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Wie können Stereotypen über Migration bekämpft werden? Neue Konzepte der Volksbildung

24/04/2019
von Camille POIRAUD
Sprache: DE
Document available also in: FR EN CS

 

[Übersetzung Französisch - Deutsch : EPALE France

Autor : David Lopez]

Hier und da wird die Ansicht vertreten, dass Migration ein Problem ist. Die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), die sich aus den Millenniumsentwicklungszielen (MDG) von Dakar ableiten, befassen sich mit Fragen der Bildung und Entwicklung sowie sozialen Aspekten. Migrationen werden von den SDGs nicht berücksichtigt. Dabei sind Armut, Herkunftsländer und Aufnahmeländer Elemente, die Migration und SDG in einen engen Zusammenhang bringen. Drei Verbände haben sich zusammengeschlossen, um gegen vorgefasste Meinungen über Migration vorzugehen. Eine Sitzung fand im März in der Region Pas de Calais statt. Weitere Sitzungen werden bis Juni 2019 stattfinden, darunter ein Treffen am 21. Juni 2019 in Lille.

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Die Verbände GRDR (Migration, Staatsbürgerschaft, Entwicklung), Lianes Coopération (Multi-Akteurs-Netzwerk für internationale Zusammenarbeit der Region Hauts de France) und Ligue de l'enseignement du Pas de Calais organisierten in Liévin (Pas de Calais) einen mit einer Schulung verbundenen Aperitif zum Thema Migration und Stereotypen. Rund sechzig Personen aus diesem französischen Departement kamen zusammen, um auf der Grundlage von Situationsspielen unter der Leitung von Vertretern der drei Verbände über Migration nachzudenken.

Alleine der Empfangsbereich ist sehenswert. Le LAG, ein selbstverwalteter Ort, wurde im Oktober 2011 in Liévin in einer industriellen Umwandlungszone gegründet. Er wurde von Aktivisten-Verbänden und Kollektiven gegründet, um den Austausch über kollektive Wahrnehmungen der verschiedenen „Kämpfe“ (Migrantenrechte, Frauenrechte, Arbeitslose, Ökologie, usw.) zu ermöglichen. Jedes Mitglied beteiligt sich mit einem freiwilligen Jahresbeitrag zwischen 15 und 60 Euro. Jedes Mitglied muss einen Bereitschaftsdienst leisten. Der Ort ist zweimal pro Woche geöffnet und es gibt einen Kostenlos-Laden, um Dingen ein zweites Leben zu geben. Zur Wahrung der Handlungs- und Meinungsfreiheit wird auf Subventionen komplett verzichtet.  

Was ist in der Volksbildung mit Moderationsmethoden gemeint? 

Bei informeller Weiterbildung und Volksbildung besteht häufig eine gewisse Verwirrung in Bezug auf die Moderationsmethoden. Konkret handelt es sich um eine Reihe von Methoden aus verschiedenen Berufs-“Familien“ – Sozialarbeit, Animation, Erwachsenenbildung, sogar innerbetriebliche Weiterbildung –, die dazu dienen, die Menschen zu mobilisieren. Die Methode ist notwendig, aber die Ziele oder Bedingungen der Moderation sind noch wichtiger. Ich werde versuchen, im Folgenden einige Anhaltspunkte zu geben:

Bei aktiven Tätigkeiten steht der Lernende, der Teilnehmende, im Mittelpunkt der Aktivität und spielt eine zentrale Rolle.
Aktivitäten mit einem oder mehreren zu erreichenden Zielen. Diese müssen von Anfang an bekannt sein und vom Moderator erläutert werden.
Hier steht die spielerische Dimension mit der Freude am Tun und Lernen im Mittelpunkt.

Aperitif mit Lehrgang zur Bekämpfung von Stereotypen im Bereich Migration. 

