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Blog

Im Digitalzeitalter von 3 bis 99 Jahren gemeinsam lernen: Feedback von zwei Challenges des Hackathon.

12/04/2018
von Hélène Paumier
Sprache: DE
Document available also in: FR EN

Übersetzung (Französich - Deutsch) : EPALE France

Am 14. und 15. Oktober 2017 kamen in den Räumlichkeiten des IFCAM in Montrouge (Corporate-University des Crédit Agricole Mutuel, Partner und Sponsor des Hackathon) nahezu 200 Personen diverser Horizonte zusammen: Ausbildungsstruktur, HR, Agentur, Unternehmen, Start-up, Entwickler, Studenten, Schüler und viele andere. 33 Stunden lang (Marathon) haben sie gemeinsam in anregendem, wohlwollendem Ambiente neue Wege gesucht (Hacker). Ihre Überlegungen betrafen auch ein Schlüsselthema, das an ein europäisches Hauptanliegen anknüpft: Im Digitalzeitalter von 3 bis 99 Jahren gemeinsam lernen. Und natürlich war EPALE würdig vertreten! Die Agentur Erasmus+ Frankreich / Education Formation agierte als Sponsorin dieser Veranstaltung und hatte Marie-Pierre Chalimbaud und Hélène Paumier zugleich als Vertreterinnen der EPALE Challenge und als Teilnehmerinnen entsendet. Der EPALE Frankreich Themenexperte Jean Vanderspelden wiederum war als Mitglied des Sponsoring-/Logistikteams bei der Vorbereitung und als Teilnehmer mit dabei. Der Hackathon als globales Thema bot uns die Möglichkeit, uns intensiv mit mehreren Themen zu befassen. 

 

Challenge 2 und 3: „Der Stellenwert der Emotionen – besonders des Humors – beim Lernen

 

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Jean: Unser Ausgangsthema lautete „Der Stellenwert der Emotionen – besonders des Humors – beim Lernen“ Dieses 2. von 3 Challenges war von einem Start-up und Partner dieses Hackathons vorgeschlagen worden, das die ungewöhnliche Veranstaltung, die für uns drei eine Premiere war, dazu nutzen wollte, die verschiedenen Aspekte dieser Frage zu sondieren.

Wie wir an das Thema herangegangen sind: Am Samstagmorgen begann zwischen den rund fünfzehn Teilnehmern unseres Workshops, die vielen verschiedenen Bereichen entstammten, ein reger Austausch mit Argumenten, Gegenargumenten und sogar ansatzweise einer Erörterung, wie das Konzept der „Ausbildung“, des Lernens, einzugrenzen ist. Wir stellten vor allem fest, dass jeder entsprechend seines persönlichen Hintergrunds (Unternehmen, Beratungsunternehmen, Start-up, Planer, Berater, Ausbilder, Pädagoge, Lehrer, ...) unterschiedliche, nicht immer konvergierende Realitäten des Lernens zwischen 3 und 99 Jahren beschrieb. Der gemeinsame Nenner, der uns den Übergang zur zweiten Ebene bzw. vom Lernen zu den Emotionen, erlaubte, war die Anerkennung der multimodalen Dimension des Lernens, in der der Einsatz der digitalen Medien an Bedeutung gewinnt. In dieser Runde haben wir versucht, diejenigen Faktoren zu bestimmen, die eine Berücksichtigung der Emotionen bei der Einbeziehung des Lernenden erleichtern. Vor diesem Hintergrund fand der Übergang von einer Reflektion über[1] den „Stellenwert der Emotionen“ zur einer Suche nach den technischen Bedingungen statt, die im Verlauf einer Ausbildung den „Ausdruck der Emotionen“ ermöglichen.

