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Blog

Sprachsozialisierung

09/06/2017
von David Mallows
Sprache: DE
Document available also in: EN FR IT ES PL CS

Die EBSN-Jahreskonferenz 2017 befasst sich mit der Bedeutung der Grundkompetenzen für die Integration. Wir wissen, dass das Erlernen der Sprache des Gastlandes eine wesentliche Rolle bei der sozialen Integration erwachsener Migranten spielt. Ich habe mich vor kurzem auf EPALE dazu geäußert, dass das Erlernen einer Sprache für uns mittlerweile einen sozialen Gesichtspunkt erhält und nicht mehr nur als rein kognitiver, individueller Prozess verstanden wird, der sich in unseren Köpfen abspielt, sondern als soziales Phänomen, mit dessen Hilfe wir unserer Interaktion mit Anderen in einem sozialen Kontext einen Sinn verleihen. Die Anerkennung des soziokulturellen Hintergrunds beim Erlernen einer Sprache fördert die Entwicklung von Sprachlernmodellen, die über das Klassenzimmer hinausreichen und erwachsenen Migranten helfen, die Sprache zu entwickeln, die sie für die Ausübung von für sie wichtigen soziokulturellen Praktiken benötigen.

Der für uns am leichtesten vorstellbare Weg zur Unterstützung von erwachsenen Migranten beim Erlernen der Sprache ihres Gastlandes ist der formale Sprachunterricht, mit einem Lehrer, der in einem Kursraum mit den Lernenden ein bestimmtes Programm abarbeitet. Zum einen sind jedoch die Ressourcen für die massive Durchführung einer solchen Fortbildung im Sinne der Bedürfnisse erwachsener Migranten zu dürftig, und zum anderen ist es unwahrscheinlich, dass sich eine solche Organisation für eine derartig heterogene Gruppe eignet; jedes Individuum hat unterschiedliche Bedürfnisse und handelt unter unterschiedlichen Bedingungen und Sachzwängen. Der formale Sprachunterricht in einem Unterrichtsraum muss eine wichtige Rolle beim Spracherwerb spielen, aber das Erlernen einer Sprache erfolgt nicht nur als direktes Ergebnis von Sprachunterricht. Ein großer Teil des Erlernens der Sprache des Gastlandes erfolgt informell durch die Erfordernisse des täglichen Lebens.

So legen die Theorien der Sprachsozialisierung nahe, dass Migranten durch die Verwendung der Sprache ihres neuen sozialen Umfelds integriert werden, und dass die Interaktion mit der Gastgemeinschaft dem Erlernen und der Beherrschung der Gastsprache förderlich ist. Dieser Gebrauch der Sprache kann an vielen öffentlichen Orten stattfinden, wie an öffentlichen Orten, in Parks, Einkaufszentren, Schulen und in öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch in offiziellen Einrichtungen, an denen Migranten in Kontakt zu Sozialdiensten oder Behörden gelangen, wenn sie beispielsweise Arbeit suchen, ebenso wie im privaten Bereich mit Nachbarn oder am Arbeitsplatz. Neuere Forschungsarbeiten mit Flüchtlingen in England haben jedoch ergeben, dass obwohl bessere Sprachkenntnisse zu mehr sozialen Kontakten im Gastland und mehr Kontakte zu einem größeren Wohlbefinden unter den Flüchtlingen führen, der Umkehrschluss nicht zutrifft. Das heißt, wenn Flüchtlinge soziale Kontakte im Gastland haben und nicht über ausreichende Sprachkenntnisse verfügen, sind diese Kontakte weniger bedeutungsvoll und haben nur begrenzte Auswirkungen auf die Entwicklung ihrer Sprachkenntnisse und ihr Gefühl der Integration und Wohlbefinden.

Derzeit arbeite ich mit Partnern in den Niederlanden, Dänemark und Slowenien  an der Ermittlung von Möglichkeiten, wie Freiwillige besser in die Unterstützung des Spracherwerbs und der sozialen Integration von Migranten eingebunden werden können. Wir haben festgestellt, dass Migranten Sprachen durch das traditionelle formale und nicht formale Bildungsangebot erlernen; wir haben aber auch viele Aktivitäten ausgemacht, die man am besten mit dem Wort sozial umschreiben kann: Kochclubs, Nachbarschaftscafés, Gartengruppen, individuelle Hilfe mit Formularen oder Behördenschreiben usw. Solche Aktivitäten haben häufig einen kulturellen Fokus, mit Besuchen örtlicher Sehenswürdigkeiten, der Erklärung ortsüblicher Feiertage und Bräuche. Das erklärte Ziel solcher Aktivitäten ist nicht das Erlernen einer Sprache, aber sie bieten Migranten Gelegenheit, die Sprache ihres Gastlandes in einer authentischen, stimulierenden Umgebung einzusetzen.