Der Abend setzte sich aus verschiedenen Phasen zusammen. Zunächst wurde mit Spielen zur Definition der Migrationsbewegungen „das Eis gebrochen“. Eine Praxis der bewegten Debatte, die in Jugendaktionen weit verbreitet ist. Dann eine Praxis des Wissens: „heißes Wissen“ und „kaltes Wissen“. Gemeint ist einerseits das Erfahrungswissen von Menschen, die dabei waren, und andererseits das Wissen von Wissenschaftlern und Forschern. Auf einer Karte der Umgebung platzierten alle Teilnehmenden Ereignisse, Orte und Personen, die mit Migration zu tun hatten. Die Moderatoren lieferten auch Zahlen zur Situation in der Region Pas de Calais. 

Während des Aperitifs mit Schulung wurde mehreren Kleingruppen ein Ausgangspunkt für eine „Lebensgeschichte“ gegeben. Zum Beispiel „ein kinderloses afghanisches Flüchtlingspaar, das ohne Papiere 1990 nach Frankreich kam. Es kommt mit sehr wenig Geld im „Bergbaugebiet“ an“. Die Kleingruppe 1 beschreibt die Situation dieses Paares, wie sie ein Jahr später ist. Dann findet ein Wechsel der Gruppen statt und drei andere Gruppen setzten die Geschichte fort, indem sie sich jeweils die Situation 5 Jahre, 15 Jahre und 40 Jahre später vorstellen. Die Lebensgeschichten werden dann vor der ganzen Gruppe gelesen und ein Dialog beginnt, in dessen Mittelpunkt Stereotypen, die angegebenen Elemente und die Sichtweise der Nicht-Migranten auf das tägliche Leben stehen.

Es ist spannend, lehrreiche Maßnahmen mitzuerleben und zusammenzufassen, bei denen jeder durch sein Wissen, aber auch durch seine Wahrnehmungen, seine Gedanken vom anderen lernt. Volksbildung im Herzen der Bergbauregion!

Für wen ist diese Veranstaltung gedacht? 

Der Aperitif mit Schulung hatte ein „zweifaches“ Publikum:

Auf der einen Seite die üblichen Aktivist*innen, die in Verbänden wie Amnesty, Cimade, usw. aktiv sind. Ihr Ziel war die Entwicklung aktiver Methoden, um die Menschen zum Reden zu bringen und zum Thema Migranten Stellung zu nehmen.
Andererseits Moderatoren aus der Liga, dem selbstverwalteten Ort (LAG), dem regionalen Multiakteur-Netzwerk (Lianes coopération), dem GRDR. Ihr Ziel: sich über Vermittlungspraktiken austauschen, mit Verbände sprechen, die sich um Migranten kümmern, lernen und teilen.

Die drei Verbände setzen ihre gemeinsame Arbeit fort. Am 29. Juni findet in Lille eine Veranstaltung über integrative Städte statt, bei der sich gewählte Vertreter, Verbände und Einwohner treffen. Es ist die Abschlussveranstaltung eines aus dem Programm Erasmus+, Sektor Jugend, finanzierten Projekts zur Förderung von Jugendmaßnahmen zum Thema Migration in Belgien, Spanien, Italien und Frankreich.

Einige Internet-Links:

https://grdr.org/Le-the-palabre?var_mode=calcul
https://grdr.org/ODD-et-migrations

Wenden Sie sich gerne an mich, wenn Sie mit diesen Akteuren in Kontakt treten möchten

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David LOPEZ ist EPALE-Themenkoordinator für den Bereich „Volksbildung“ 

 

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1 - 2 von 2 anzeigen
  • Bild des Benutzers Mesut EREN
    Göç ile mücadele etmenin en iyi yöntemi insanlara insan olması hasebiyle değer verilip, gelişmişlik farkını ortadan kaldırmaktır. Göç etmek zorunda kalan insanlarının kaynaklarını kendilerinin kullanımına yönlendirmektedir.
  • Bild des Benutzers J Christophe Wells
    This initiative provides a concrete example of how to look for effective strategies to this highly important current need in our society. The model would be transferable to other regions and EU member states and represents an important step in the integration of migrant groups into our European society. Bravo!