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Wie lassen sich SOCIAL MEDIA IM ERWACHSENEN-FREMDSPRACHENUNTERRICHT einsetzen? Motivation, Kommunikation, Inspiration und Praxis

Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Erwachsenen-Fremdsprachenunterricht scheinen Lösungen zu sein, die motivierend und einfach anzuwenden sind und schnell zu Ergebnissen führen. In diesem Zusammenhang scheinen Social Media ein ideales Werkzeug zu sein. Viele Erwachsene nutzen soziale Medien zur Kommunikation, Unterhaltung und Information.

Originalsprache: Polnisch

Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Erwachsenen-Fremdsprachenunterricht scheinen Lösungen zu sein, die motivierend und einfach anzuwenden sind und schnell zu Ergebnissen führen. In diesem Zusammenhang scheinen Social Media ein ideales Werkzeug zu sein. Viele Erwachsene nutzen soziale Medien zur Kommunikation, Unterhaltung und Information. Sind dies nicht Ziele und Maßnahmen, die der Bildung förderlich sind, insbesondere der sprachlichen Bildung, die auf dem Streben nach effektiver Kommunikation in verschiedenen Formen und Kontexten beruht?

Welche Rolle könnten Social Media beim Sprachunterricht spielen? Wie kann man sie im Arsenal der Werkzeuge eines Fremdsprachenlehrers einsetzen?

KOMMUNIKATION

Erstens sollten Social Media als Kommunikationsmittel mit den Lernenden genutzt werden. So kann beispielsweise die Einrichtung einer Facebook-Gruppe für eine direktere und natürlichere Kommunikation des Lehrers bzw. Coaches mit den Schülern sorgen. Wenn man darüber hinaus festlegt, dass man hier nur in einer Fremdsprache kommuniziert, dann wird diese zu einem zusätzlichen Praxisort. Das Pinterest-Whiteboard bildet ein perfektes und attraktives Werkzeug, um Aufgaben, Materialien, Hausaufgaben in Grafik- oder Textform zu veröffentlichen. YouTube kann auf dieselbe Art und Weise für die Übermittlung von Videomaterialien verwendet werden. Treffen geschlossener Gemeinschaften oder Gruppen können über Messenger oder Google Hangouts abgehalten werden. Liveübertragungen in geschlossenen Facebook-Gruppen garantieren Aufmerksamkeit und Handlungsmotivationen.

INSPIRATION

Zweitens sind es die Social Media, die die heute dominierenden Ausdrucks- und Kommunikationsformen bestimmen. Es lohnt sich daher, sich bei der Konzipierung von Sprachaufgaben von ihnen inspirieren zu lassen. Das Verfassen von Tweetes kann als grammatikalische Übungsmethode eingesetzt werden zum Beispiel in einem der English File Upper-Intermediate (OUP)-Lehrbücher. Allein die Tatsache, dass die Formen der realen Kommunikation immer kürzer werden, lässt traditionelle sprachliche Aufgaben wie das Schreiben von Briefen oder Essays heute veraltet erscheinen. Diese werden als unnötig angesehen und wirken deshalb demotivierend. Wie wäre es also damit, „traditionelle“ Formen durch „Social-Media-Formen“ zu ersetzen? Statt einem Essay kann man ein Post verfassen, statt einer Notiz schreibt man einen Tweet und statt Dialogen bereitet man einen YouTube-Film vor?

PRAXIS

Drittens sind Social Media eine ausgezeichnete Quelle für authentische Materialien. Jede Sprachunterrichtstunde kann Designelemente enthalten, bei denen die Schüler nach grafischen Inspiration auf Pinterest (Infografiken) oder Instagram (Fotos) suchen. YouTube ist eine Quelle für authentische Videos aus allen Bereichen, wie TED, TEDed, Filmvorschau, Interviews oder Dokumentationen. Bei LinkedIn finden wir authentische Lebensläufe, Branchenmaterialien, interessante Fachwissensquellen und Gemeinschaften.

