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Generationsübergreifendes Lernen. Das Modell Mehrgenerationenhaus

03/10/2017
von CONEDU Austria
Sprache: DE
Document available also in: EN IT SL FR LV ET

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Mehrgenerationenhaus Waltendorf

 

Mehrgenerationenhäuser haben den Wunsch, das Miteinander und die gegenseitige Unterstützung von Jung und Alt neu zu beleben, miteinander aktiv zu sein, sich wechselseitig zu unterstützen und voneinander zu lernen. Es kann sich dabei um eine reine Wohn- oder Zweckgemeinschaft handeln, bis hin zu einer Form des Zusammenlebens von gemeinsam wirtschaftenden nicht verwandten Personen, um so den einzelnen und gemeinsamen Lebensunterhalt zu sichern. Dieser Begriff bezeichnet auch einen offenen Tagestreffpunkt für Angehörige verschiedener Generationen. Deren Angebot an Aktivitäten und Dienstleistungen beruht meist auf Selbsthilfe oder Ehrenamt.

Mehrgenerationenwohnen in Österreich

Im Gegensatz zu Deutschland gibt es laut Bernhard Seidler, Geschäftsführer der GiP GmbH (Generationen in Partnerschaft), in Österreich derzeit kein eigenes staatliches Fördermodell. Mehrgenerationenwohnen wird beispielsweise bei der in einem kombinierten Modell aus betreutem Wohnen für ältere Menschen und Kinderbetreuung finanziert. Die Organisation entwickelt und realisiert individuelle pädagogische Konzepte und generationenübergreifende Projekte, die das Zusammenleben von allen Generationen in den Mittelpunkt stellen. GiP stellt dafür intergenerativ geschultes Fachpersonal bereit und bietet Projektberatung und –entwicklung für InvestorInnen im Generationenkontext an. Gemeinsam mit der Caritas wurde ein Lehrgang für Intergenerative Kompetenz (siehe Bericht) entwickelt, der im Oktober 2017 startet.

Mehrgenerationenhaus Waltendorf: Miteinander und voneinander lernen

Das Mehrgenerationenhaus (MGH) Waltendorf in Graz ist laut der ehrenamtlichen Leiterin Karin Steffen derzeit das einzige MGH in Österreich in dieser offenen Form als Tagesmodell. Es ist ein Ort mit mehreren multifunktionellen Räumen und einem Garten, wo Kinder, Jugendliche, Erwachsene und SeniorInnen sich austauschen, miteinander Zeit verbringen und sich gegenseitig unterstützen. In einem gemeinschaftlichen Prozess aller Beteiligten entstehen unterschiedliche Angebote. Das Tagescafé, das in der gemütlichen Küche untergebracht ist, ist der Dreh- und Angelpunkt des Hauses. Neben zahlreichen zielgruppenspezifischen Bildungsangeboten gibt es auch gemeinsame generationsübergreifende Angebote wie etwa Ball- und Denkspiele, gemeinsames Musizieren oder kreatives Arbeiten.

Das Haus ist in einem über 200 Jahre alten Gebäude beheimatet und fungierte bis 2009 als Bezirksamt. Um das Haus für die Öffentlichkeit zu erhalten, hatte der Schutzverein Ruckerlberg - die seit 1968 bestehende und somit älteste aktive Bürgerinitiative in Graz - die Idee, das gemütliche Haus als Mehrgenerationenhaus zu nutzen und damit für die Öffentlichkeit zu erhalten. Die Einrichtung wird von drei ehrenamtlichen Seniorinnen geleitet, die in einem Netz von zahlreichen KooperationspartnerInnen zusammenarbeiten. Träger ist die Stadt Graz, die für die Erhaltung der Räumlichkeiten aufkommt.

Gemeinsame Aktivitäten fördern das Lernen

Erklärtes Ziel des Hauses ist es, die Nachbarschaftshilfe durch gegenseitiges Kennenlernen und gemeinsames aktives Tun und Lernen wieder anzukurbeln. So sind bereits zahlreiche Freundschaften sowie kleinere und größere Hilfsinitiativen entstanden, wie beispielsweise die Vermittlung einer Kinderbetreuung oder einer Gesellschafterin. Neben gemeinsamem Musizieren, Tanzen, Nähen, Handwerken, Kochen oder einem Generationenstammtisch gibt es auch Nachhilfeangebote, Lesungen und Vorträge.

„Die Dinge entstehen oft unorganisiert durch Zufallsbekanntschaften. Es gibt im Haus keine Scheu, aufeinander zuzugehen. Wir bemühen uns, die Angebote sehr niederschwellig zu halten, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Wir machen auch interkulturelle Angebote mit MigrantInnen wie Deutschkonversation oder Ausflüge… aber man muss diese Menschen zuhause abholen, weil sie sich selber nicht trauen zu kommen“ so Koordinatorin Karin Steffen. Auch Beteiligungsprojekte mit anderen Vereinen oder Sozialraumprojekte (Proberaum) über das IFF, Sozialraum 1, werden durchgeführt. In Zukunft ist ein intergeneratives Theater sowie mentales Kindertraining geplant. Wichtige Zukunftsanliegen sind für Karin Steffen noch mehr kostenlose Veranstaltungen für alle zu machen und den Weiterbetrieb durch eine Teilzeitanstellung abzusichern.

