Blog
Blog

#Gesundheit – Pro-Gesundheitskampagnen in der außerschulischen Erwachsenenbildung

Indem Krzysztof Puchalski über die Gesundheitserziehung schrieb, bemerkte er, dass „obwohl sie in Bezug auf den theoretischen Aspekt ein vielseitiger Bereich ist, herrscht im polnischen Gesundheitsschutzsystem eher eine Vorgehensweise, die auf dem biomedizinischen Paradigma basiert.

von Nina Woderska

​Originalsprache: Polnisch

 

Indem Krzysztof Puchalski über die Gesundheitserziehung schrieb, bemerkte er, dass „obwohl sie in Bezug auf den theoretischen Aspekt ein vielseitiger Bereich ist, herrscht im polnischen Gesundheitsschutzsystem eher eine Vorgehensweise, die auf dem biomedizinischen Paradigma basiert. Sie bezieht sich mehr auf die Theorie der Körperfunktion und die Behandlung von Krankheiten als darauf, um Menschen zu verstehen und ihre Handlungen zu gestalten“.[1] Puchalski zeigt eine wichtige Richtung der Handlungen im Bereich der Gesundheitserziehung. Er verlangt, um statt zu fragen, ob der Empfänger von Handlungen „weiß”, soll man kennen lernen, wie er denkt und wie man sich mit ihm verständigen kann, damit er neue Informationen nutzt.[2]

Die Gesundheitserziehung bildet zweifellos ein wichtiges Element der allgemeinen Bildung des Menschen, welches hilft, die Frage: wie soll man (gesund) leben? zu beantworten. Die Kampagnen für Verbesserung der Gesundheit und des gesellschaftlichen Lebens können bei der Antwort auf diese Frage behilflich sein. Indem man die Erwägungen von Puchalski fortsetzt, lohnt es sich, einen Schritt weiterzugehen und sich überlegen, wie die Pro-Gesundheitskampagnen durchgeführt werden sollen, damit das vereinbarte Ziel erreicht wird.

Dudzik

Wirksame Pro-Gesundheitskampagnen – d.h. welche?

Die Meinungen zu Gesundheit und Gesundheitsschutz sind unter den Polen erheblich geteilt. Obwohl die Gesundheit durch die polnische Gesellschaft für einen von grundlegenden Werten gehalten wird, teilen die Befragten mit, dass nicht nur die Menschen allein für den Gesundheitsschutz verantwortlich sind. Personen, die im Rahmen der Forschungen des Meinungsforschungszentrums ihren Gesundheitszustand als schlecht oder als sehr schlecht bezeichnen, behaupten, dass vor allem der Staat für den Gesundheitsschutz sorgen soll. Es ist bemerkenswert, dass diese Meinung an Beliebtheit gewinnt – innerhalb von fünf Jahren hat sich der Prozentsatz dieser Meinung verdoppelt. Die Stimmen stammen vor allem von Personen im Alter von 55-64 Jahren.

Zu den gesundheitsbewussten Verhaltensweisen, die der Verbesserung der Gesundheit am stärksten beitragen, gehören vor allem, regelmäßige medizinische Untersuchungen, gesunde Ernährung und Vermeidung von Stress. Die mit ihrem Gesundheitszustand zufriedenen Personen (vorwiegend sind es junge und gut ausgebildete Personen) nennen solche Verhaltensweisen wie zum Beispiel: richtige Ernährung, regelmäßiges Sporttreiben und aktive Erholung. Diese Personen meinen auch, dass ihr Gesundheitszustand von ihnen selbst, und nicht vom Staat abhängt. Es hat sich herausgestellt, dass nicht nur gesundheitsbewusste Verhaltensweisen, sondern auch Meinungen zum Thema der Wirksamkeit von gesundheitsbewussten Aktivitäten vom Gesundheitszustand der Befragten abhängen.[3]

Man kann also allgemein behaupten, dass die Thematik der Pro-Gesundheitskampagnen und der Präventionsmaßnahmen differenziert werden sollen und an den Empfänger mit konkreter Einstellung (Kenntnisse, Haltung, Verhalten) zum Gesundheitsschutz angepasst. Die Art der Motivation scheint auch wichtig zu sein, wenn es um Prävention und gesundheitsfördernde Maßnahmen geht. Ein Teil der Gesellschaft offenbart innere Motivation, und bei mehreren Menschen ist jedoch äußere Motivation sichtbar. Bei der Entwicklung und Durchführung der Pro-Gesundheitskampagnen sollen verschiedene Motivationen des Individuums zu Schutz oder Verbesserung des Gesundheitszustandes berücksichtigt werden.

Wirksame Pro-Gesundheitskampagnen – d.h. wo?

Die außerschulische Bildung besteht aus Bildungsaktivitäten, die außerhalb des formalen Bildungssystems liegen und zu welchen unter anderem Lehrgänge, Seminare, Vorträge, Weiterbildungen, Postgraduiertenstudien und andere Formen gehören. Als die nichtformale Bildung gelten Bildungsprozesse, bei welchen sich die lernende Person Kenntnisse, Einstellungen, Werte, Fähigkeiten von allgemeiner Erfahrung sowie von Ressourcen und Umwelteinflüssen aneignet (Diskussionen, Gespräche, Meinungen aufgrund der Informationen, die von der Presse, dem Funk, dem Fernsehen oder dem Internet stammen). Beide Bildungsaspekte vermischen sich und bilden Strukturen von Aktivitäten und Verhaltensweisen.

