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EPALE

E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa

 
 

Blog

Welche Begleitung für den Wandel der Berufsausbildung in Europa?

07/03/2018
von Isabelle Houot
Sprache: DE
Document available also in: FR EN

Übersetzung (Französich - Deutsch) : EPALE France

Am Rande der vom Centre Inffo organisierten Winteruniversität zum Thema Berufsausbildung fand ein Treffen von Mitgliedern der EPALE-Community zu einer zentralen Frage statt: Wie ist der Wandel der Berufsausbildung in Europa zu begleiten? Welches sind die empfehlenswerten Vorgehensweisen bei der Anerkennung von Kompetenzen?

3 Etappen und 4 Erfahrungsberichte für eine kurze und lebendige Übersicht der Lage der Dinge in Europa.

1. Etappe: Mona Pierloz, Forscherin am DIE[1] (Deutsches Institut für Erwachsenenbildung) stellte die deutsche Erfahrung mit einer neuen Zertifizierung für Ausbilder in der Erwachsenenbildung im Rahmen eines GRETA (Grundlagen zur Entwicklung eines trägerübergreifenden Anerkennungsverfahrens) genannten Projekts vor.

Für die Gruppe war dies eine Gelegenheit, sich mit dem deutschen System der Berufsausbildung von Erwachsenen und den Mitteln der Anerkennung der Ausbilder vertraut zu machen, die in diesem Bereich tätig sind und nicht zwangsläufig eine anerkannte Berufsqualifizierung vorzuweisen haben.

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In Deutschland wurde darum ein Eignungszeugnis für Ausbilder geschaffen, dessen Erhalt über einen Master oder ein Verfahren möglich ist, das sich der Validierung von Erfahrungswissen nähert. 2009 wurde dieses System um zwei anspruchsvollere Qualifikationen ergänzt. Die Ausbilder verfügen auf regionaler Ebene über Ressourcen zur Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen über das Netz der Industrie- und Handelskammern, aber auch auf nationaler Ebene über eine diesem Berufsbild gewidmete Portalseite.

Das Ziel des Forschungs- und Entwicklungsprojekts GRETA ist die Schaffung der Grundlagen eines Verfahrens für die interinstitutionelle Anerkennung der Kompetenzen der Lehrkräfte, die in den Bereichen der Erwachsenenbildung und der beruflichen Weiterbildung tätig sind. Dadurch soll die Professionalisierung in diesem Bildungsbereich verbessert werden.

Den Kern des Projekts bildet ein Kompetenzmodell, das alle für eine Lehrtätigkeit erforderlichen Grundkompetenzen erfasst. Laut GRETA deckt das aktuelle Kompetenzmodell alle Kompetenzen ab, die für die Umsetzung eines guten Ausbildungsangebots für Erwachsene benötigt werden.

Das Kompetenzmodell kann als Basis für unterschiedliche Arten der Anerkennung und der Verbesserung des fachlich kompetenten Handelns von Lehrkräften dienen. Das Projekt beschreibt zwei Möglichkeiten, eine Anerkennung der Kompetenzen zu erreichen:

  • Anhand eines Portfolios können Lehrkräfte ihre informellen, nicht formal erworbenen Kompetenzen überprüfen und bewerten lassen. Die Ergebnisse der Beurteilung werden in einer Kompetenzbewertung zusammengefasst. Es wurde ein aktivitätsbezogenes Befragungstool entwickelt, das ihnen die Darstellung ihres Erfahrungswissens ermöglicht. Die ausgefüllten Portfolios werden anschließend von qualifizierten Prüfern bewertet. Die Ergebnisse werden in einem Kompetenzbericht zusammengefasst und den Lehrkräften in einer „Beratungssitzung“ bestätigt. Der gesamte Prozess wurde dazu geschaffen, die Entwicklung von neuen Ambitionen für eine Professionalisierung anzuregen.
  • Über eine Weiterbildung, die auf dem GRETA-Kompetenzmodell beruht, d.h. die Inhalte werden von den Anbietern entsprechend des GRETA-Modells vorgestellt.

 

2. Etappe: Mit dem Bericht von Isabel Olivenca, Mitglied der Staatlichen Agentur für berufliche Qualifikation und Ausbildung (ANQEP)[2], geht es mit einer Vorstellung des Programms Qualifia und besonders des „Qualifikationspasses“ weiter nach Portugal.

Über das Programm Qualifia soll die berufliche Qualifikation von Erwachsenen gefördert werden. Dabei geht es vor allem darum, zu einer Verbesserung der Qualifikationsniveaus und der Beschäftigungsfähigkeit der Bevölkerung beizutragen, und dem Einzelnen die Entscheidung für einen Beruf zu erleichtern.

300 auf Erwachsenenbildung spezialisierte „Qualifia“-Zentren bieten Erwachsene ab 18 Jahren, die eine Qualifikation anstreben, Informationen und Beratung und stellen Bildungs- und Ausbildungsangebote vor.