Zum Schluss ging es darum, den Freiheitsgrad zu erfassen, der einem Lernenden in den einzelnen Ausbildungssystemen zugestanden werden kann (oder nicht), um seine eigenen Entscheidungen in Bezug auf den Ablauf der angebotenen Ausbildungsaktivitäten so ausdrücken zu können, und bei Bedarf zu zögern, zu wählen und anzuwenden. Dazu haben wir uns einen „Lerngenerator“ ausgedacht, der den Lernenden eine neue Anerkennung bietet. Diese Anerkennung wäre die Grundlage für eine neue Berücksichtigung und Valorisierung der zum Ausdruck gebrachten, von den Mitlernenden und durch die Ausbildungsstrategien des pädagogischen Teams hervorgerufenen Emotionen. Auf den letzten Metern unseres Marathons wurde ein 4-minütiger Pitch zur humorvollen Vorstellung des Prototyps unseres „Lerngenerators“ vorbereitet. Dieser wurde mit großem Erfolg vor der Jury präsentiert und bildete sonntags am Spätnachmittag den Abschluss unseres Hackathons #hckape. Wir haben die Gelegenheit genutzt, diese Präsentation als digitales Souvenir mit nach Hause zu nehmen!

Challenge 1 „Wie kann man seine Kompetenzen in einer erweiterten Community nutzbringend einsetzen und entwickeln? 

 

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Hélène: Unser ursprüngliches Thema „Wie kann man seine Kompetenzen in einer erweiterten Community nutzbringend einsetzen und entwickeln“ bezog sich auf die e-Community. Diese Problematik teilte die Agentur Erasmus + Frankreich mit den zwei Strukturen Médecins du Monde und Groupe Interface. Diese Challenge wurde somit zu dritt getragen. Unternehmer auf dem Gebiet der sozialen Innovation, Leiter der Informationssysteme, Studenten, Forscher, Lehrer, Berater für digitales Lernen und Ausbilder haben sich diesen Challenge-Trägern angeschlossen, um sich dieser Herausforderung gemeinsam zu stellen und die e-Communities neu zu erfinden. Von der Einzelerfahrung aller Teilnehmer ausgehend, konnte durch eine erste Neudefinition der Problematik die Fragestellung unserer rund dreißig Arbeitsstunden umrissen werden: Wie können wir die Bedingungen für den Übergang von einer Haltung des reinen Konsumenten zum Status des dauerhaft Beitragenden innerhalb einer Gemeinschaft schaffen?

Zunächst wurden verschiedene Hemmschuhe herausgearbeitet: das Gefühl der fehlenden Legitimität, mangelndes Selbstbewusstsein, technische Schwierigkeiten, mangelnde Verfügbarkeit. Zur Überwindung dieser Hemmschuhe hat die Gruppe die Bedingungen zusammengestellt, die für das Moderieren einer aktiven Community vereint sein müssen:

Die Anerkennung der Mitglieder der Community – Der Zweck/das gemeinsame Ziel – Das Vertrauen – Eine gemeinsame Kultur. Und eine Zutat, die all diese Bedingungen überspannt: die Freude an der Sache.

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Unser Hackathon hat als Mittel, diese Lebendigkeit zu pflegen, die ANIM BOX hervorgebracht. Diese Box, die Tools und Aktivitäten zur Mobilisierung der Mitglieder enthält, können alle Moderatoren der Community bestellen. Es handelt sich um ein schlüsselfertiges Tool. Während dieses 48-stündigen Hackathons haben wir die erste Box der Moderatoren vorgestellt, bei der es um Engagement und die Pflege der Mitglieder geht. Der Inhalt umfasst eine Reihe von Openbadges, die dazu verwendet werden können, Beteiligung zu belohnen und die Besonderheiten jedes Mitglieds der Community anzuerkennen; einen Kalender der Online- und Präsenzveranstaltungen, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen und allen die Möglichkeit zu geben, sich kennenzulernen und Vertrauen zu fassen; QR-Codes für Online-Challenges, die der Community angeboten werden können, damit die Mitglieder regelmäßig zurückkommen.

 

 

Während des Hackathons wurde die Methode des Design Thinkings angewandt. Welchen Nutzen hat diese Methode für uns?