Gesundheitsbewusste Verhaltensweisen sind nicht nur ein Ergebnis der schon genannten beziehungsweise ständigen Faktoren, sondern auch der nebensächlichen Anreize (Auslöser).

Aufgrund zahlreicher Forschungen werden das Internet und die Medien für eine Hauptquelle gehalten, von  welchen die Gesellschaft Kenntnisse über die Gesundheit erwirbt. Es ist darauf hinzuweisen, dass diese Medien widersprüchliche Informationen liefern können. Durchgeführte Forschungen zeigen auch, dass es an Möglichkeiten und Fähigkeiten fehlt, um ihre Echtheit zu unterscheiden. Je mehr widersprüchliche Informationen über die Gesundheit die Menschen erhalten, desto mehr wächst der Bedarf an Glaubwürdigkeit seitens der geführten Pro-Gesundheitskampagnen. Die Medienkampagnen sollten durch Maßnahmen unterstützt werden, welche lokale Gemeinschaften treffen und welche Begegnungen mit Fachleuten und den Austausch eigener Meinungen begünstigen würden.

Zusammenfassend kann angenommen werden, dass es je mehr verschiedene  Übertragungsquellen gibt, die miteinander im Einklang stehen, desto größer ist die Chance, dass die geführte Kampagne gewünschte Wirkung haben wird. Der Wirkung der Pro-Gesundheitskampagnen können auch andere Faktoren beitragen – unter anderem ihre langfristige Durchführung, wissenschaftliche Forschungsergebnisse oder zuverlässige Auswertung.[4]

……………………………………………………………………………………………................................................................................

[1] Puchalski K. (2012), Internet a możliwości poprawy efektów edukacji zdrowotnej, „Studia Edukacyjne”, nr 23/2012, Wydawnictwo Naukowe Uniwersytetu im. Adama Mickiewicza w Poznaniu, s. 122.

[2] Ibidem.

[3] CBOS (2016), Zdrowie i prozdrowotne zachowania Polaków. Komunikat z badań, Nr 138/2016,  Warszawa.

[4] Bukowska B. (2013), Kampanie medialne w profilaktyce zdrowotnej, „Remedium: profilaktyka problemowa i promocja zdrowia publicznego”, ETOH - Fundacja Rozwoju Profilaktyki, Edukacji i Terapii Problemów Alkoholowych, Warszawa.

 

Nina Woderska - Doktor der Sozialwissenschaften, Vortragende, Ausbilderin

Login (0)

Sie möchten eine andere Sprache?

Dieses Dokument ist auch in anderen Sprachen erhältlich. Bitte wählen Sie unten eine aus.
Switch Language

Want to write a blog post ?

Don't hesitate to do so! Click the link below and start posting a new article!

Neueste Diskussionen

EPALE 2021 Schwerpunktthemen. Fangen wir an!

Das vor uns liegende Jahr wird wahrscheinlich wieder sehr intensiv, und daher laden wir Sie ein, es mit Ihren Beiträgen und Ihrer Expertise zu bereichern. Beginnen Sie doch einfach, indem Sie an unserer Online-Diskussion teilnehmen. The Online-Diskussion findet am Dienstag, dem 09. März 2021 zwischen 10.00 und 16.00 Uhr statt. The schriftliche Diskussion wird mit einem vorgeschalteten Livestream eröffnet, der die Themenschwerpunkte für 2021 vorstellt. Die Hosts sind Gina Ebner und Aleksandra Kozyra von EAEA im Namen der EPALE Redaktion. 

Zusätzlich

EPALE Diskussion: Vermittlung von Grundkompetenzen

Grundkompetenzen sind transversal. Sie sind nicht nur relevant für die Bildungspolitik,  sondern auch für Beschäftigungs-, Gesundheits-, Sozial- und Umweltpolitiken. Der Aufbau schlüssiger Politikmaßnahmen, die Menschen mit Grundbildungsbedürfnissen unterstützen, ist notwenig, um die Gesellschaft resilienter und inklusiver zu gestalten. Nehmen Sie an der Online-Diskussion teil, die am 16. und 17. September jeweils zwischen 10.00 und 16.00 Uhr auf dieser Seite stattfindet. Die Diskussion wird von den EPALE Thematischen Koordinatoren für Grundkompetenzen, EBSN, moderiert. 

Zusätzlich

EPALE Diskussion: Die Zukunft der Erwachsenenbildung

Am Mittwoch, dem 8. Juli 2020, lädt EPALE von 10.00 - 16.00 Uhr zu einer Online Diskussion zur Zukunft der Erwachsenenbildung ein. Wir wollen über die Zukunft des Bildungssektors Erwachsenenbildung sowie die neuen Chancen und Herausforderungen diskutieren. Gina Ebner, EPALE-Expertin und Generalsekretärin der EAEA, moderiert die Diskussion.

Zusätzlich

Nächste Veranstaltungen

24 Oct
2021
Upcoming

Speak Up!

Belgien
Eupen