Förderprogramm Mehrgenerationenhaus in Deutschland neu aufgelegt

In Deutschland gibt es seit 2006 die Förderung von Mehrgenerationenhäusern mit der Idee, das Konzept der Großfamilie in die moderne Gesellschaft zu übertragen. Der konzeptionelle Ansatz beinhaltet ein Voneinander-Lernen (Lern-und Förderangebote, Unterstützungsangebote), Miteinander-Lernen (Kultur-und Freizeitangebote) und Übereinander-Lernen (bspw. Erzählcafés).

Inzwischen ist die damalige Idee gelebte Praxis in rund 550 Gemeinden und Stadtteilen. Das Förderprogramm Mehrgenerationenhaus des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurde 2017 neu aufgelegt. Es verfolgt drei Querschnittsziele: generationenübergreifende Arbeit, Einbindung freiwilligen Engagements und Sozialraumorientierung. Es wird in einem Co-Finanzierungsmodell mit Mitteln von EU, Land und Gemeinde umgesetzt.

Karin Steffen vom MGH Waltendorf und Bernhard Seidler von der GiP in Graz sind sich einig, dass auch für Österreich ein solches Förderprogramm wünschenswert ist, das die Umsetzung von generationsübergreifenden Projekten erleichtert.


Weiterführende Informationen:


Text/Author of original article in German: Christine Bärnthaler/CONEDU

Redaktion/Editing of original article in German: Karin Kulmer/CONEDU

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  • Bild des Benutzers MEHMET KAYA

    Projenin yaşlılar açısından yalnızlık duygusunu ortadan kaldıracağını ve tecrübelerin genç kuşaklara aktırılıacağını düşünüyorum.Çünkü yaşlılar tecrübelerinin paylaşımından çok mutlu olurlar.

    Gençler açısından ise Hayatta karşılaşılan zorlukların pratik çözümlerini kolayca bulabilecekleri bir ortam oarak görüyorum.

    Kuşaklar arasında karşılıklı sevgi ve saygı köprülerinin kurulmasına dolaysıylada huzurlu bir toplum amacına hizmet edeceğine yürekten inanıyorum ve yaygınlaştırılması gerektiğini düşünüyorum.

    Yaygınlaştırmada Huzur evleri ile anasınıfları  ortaokul ve liseler fiziki olarak içi çe geçmiş olarak planlanabilir.Ortak eğitim planlamaları yapılabilir.

  • Bild des Benutzers Anastasija Volkonska

    Īstenotais projekts ir ļoti veiksmīgs risinājums, kas uzreiz atrisina vairākas problēmas. Manuprāt, starppaaudžu mācīšanās šajā kontekstā nav tas primārais, uz ko vajadzētu likt uzsvaru, jo tā ir pievienota vērtība, tā ir neapzināta, un to katras paaudzes pārstāvis iegūs komunikācijas un sadarbības procesā.

    Uzskatu, ka šajā projektā vajadzētu uzsvērt arī praktisko idejas pielietojamību. Pirmkārt, īstenotais projekts ir lielisks risinājums vientuļiem, vecāka gadagājuma cilvēkiem cīnīties ar savu vientulību un dažreiz pat depresīviem mirkļiem, kad dzīve paliek bezjēdzīga un vairs nav bērnu/cilvēku, par kuriem rūpēties. Šis projekts ir viņu iespēja saredzēt dzīves jēgu, atkal justies vajadzīgiem un noderīgiem, kā arī vienkārši patīkami pavadīt savu ikdienu. Otrkārt, šis projekts lielā mērā atrisinātu to ģimeņu problēmas, kurās vecāki ir spiesti strādāt, bet nav kam atstāt bērnu pieskatīšanai, jo nav vecvecāku vai citu radu, kuri varētu uzņemties atbildību par bērnu, kamēr vecāki strādā. Tas ir labs veids dot bērnam iespēju iemācīties komunicēt ar senioriem, iemācīties cienīt vecāka gadagājuma cilvēkus, un vienkārši saprast, ko nozīme ''vecmāmiņa un vectētiņš'', kamēr vecāki tajā laikā būs droši un mierīgi par savu bērnu, ka tas ir pieskatīts. Sanāk, ka ar šo projektu var atrisināt vairākas praktiskas problēmas, un papildus iegūt pievienotu vērtību kā starppaaudžu sadarbību, no kuras izriet mācīšanās viena no otras, pieredzes apmaiņa un citi svarīgie un dzīvei noderīgie ieguvumi. 

  • Bild des Benutzers Filomena Montella

    Il progetto è davvero molto interessante e ritengo davveo efficace.

    Penso a ciò che accade nella mia classe di un corso serale quando un sedicenne interagisce con un settantenne. Lo scambio è molto efficace e aiuta entrambi gli studenti. Il primo ha davanti un modello di persona che vuole continuare ad imparare; il secondo ha davanti uno studente che ha la capacità di apprendere velocemente e può trasmettergli novità.

    Lo scambio diventa tra pari e porta ottimo risultati.