 

 

Jean : Der Austausch beruhte auf der Weiterentwicklung der Methode des „Design Thinkings[2] und wurde von den Moderatorinnen meisterhaft geleitet. Diese strukturierte und strukturierende Methode war den meisten Teilnehmern neu – angesichts der knapp bemessenen Zeit manchmal auch zu neu. Aus Zeitmangel konnten nicht alle Etappen des Prozesses (definieren, suchen, die Phantasie walten lassen, Prototypen erstellen, auswählen, implementieren, lernen) komplett umgesetzt werden, unter anderem der Schritt „die Phantasie walten lassen“, während andere, wie zum Beispiel „definieren“ übermäßig stark bemüht wurden.

 

 

 

Hélène: Die Erprobung der Methode des Design Thinkings erfolgt zum ersten Mal und diese Entdeckung war für mich ein prägendes Erlebnis im Rahmen dieses Hackathons. Design Thinking bewirkt, dass strukturiert und anderes hingehört wird und der Andere, die Disruption, berücksichtigt wird. Dabei handelt es sich um eine bemerkenswerte Arbeitsmethode. Besonders eingeprägt hat sich mir die Definition der Figuren. Diesen wesentlichen Schritt, bei dem die Nutzer in ihrer Vollständigkeit betrachtet werden, fand ich auf der einen Seite wirklich amüsant, auf der anderen ist er aber für die weitere Arbeit von unschätzbarem Wert.

Was hat sich Ihnen bei dieser Erfahrung eingeprägt? 

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Jean: Was bleibt zu diesen großartigen Augenblicken des Zuhörens, des Austausches, der Kreativität und der guten Laune noch zu sagen? Die Kraft des ehrenamtlichen Einsatzes, die Macht der kollektiven Intelligenz, der positive Zeitdruck, die Valorisierung der Kreativität, gegenseitiges Wohlwollen, der drängende Wunsch nach einer Fortsetzung... Vielleicht auch einfach die erneute Betrachtung der Berichte, der Fotos, der Artikels, der Storify und der Videos die im Laufe der Begegnungen entstanden, den Feed #hckape weiterführen, der wie alles andere auch von #cercleape in die Wege geleitet wurde.

 

 

Hélène:  Der Spaß an der Arbeit in einer vielfältigen Umgebung: Die Mitglieder unseres Teams bildeten ein facettenreiches Mosaik und die Erfahrung wäre ohne diese Diversität nicht annähernd so spannend gewesen.

 

Wie geht es weiter mit dem Challenge?

 

 Hélène: Diese Überlegungen in Bezug auf das Moderieren einer Community wollen wir natürlich fortführen, sowohl innerhalb der Agentur Erasmus+ Frankreich / Education Formation, als auch zusammen mit den Trägern dieser Challenge. 

 


[1] Vielen Dank für diese 7‘16 lange Aufzeichnung unseres kollektiven, kostümierten Pitchs über unser Challenge 2/3 mit Bemerkungen der Jury: https://www.facebook.com/CercleAPEinternational/videos/236620680201555/ - „Der Stellenwert der Emotionen im Rahmen des Lernens.

[2] Design Thinking ist eine Herangehensweise an die Innovation und ihr Management, die als Verbindung des analytischen und des intuitiven Denkens gedacht ist. Sie stützt sich massiv auf einen Prozess der Co-Kreativität, der auch das Feedback des Endnutzers einschließt. Dieser Prozess des Design Thinkings wurde in den 1980er Jahren an der Universität Stanford von Rolf Faste entwickelt, der sich dabei auf die Arbeiten von Robert McKim1stützte. Im Gegensatz zum analytischen Denken ist Design Thinking vor allem eine Gesamtheit von Räumen, die sich überschneiden, weniger ein linearer Prozess mit einem Anfang und einem Ende2. Quelle: https://fr.wikipedia.org/wiki/Design_thinking

 

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1 - 1 von 1 anzeigen
  • Bild des Benutzers Pirmin Vlaho
    Ich habe gehört, dass bei Euch in Frankreich Hackathons sehr populär sind. Das freut mich, weil ein Hackathon (und entsprechende Derivate wie Startup Weekend) ein tolles Lernformat darstellt. Wir haben hier in Köln vor kurzem einen Hackathon mit Kindern und Jugendlichen gehabt.