Für die Konzeption von Maßnahmen zur Unterstützung des Spracherwerbs für erwachsene Migranten müssen wir über das Paradigma des formalen Sprachunterrichts hinaus sehen und erkennen, dass es andere Wege gibt, das Erlernen einer Sprache zu unterstützen. Für erwachsene Migranten gibt es nicht nur einen einzigen linearen Weg zum Erlernen der Sprache ihres Gastlandes. Der ideale Weg zum Erlernen einer Sprache für einen erwachsenen Migranten ist vermutlich eine Kombination aus formalem und nicht formalem Lernen und Lernen im sozialen Umfeld in jedem Schulungszeitraum. Anstatt nur ein formales Modell des Sprachenunterrichts zu kopieren, sollten wir begleitend und zur Unterstützung des formalen Unterrichts Gelegenheiten für die Anwendung der Sprache schaffen.

Ich freue mich auf die Online-Diskussion am 18. und 19. Mai auf der EBSN EPALE-Plattform und bin gespannt, auf welche Weise der Spracherwerb für erwachsene Migranten in Ihrem Land gefördert wird. 


David Mallows besitzt 30 Jahre Erfahrung als Lehrer, Ausbilder, Manager und Forscher der Erwachsenenbildung. Er war früher Direktor der Forschungsabteilung am nationalen Forschungs- und Entwicklungszentrum für Erwachsenenbildung am UCL-Bildungsinstitut London und vertritt zurzeit als thematischer Koordinator für Lebenskompetenzen das European Basic Skills Network auf der EPALE-Plattform.

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1 - 3 von 3 anzeigen
  • Bild des Benutzers Renata Wrona

    Zgadam sie, że nauka języka to obowiązkowy krok do przodu i odgrywa ważną rolę w społecznej integracji dorosłych migrantów. Nie jest prawdą, że uczenie się nowych rzeczy w późniejszym wieku sprawia duże trudności. Dojrzałość i doświadczenie życiowe są zaletą osób dojrzałych właśnie w obszarze nauki języków obcych. W opracowaniu „Age, Rate and Eventual Attainment in Second Language Acquisition”, opisano wyniki testów, które wskazują, że dorośli uczą się języków szybciej niż dzieci. Wynika to m.in. z bardziej rozwiniętych kompetencji językowych, takich jak wrażliwość na gramatykę, rozumienie relacji znaczeniowych a także struktury języka. Jednak taka nauka sprawdza się wtedy gdy dorosły wyraźnie widzi korzyści płynące z nauki języka i jednocześnie czuje przyjemność, satysfakcję i radość nauki, dlatego tak istotne jest aby tradycyjną naukę języka łączyć ze spotkaniami o charakterze społecznym i kulturowym, Łączyć spotkania w grupach, wspólne zakupy, załatwianie spraw urzędowych. Tego typu działania wraz z tradycyjna nauką mogą znacznie przyspieszyć proces nauki dorosłych a tym samym poczucie przynalezności społecznej w nowym miejscu.

    Renata Wrona - Trenerka rozwoju osobistego i Trenerka biznesu, Akredytowana Coach ICF, PR managerka, właścicielka Firmy Prime Image,  Autorka książki z zakresu sukcesu, rozwoju i relacji w życiu kobiety „Szczęśliwa kobieta – rozwój, kariera, miłość” oraz wielu artykułów z zakresu budowania marki, savoir vivre w biznesie, wystąpień publicznych, komunikacji interpersonalnej
    i motywacji. Ambasadorka EPALE.

  • Bild des Benutzers Graciela Sbertoli

    Do join us today at on the online discussion here: /en/discussions/basic-skills-integration-online-discussion

     

  • Bild des Benutzers Hayat Faqeer

    That has been quite enlightening. We could as well contribute with the possibility to incorporate translation in the learning process. For example, students may read about the target language in their first language, and discuss issues as culture, differences and similarities between both languages and prediction of challenging areas.