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Joanna Kinberger: Stärkung von Selbststudium, Selbstbestimmung und Empowerment

Unser Ziel ist die Förderung von Gleichstellung, Nichtdiskriminierung und Vielfalt.

(c)Joanna-Kinberger.

Kurzer Lebenslauf

Ich arbeite als EU-Projektmanagerin bei equalizent Schulungs- und Beratungs GmbH in Wien, Österreich. equalizent ist ein Unternehmen mit langjähriger Expertise in den Bereichen Gehörlosigkeit, Gebärdensprache und Diversity Management und bietet Kurse und Beratung auf Deutsch und in österreichischer Gebärdensprache für gehörlose, schwerhörige und hörende Menschen an.

Mein EPALE

Ich bin relativ neu bei EPALE. Bisher habe ich vor allem Erfahrungen mit Erasmus+ Jugendprojekten gesammelt, aber ich wurde gebeten, ein Projekt auf der EPALE und Erasmus+ Konferenz, die vom OEAD im Frühjahr 2021 organisiert wurde, zu präsentieren.  Mittlerweile bin ich sehr froh, Zugang zur EPALE Plattform, den Ressourcen und der Community zu haben.

Meine Story

Einen Erasmus+ Antrag zu schreiben ist immer eine Herausforderung, aber ein Projekt zu entwerfen, das den Zugang zu zweisprachigen (gebärdeten und schriftlichen) Informationen für gehörlose Arbeitssuchende sicherstellt, ist eine doppelte Herausforderung - einfach deshalb, weil es so wenige Ressourcen in Gebärdensprache gibt.

Mit dem Erasmus+ Projekt „Accessible Work for All“ (auf deutsch: Barrierefreie Arbeit für alle) wollen wir Gleichberechtigung, Nichtdiskriminierung und Vielfalt durch die innovative Bereitstellung von Informationen über Arbeitsrechte in barrierefreien digitalen Formaten fördern. Mit anderen Worten: Unsere Ergebnisse in Form von animierten Videos mit Gebärdensprachmoderation erklären verschiedene Aspekte der Arbeitsrechte für Arbeiter/innen und Angestellte. Zu Beginn jedes Videos stellt eine Figur (Max oder Julia) eine bestimmte Situation vor (z. B. Arbeitsverträge, Konflikte am Arbeitsplatz, Homeoffice und vieles mehr), während der Rest des Videos die einschlägigen Arbeitsvorschriften erläutert. Die Videos dauern 5-8 Minuten und sind mit Untertiteln versehen. Begleitende Texte in einfacher Sprache sorgen dafür, dass der Inhalt uneingeschränkt zugänglich ist und erleichtern das Verständnis von komplexer Terminologie oder Fachsprache.

Accessible work for all

Laut dem Weltverband der Gehörlosen ist die Arbeitslosigkeit bei Gehörlosen dreimal so hoch wie im nationalen Durchschnitt, was Gehörlose besonders anfällig für die Armutsfalle macht. Mehr als 90 % der gehörlosen Kinder haben  hörende Eltern, so dass ihnen zu Hause ein erwachsenes Sprachvorbild fehlt. In ganz Europa bedeutet der Mangel an zweisprachigen Schulen, dass die meisten gehörlosen Kinder versuchen, Lesen und Schreiben zu lernen, ohne auf ihre Erstsprache (Gebärdensprache) zurückgreifen zu können. Dadurch sind sie schon in jungen Jahren gegenüber ihren hörenden Gleichaltrigen benachteiligt, und die Ungleichheit wird mit zunehmendem Alter immer größer.

Die sprachliche Ausgrenzung führt zu tatsächlicher Ausgrenzung.

Accessible work for all ist ein Projekt mit vier Partnern aus Österreich, Deutschland, Italien und Polen. Durch die Bereitstellung von Informationen über Arbeitsrechte in zugänglichen oder barrierefreien digitalen Formaten - in österreichischer, deutscher, italienischer und polnischer Gebärdensprache - steht unser Projekt im Einklang mit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die als erster internationaler Vertrag überhaupt die Gebärdensprachen und die sprachlichen Menschenrechte von Gehörlosen anerkennt.

Unser Ziel ist es, mehr Selbststudium, Selbstbestimmung und Empowerment zu ermöglichen - das barrierefreie Format bedeutet, dass gehörlose Arbeitssuchende ohne Kommunikationsassistenz oder Dolmetschung auf die Informationen über Arbeitsrechte zugreifen können. Darüber hinaus trägt die Bereitstellung digitaler Online-Tools dazu bei, Ungleichheiten beim Zugang zu und bei der Beschäftigung mit digitalen Technologien in der nicht-formalen Bildung für gehörlose Arbeitssuchende zu verringern.

 


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