Der Qualifikationspass ist ein (digitales) Beratungstool für die individuelle Eingabe von Qualifikationen und Kompetenzen, das nicht nur dazu dient, die von einem Erwachsenen im Laufe seines Lebens erworbenen Qualifikationen zu speichern, sondern auch dazu, auf Basis der potenziell erreichbaren Zusatzqualifikationen sowie der denkbaren akademischen und beruflichen Fortschritte mögliche Werdegänge zu simulieren. Anhand dieses Tools können fehlende Kompetenzen identifiziert werden, um den Aufbau einer Weiterbildungsstrecke zu ermöglichen, die den jeweiligen Bedürfnissen angepasst ist und sowohl aus formellen als auch informellen Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen kann.

3. Etappe:  Rückkehr nach Frankreich mit Marie Buisson, EPALE-Botschafterin des Masters SIFA[3] der Universität Tours. Sie engagiert sich im Vereinswesen und der Ausbildung von Moderatoren für die „Volksbildung“ und erörterte die Verwendung der "Lebensgeschichten" in der Ausbildung. Sie berichtete über ihre Erfahrung mit der Verwendung der Lebensgeschichte für den Erwerb des Fachausweises Jeunesse, Education populaire et Sport (Jugend, Volksbildung, Sport, BPJEPS), der Animatoren eine Zertifizierung bietet.

Es geht darum, anhand der Lebensgeschichte und der Erarbeitung eines Portfolios sowohl die gesammelten Erfahrungen als auch die Formalisierung des Professionalisierungsprojekts zu begleiten.

Zum Abschluss (die Zeit ging so schnell vorbei...) ein kurzer Abstecher zu den Beratungsstellen „Points Relais Conseils“ der Region Bourgogne (PRC) und einer Maßnahme der Begleitung der beruflichen Weiterentwicklung, erläutert von Geraldine Marquet (Epale-Expertin und Beraterin) anhand einer Schulungsmaßnahme im Rahmen der Analyse der Tätigkeit von VAE-Beratern und der Erarbeitung eines Bezugssystems, das den Fachleuten eine Valorisierung ihres Erfahrungswissens ermöglicht.

3 Etappen und 4 Erfahrungen, die ungeachtet der lokalen und nationalen Besonderheiten viele Gemeinsamkeiten aufweisen, insbesondere hinsichtlich der forschungsgestützten Entscheidungen, die bei den Systemen für eine Anerkennung der Kompetenzen getroffen wurden.

Drei haben sich herauskristallisiert: 

  • Das Anliegen, die für die betreffenden Aktivitäten relevanten und erwarteten Kompetenzen anhand einer konzertierten Arbeit mit den zuständigen Akteuren einzugrenzen und sichtbar zu machen: ein auf verschiedenen Methoden beruhender Ansatz, basierend auf Material- und Literaturanalysen, Gruppendiskussionen, Gesprächen mit Experten und Spezialisten in Deutschland, die Erarbeitung eines umfassenden Informationssystems über Qualifikationen in Portugal, das den Staat, die Regionen und die Akteure der Berufsausbildung und der Berufsberatung involviert, die Co-Erarbeitung auf regionaler Ebene und auf Ebene eines neu entstehenden Berufs (VAE-Berater) eines Bezugssystems für eine Aktivität.
  • Das Anliegen, die Nutzer dieser Systeme durch eine entsprechende Ausrüstung zu befähigen, selbst ihr Erfahrungswissen zu erkennen und zu benennen und auf dieser Basis ihre eigenen Valorisierungsentscheidungen zu treffen: Portfolio, Pass, Lebensgeschichte, ...
  • Und nicht zuletzt das Ziel der Professionalisierung der Akteure der Erwachsenenbildung, die eine Grundvoraussetzung für die Qualität des Ausbildungsangebots ist.

 

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Isabelle HOUOT, Themen-Expertin EPALE Frankreich 

 

 

[1] Das DIE ist eine vom Bund und den Ländern finanzierte Einrichtung, die auf dem Gebiet der Erwachsenbildung und des Erwachsenenunterrichts, der Weiterbildungsprogramme, der Hochschulen und dem politischen und institutionellen Kontext des lebenslangen Lernens forscht.

[2] Diese Stelle ist mit der Koordinierung der Umsetzung der Bildungs- und Berufsausbildungspolitik für Jugendliche und Erwachsene in Portugal und der Sicherung der Entwicklung und Verwaltung des Anerkennungs-, Validierungs- und Zertifizierungssystems der Kompetenzen betraut.

[3] Master2 Strategien und Funktionen der Ausbildungsbegleitung

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  • Bild des Benutzers Hossam Helmy
    we can connected with http://www.norwegianbord.org/ 
  • Bild des Benutzers Gaelle Gautier
    Vous trouverez de plus amples informations sur le projet GRETA dans le blog de Mona Pielorz intitulé "GRETA : Un projet allemand de reconnaissance des compétences des formateurs".