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Epsilon-Abschlussbericht und Schulungen - Die Stimmen der LGBTI-Migranten und -Flüchtlinge werden gestärkt

13/12/2018
by Maija Linnala
Sprache: DE
Document available also in: EN FR ES PL

Lesedauer circa 5 Minuten - Lesen, liken und kommentieren!

Dieser Artikel ist eine Übersetzung aus dem Englischen.


LGBTI-Migranten und Flüchtlinge

Diesen August haben das IARS International Institute [EN] und die Epsilon-Partnerschaft LGBTI-Migranten und -Flüchtlinge ins Bewusstsein gerückt, eine der am stärksten gefährdeten Gruppen im modernen Europa, und den Schwerpunkt dabei vor allem auf das dringende Bedürfnis gelegt, die Kenntnisse, Kompetenzen und das Bewusstsein der Fachkräfte zu verbessern, die mit Mitgliedern dieser Gruppe in Kontakt kommen.

Laut des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) [EN] kamen 2015 mehr als 1 100 000 Migranten und Flüchtlinge in Europa an, und dieser Strom hat sich in den letzten Jahren fortgesetzt und verstärkt. Letztes Jahr waren es pro Monat 55 000 Menschen. Krieg, Gewalt und Armut zwingen diese Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen, wodurch ihre Grundbedürfnisse und Menschenrechte gefährdet werden. Dazu gehören auch ihre Würde, Respekt und die Freiheit, ihre sexuelle Orientierung auszuleben, einen gleichgeschlechtlichen Partner zu haben und eine Familie zu gründen, ohne das Risiko einzugehen, getötet, verletzt oder schikaniert zu werden.

Nach geltendem EU-Recht steht allen Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität verfolgt werden, der Flüchtlingsstatus zu, doch wissen wir aus Forschungen, dass Behörden und die Migrations-/Asylverfahren nicht für den Umgang mit ihrer besonderen Situation gerüstet sind.

Die innovativen Bildungsinstrumente und Schulungskurse von Epsilon

Im Rahmen des zweijährigen Projekts hat das Epsilon-Konsortium unter der Leitung des IARS International Institute – gelenkt und evaluiert vom Sachverständigenrat für LGBT-Fragen – gemeinsam an der Entwicklung eines Instrumentariums aus äußerst innovativen Bildungsinstrumenten und Schulungskursen auf Basis der echten Bedürfnisse von LGBTI-Migranten und -Flüchtlingen gearbeitet.

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Photos of attendees at the Epsilon Closing International Conference "EUROPEAN COMMUNITY VOICES STRONGER TOGETHER: ABUSED AND STIGMATISED NO MORE" held on 12 July 2018 in London, UK.

Die faktengestützte E-Learning-Plattform soll Fachkräfte auf Änderungen in der Gesetzgebung aufmerksam machen, die auf eine Entwicklung hindeuten, aber vor allem auf Diskriminierungen hinweisen, die das Gesetz nicht verhindern konnte. Die Plattform besteht aus drei verschiedenen Modulen:

  • LGBTI sein
  • LGBTI-Asylsuchende und -Flüchtende
  • LGBTI-inklusive Umgebung für Migranten, Asylsuchende und Flüchtende

Die Plattform nutzt sowohl Fachkräften als auch Freiwilligen, die Dienste für Migranten, Flüchtlinge und Asylbewerber bereitstellen, und ermöglicht es ihnen, Fragen in puncto Würde, Respekt und Diskriminierung besser ansprechen zu können.

Das jüngst veröffentlichte E-Book von Epsilon mit dem Titel „Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender and Migrant: A European Story of Discrimination and Empowerment“ enthält neue und originale Belege aus dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Zypern, Italien und Griechenland. Jedes Teilnehmerland führte sowohl Forschungen „am Schreibtisch“ als auch qualitative Feldarbeit an seinen jeweiligen Standorten durch.

Britische Forschungsergebnisse

Eines der wichtigsten Erkenntnisse aus den britischen Untersuchungen war, dass sich LGBTI-Migranten oft wohler dabei fühlen, Unterstützung von Organisationen zu erbitten, deren Dienste auf die LGBTI-Gemeinschaft ausgerichtet sind, anstelle von entsprechenden Spezialisten oder öffentlichen Diensten. Um dem gerecht zu werden, arbeiten viele LGBTI-Organisationen in Bereichen, für die sie nicht eingerichtet wurden, wodurch zusätzliche Zeit und Ressourcen beansprucht werden. Sie haben zudem zur Erkenntnis geführt, dass spezielle Organisationen für Immigration härter daran arbeiten müssen, gegenüber LGBTI-Migranten offener und freundlicher zu sein.

Wir haben zudem festgestellt, dass Asylbewerbern und anderen Migranten bei ihrer Ankunft oftmals von Netzwerken in ihren Herkunftsländern geholfen wird. Für viele LGBTI-Migranten bedeutet die Annahme dieser Unterstützung jedoch, aus Angst vor Diskriminierung ständig einen wichtigen Teil ihrer Persönlichkeit zu verleugnen. Daher wird es als äußerst wichtig erachtet, LGBTI-Migranten beim Erlernen der notwendigen Fähigkeiten, etwa in ESOL-Kursen (English for Speakers of Other Languages), zu unterstützen, sodass sie Verbindung zu anderen Netzwerken aufnehmen können. Es wurden jedoch auch Bedenken geäußert, dass bestimmte Untergruppen der „Homosexuellen-Szene“ intolerant sein und LGBTI-Migranten möglicherweise weiteren Diskriminierungen aussetzen könnten (IARS Publications, 2018).

Das E-Book von Epsilon präsentiert die wichtigsten Erkenntnisse und Empfehlungen des zweijährigen europäischen Projekts von Erasmus+ KA2 sowie die Ergebnisse der Instrumente, die infolge des Projekts entwickelt wurden. Dazu gehört ein Face-to-Face- und Online-Ausbildungsprogramm, das in allen Partnerländern und ganz Europa eingeführt wurde.

Der vollständige Bericht und die Website zum Projekt können hier eingesehen werden.

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The IARS International Institute: Community-led solutions for a fairer society

Das IARS International Institute ist eine nutzergeführte und nutzerorientierte Wohltätigkeitsorganisation mit dem Ziel, allen Menschen die Chance zu geben, eine sicherere, gerechtere und integrativere Gesellschaft zu schaffen. In den vergangenen 10 Jahren hat das Institut erstklassige und hochmoderne Dienste in den Bereichen Bildung, Forschung, Politik und Vernetzung von lokaler, nationaler und internationaler Bedeutung bereitgestellt. Wir konzentrieren uns darauf, durch die direkte Bereitstellung von Diensten die am stärksten ausgegrenzten Gemeinschaften zu befähigen und es Organisationen gleichzeitig zu ermöglichen, ihre sozialen Auswirkungen zu messen und zu verbessern.

Das IARS International Institute wird von seinem Gründer und Direktor Professor Dr. Theo Gavrielides geleitet und beschäftigt Experten, Praktikanten sowie Freiwillige. Es ist bekannt für seinen robusten, unabhängigen und faktengestützten Ansatz zur Bewältigung aktueller sozialer Probleme. Unsere Kompetenzen in Sachen Gerechtigkeit, Gleichheit und Jugend werden weltweit anerkannt, und wir haben Projekte u. a. in den Bereichen opferorientierte Justiz, Rehabilitation, Menschenrechte und Inklusion, Staatsbürgerschaft, öffentliche Dienste sowie nutzergeführte Forschung/Evaluierung realisiert.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.iars.org.uk

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