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Identitätenlotto – spielend Vielfalt* entdecken

Wie ist das Leben in einer anderen Identität? Dieser Perspektivwechsel bringt überraschende Erkenntnisse und lebehafte Diskussionen ins Spiel.

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Das Spiel - Identitätenlotto

© Sonja Boening Photodesign

Wäre die Welt ein Spiel, dann begänne sie wohl mit dem Ziehen einer Identitätenkarte (Jan Büssers, 2018)

 

Spielkarten_Identitätenlotto

© spielecht Spieleverlag, Gestaltung: Eva Jaeger-Nilius

Und damit sind wir beim Kern des Spiels Identitätenlotto. Ein Spiel quer durchs Leben: Mit einer neuen, zufällig gezogenen Spielidentität lebst Du in Deutschland (Österreich, Schweiz) und durchläufst verschiedene Lebensthemen wie Alltag, Selbstbild und Familie. Deine Spielidentität trifft auf Alltagsereignisse und Fragen des Lebens wie Fühlst du dich nachts sicher auf der Straße? So erlebst und entwickelst Du das Leben Deiner Spielidentität weiter und befragst ihre Möglichkeiten in bestimmten Lebenssituationen. Ereignis- und Wissenskarten sowie Ressourcensteine bringen zusätzlich Spaß und Spannung ins Spiel.

Stop Motion Film (1:13)

Ziele des Spiels

Lustvoll die Vielfalt der Welt entdecken und dabei für Stereotype, ihre Relevanz und Funktionsweise im Alltag zu sensibilisieren. Erfahrbar machen, dass mit den Identitäten durchaus unterschiedliche individuell wie gesellschaftlich bedingte Realisierungs- und Gestaltungschancen verbunden sind. Und dass sich an diesen auch Aus- und Einschlüsse, Benachteiligungen und Privilegierungen offenbaren. Normierungen hinterfragen. Das Spiel trägt zur Kompetenzentwicklung durch Wissensvermittlung, Sensibilisierung, Werteverständigung sowie Ausprobieren von Handlungen und Haltungen bei.

Art und Rahmung des Spiels

Das Brettspiel (2019) aber auch das Online-Game (2021) und Kartenspiel (2022) sind für 2-6 Spieler*innen ab 15 Jahren; größere Gruppen spielen parallel an mehreren Spieltischen. Die Spielzeit ist flexibel, 90 Minuten oder länger; es kann auch modular verwendet sowie verkürzt gespielt werden.

Identitätenlotto kann sowohl als Einstieg in das Thema als auch als Vertiefung genutzt werden. Die Auswertung hängt stark vom konkreten Lehr-Lernkontext ab, aber eine erste Reflexion ist Teil des Spielgeschehens und weiterführende Anregungen finden sich im Ergänzungsheft.

Identitätenlotto_Kommunikationsspiel

© spielecht Spieleverlag, Gestaltung: Eva Jaeger-Nilius

Wo es um Menschen und Gesellschaft geht, macht das Spiel Sinn

Als spielbasiertes Lernen kann das Identitätenlotto in sehr vielen Kontexten methodisch und inhaltlich bereichernd sein: von Gender- und Diversityveranstaltungen über politische Bildungskontexte bis hin zu Bildungsangeboten für Berufsgruppen wie Designer*innen, Führungskräfte und Personalentwickler*innen, Jurist*innen, Kultur- und Medienschaffende, Mediziner*innen, Pädagog*innen, Pfleger*innen, Produktentwickler*innen, Psycholog*innen, Sicherheitskräfte, Verkäufer*innen und viele mehr. Aber auch für Teambildungsprozesse und den Freizeitspaß ist es geeignet.

Kurzum: Das Spiel bietet Möglichkeiten in allen Bereichen, in denen die menschliche Vielfalt sowie das Verhältnis von Mensch und Gesellschaft von Bedeutung sind.

Das Potential spielenden Lernens in der Erwachsenenbildung nutzen

Ein gutes Lehr-Lernspiel fühlt sich nicht wie Lernen an. Es fasziniert, zieht einen in seinen Bann, aktiviert und macht neugierig. Das Identitätenlotto schafft dieses und berücksichtigt die Kriterien für nachhaltige, motivierende Lernprozesse; es vermag die Erwachsenenbildung inhaltlich und methodisch vielfältig zu bereichern. Dabei schaffen die Spielidentitäten eine Distanz zum eigenen Ich; das macht eine Auseinandersetzung mit den alle berührenden Themen des Spiels einfacher. Es ist ein Spiel, das bewegt.


Themenwoche Antidiskriminierung

 

 

Für ein demokratisches und respektvolles Miteinander

Zur Akzeptanz von Vielfalt beizutragen, Demokratie zu fördern und Menschenrechte zu achten, ist eine elementare Aufgabe unserer Zeit. Was damit verbunden ist, muss gelernt werden. Das Identitätenlotto bietet Raum für relevante Themen, für deren Diskussion im Alltag selten Zeit ist. Neben Fragen zu Identität, Normierung und gesellschaftlichen Machtverhältnissen betrifft dieses z.B. die Frage, woher und wieviel Wissen wir über andere Menschen haben und was Bedingungen für ein gutes Leben sind. Was sind Voraussetzungen für Verständnis, Empathie und Akzeptanz und was begrenzt sie?

Diese Auseinandersetzungen sind für das Lernen eines demokratischen und respektvollen Miteinanders relevant, eine Schlüsselkompetenz professionellen Handelns.

Modularer Einsatz als Lehr-Lernspiel

Der modulare Aufbau des Identitätenlottos bietet eine große inhaltliche, methodische und zeitliche Flexibilität. So kann die Auswahl der Lebensthemen und Spielidentitäten kontextabhängig angepasst werden. In der Durchführung bietet es sich an, die Identitätsfindung mit Recherchen in O-Tönen und Materialien der Selbstvertretungen zu verbinden.

Die Spielidentitäten können zudem als Reflexionsinstrument dienen, z.B. indem aus ihrer Perspektive etwas betrachtet oder analysiert wird. Dieses kann nach einem Spiel oder losgelöst davon erfolgen, z.B. als kurzer Gedankenimpuls in einem Vortrag.

Lernprozesse werden durch ein wiederholtes Spielen erfahrbar; hier kann ein Lernjournal unterstützend sein.

Diese und weitere Anregungen finden sich auf unserer Spiele-Website gehen Sie gerne auf Entdeckungsreise mit dem Identitätenlotto.

Identitätenlotto_Logo

Mehr zum Spiel: www.identitaetenlotto.de

Vertrieb: spielecht Spieleverlag

 


Über die Autorin:

Juliette Wedl ist Wissenschaftlerin und (Spiele-)Autorin. Eine ihrer Ziele ist es, Erkenntnisse zu Geschlecht ansprechend in Bildungsprozessen zu vermitteln. Sie ist Diplom-Soziologin und Projektleiterin der Koordinierungsstelle Gender und Diversity Studies der drei Hochschulen im Braunschweiger Raum sowie nebenberuflich als Gender-Expertin weiterbildend insbesondere für pädagogische Fachkräfte tätig, v.a. im Rahmen der Akademie Waldschlösschen mit der Fortbildung Vielfalt.Kompetent.Lehren.


 

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