E-LEARNING

Viertens wird E-Learning oder Blended Learning auch auf Social Media übertragen, wo geschlossene Gruppen, Challanges und Masterminds frühere Liveschulungen oder Webinare ersetzen. Soziale Medien sind schneller und einfacher zu bedienen. Sie bieten einen direkten, unmittelbaren Kontakt, der vor allem die „traditionellen“ Bildungsformen „im Klassenzimmer“ ersetzen kann. Es ist auch eine ausgezeichnete Form des Lernens für Menschen, die in irgendeiner Weise ausgeschlossen sind, einen erschwerten Zugang zu traditioneller Bildung haben (beispielsweise aufgrund von Entfernung bzw. Fortbewegungsschwierigkeiten) oder die unter dem allgegenwärtigen Zeitmangel leiden.

UMGEKEHRTES KLASSENZIMMER

Social Media scheinen auch ein ideales Werkzeug zu sein, das in der Methode „Umgekehrtes Klassenzimmer“ (engl. flipped classroom) verwendet werden kann. Diese besteht darin, dass die Zuhörer ein neues Sprachmaterial noch vor dem Betreten des traditionellen Klassenzimmers kennenlernen, um es während des Unterrichts in der Praxis anzuwenden. Dies kehrt den traditionellen Ansatz um, bei dem der Klassenlehrer neues Material einführt und dessen Umsetzung sehr oft eine Hausaufgabe darstellt. Mit Hilfe von Social Media kann die Lehrkraft den Schülern und Schülerinnen leicht Materialien zur Verfügung stellen, die sie zur Vorbereitung auf den umgekehrten Unterricht benötigen, oder den Fortschritt des gesamten Projekts laufend überwachen. Eine solche Umkehrung der Verantwortung für den Erwerb des notwendigen Wissens entspricht eher dem, was im wirklichen Leben „außerhalb des Klassenzimmers“ geschieht. Sie stellt eine Herausforderung dar. Gleichzeitig bildet sie die Quelle zusätzlicher Motivation und ist an sich schon ein Teil der Wissenschaft.

MOTIVATION

Den Effekt der Nutzung von Social Media im Fremdsprachenunterricht, insbesondere im Unterricht von vielbeschäftigten Erwachsenen, kann eine erhöhte Motivation zum Lernen darstellen, die einerseits mit dem einfachen Zugang und der praktischen Anwendbarkeit solcher Methoden oder Materialien zusammenhängt und zugleich durch deren Authentizität und die damit verbundene Herausforderung bedingt ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass soziale Medien zu unserem Alltag geworden sind. Deren Nutzung im Erwachsenen-Fremdsprachenunterricht stellt sowohl eine Erleichterung als auch eine Herausforderung dar. Dies scheint jedoch eine unvermeidliche Phase und der vorherrschende Bildungstrend zu sein. Dieser kann sicherlich dazu genutzt werden, um bessere Ergebnisse bei der Vermittlung von Sprachkenntnissen an Erwachsene in der heutigen Welt zu erzielen.

Małgorzata Mazurek - Hochschullehrerin und Übersetzerin, Seit 2005 war sie als Englischlehrerin mit der Akademia Obrony Narodowej w Warszawie (Akademie für Nationale Verteidigung Warschau) verbunden. Derzeit ist sie Dozentin an der Akademia Sztuki Wojennej (Akademie für Kriegskunst). Sie spezialisiert sich auf die Erwachsenenbildung und die Vorbereitung auf Fachsprachenprüfungen. Autorin eines Skripts und Handbuchs für Studenten von Fachsprachenkursen im militärischen Bereich auf dem A2-Niveau. Autorin und Herausgeberin eines Handbuchs/Tutorials in dem gleichen Bereich auf B2+-Niveau. Sie führt auch einen Blog betreffend Fremdsprachenprüfungen für Soldaten (www.stanagexpert.com).

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