägigen internen Workshops mit anderen Kursleiterinnen und Kursleitern, die an Fortbildungen teilgenommen hatten, an „Daheimgebliebene“ weitergeben. Nachdem er selbst so gute Erfahrungen gemacht habe, nutze er ohnehin jede Gelegenheit, Kolleginnen und Kollegen sowie Schülerinnen und Schüler zu ermutigen, sich auch um eine Erasmus+ Förderung zu bemühen, betont Detlef Kullmann.

Freundschaften knüpfen

Detlef Kullmanns Zimmer bei seinen „Gasteltern“ lag im roten Obergeschoss eines Reihenhauses.Und natürlich bieten die Aufenthalte auch Gelegenheiten, beruflich und privat Kontakte zu knüpfen. So taucht der Englischdozent während der Kurse tief in das Alltagsleben der Briten ein, in dem er bei „Gasteltern“ wohnt, nicht im Hotel. In Exeter etwa war es das Rentnerpaar Doris und Tom, die ihn mit Bed & Breakfast, Lunchpaketen und netten Gesprächen versorgten. Zu Gastmutter Doris besteht noch heute eine Freundschaft (Tom ist mittlerweile leider verstorben), Silvester 2018 feierten sie sogar zusammen den Jahreswechsel. Außerdem knüpfte Detlef Kullmann in den Kursen Kontakte zu europäischen Kolleginnen und Kollegen, aus denen unter anderem ein Beitrag für eine Publikation einer Kollegin in Rumänien hervorging.

Dabei bleiben

Neben einem Buchprojekt über deutsch-britische Landeskunde plant Detlef Kullman nun seine nächste Fortbildung. Diesmal soll es gleich ein ganzes Studium sein: Master of Education. Wo? In Exeter, England, natürlich.


Zur Autorin: Julia Göhring ist freie Autorin und Diplom-Kulturpädagogin in Köln. Sie arbeitet zu unterschiedlichen Themen aus Bildung, Politik und Gesellschaft. In diesem Kontext befasst sie sich seit vielen Jahren auch mit Themen der Erwachsenenbildung.


Fotos: © privat | Detlef Kullmann


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