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Blog

Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit – wie kann die Erwachsenenbildung dazu beitragen?

18/05/2018
von Gina Ebner
Sprache: DE
Document available also in: EN RO LV ET EL HU ES FR IT PL NL

/de/file/migrant-educationMigrant Education

Migrant Education

 

Wir alle wissen, dass Erwachsenenbildung für MigrantInnen entscheidend ist, aber was ist mit den Menschen, die den Neuankömmlingen mit Angst, Ablehnung und/oder Hass begegnen? Gina Ebner hat einige Vorschläge parat, wie die Erwachsenenbildung der Gastgemeinschaft zu mehr Akzeptanz gegenüber MigrantInnen verhelfen kann.

 

Wir alle wissen, dass Erwachsenenbildung für MigrantInnen entscheidend ist – den ersten Schritt bildet das Erlernen der Sprache des neuen Landes, auf den sehr oft ein beschäftigungsbezogenes Lernen folgt.

Aber was ist mit den Gastländern? Was ist mit den Menschen, die den Neuankömmlingen mit Angst, Ablehnung und/oder Hass begegnen? Kann die Erwachsenenbildung zur Bekämpfung von negativen Gefühlen gegenüber MigrantInnen und Fremdenfeindlichkeit beitragen? Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Organisationen der Erwachsenenbildung eine Reihe von Möglichkeiten haben, dieses Problem anzugehen:

  1. Information

Informationen können über Workshops und Vorträge über die Herkunftsländer von MigrantInnen, die positiven Auswirkungen der Migration, die „Zerstörung von Mythen“ über Ängste und Gerüchte im Zusammenhang mit Migration, die Gründe und Ursachen von Migration und Flüchtlingsströmen vermittelt werden.

  1. Interkulturelle Begegnungen

Hier sind ebenfalls verschiedenste Aktivitäten möglich – Begegnungsmöglichkeiten durch interkulturelle Cafés, das Zusammenbringen von Gruppen mit ähnlichen Interessen, aber unterschiedlicher Herkunft (z. B. Mütter), die Einrichtung von Mentoring-Programmen, bei denen Freiwillige der Gastgemeinschaften sich um Neuankömmlinge kümmern (Kanada hat z. B. ein sehr gut entwickeltes Sprachlernprogramm, bei dem MentorInnen für den Sprachunterricht ausgebildet werden).

  1. Botschafter

Es gibt etliche Initiativen, bei denen VertreterInnen von Neuankömmlingen ausgebildet werden, die dann als MultiplikatorInnen fungieren. Der muslimische Studienverband Ibn Rushd in Schweden hat ein solches Projekt durchgeführt, bei dem junge Muslime in Schulen und Vereine gehen, um dort Fragen zu beantworten. In Deutschland gibt es ähnliche Konzepte für (junge) Flüchtlinge, die als MultiplikatorInnen in der politischen Bildung dienen.

  1. Vermittlung von Bürgerkompetenzen

Es gibt unzählige Möglichkeiten, Bürgerkompetenzen zu erlernen und zu trainieren. Der hervorragende Begriff „Zivilcourage“ besagt, dass man sich für seine Überzeugungen einsetzt und das Wort ergreift, wenn man Zeuge einer Ungerechtigkeit wird. Es gibt Möglichkeiten, seine Argumente vorzubereiten, mögliche Situationen in Rollenspielen darzustellen und sich in Zivilcourage zu üben.

  1. Brückenschlag zu anderen Organisationen

Etliche Organisationen der Erwachsenenbildung erweitern das Spektrum ihrer Arbeit, indem sie die Zusammenarbeit mit selbstorganisierten Migrantenorganisationen suchen. Eine weitere Möglichkeit sind Nichtregierungsorganisationen, die sich der Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung widmen (ein europäisches Beispiel dafür ist das Europäische Netz gegen Rassismus).

 

Ich kenne nur wenige Beispiele, die sich direkt an Menschen mit fremdenfeindlichen Ansichten richten. Sie überschneiden sich oft mit anderen lokalen Angeboten oder Aktivitäten von Politikern (z. B. verschiedene Formen des Bürgerdialogs). Dies ist in gewisser Weise auch nicht verwunderlich – denn es ist nicht Aufgabe der Erwachsenenbildung, Menschen ideologisch zu überzeugen. Was die Erwachsenenbildung tun kann, ist Informationen und Fakten bereitzustellen anstatt Gerüchten und Fehlinformationen, Menschen zusammenzubringen und das Empowerment aller zu ermöglichen.

Allerdings muss die Erwachsenenbildung in diesem Bereich noch mehr tun – die besten Ansätze für die Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit durch Erwachsenenbildung finden, sie ausbauen und unsere Fähigkeiten in diesem Bereich stärken. Auch wir können enger mit Jugendorganisationen, Migranten- und Menschenrechtsverbänden zusammenarbeiten, die oft viel Erfahrung mit der Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung haben. Wir können die Methoden anwenden, die die Erwachsenenbildung verwendet und entwickelt hat (Paulo Freire könnte hier wieder als Ausgangspunkt dienen).

Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit, entweder in den Kommentaren unten oder bei unserer Online-Diskussion am 31. Mai 2018!


Gina Ebner ist Generalsekretärin des Europäischen Verbands für Erwachsenenbildung (EAEA) und EPALE-Themenkoordinatorin für „Unterstützung für Lernende“.

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1 - 3 von 3 anzeigen
  • Bild des Benutzers Filomena Montella
    Insegno lettere in corsi serali e nelle mie classi ci sono spesso immigrati neo arrivati o di seconda generazione. Ritengo fondamentale il ruolo dell'insegnamento della storia per il confronto di culture diverse. L'insegnamento oggettivo della storia, attraverso l'uso delle fonti, diventa un modo efficace per evitare stereotipi che portano spesso ad assumere atteggiamenti xenofobi di chi non sa e conosce solo pregiudizi.
    E' necessario fra i banchi di scuola attuare un processo di vera inclusione, partendo dalla storia e continuando con l'interdisciplinarietà.  
  • Bild des Benutzers Andrew McCoshan
    Great points, Gina. Xenophobia and racism are based on lies and falsehoods - so, as you say adult learning's role is to expose them. Cooperation seems key for adult learning in this context.  Maybe it's helpful to borrow the marketing idea of 'channels' - we need to use every channel we can - formal, non-formal, informal....

    By the way, love the word Zivilcourage!
  • Bild des Benutzers Gina Ebner
    Yes, it's an excellent term, isn't it!
    I agree with your channels and would add that they'll probably work best in in- and non-formal environments such as neighbourhoods etc.