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EQAVET in der ungarischen schulischen Berufsbildung

26/05/2020
von Tibor Králik
Sprache: DE
Document available also in: HU EN

Die Regierung formulierte 2019 in ihrer Strategie Berufsbildung 4.0 ihr Engagement in Bezug auf die Umgestaltung der Berufsbildung parallel zur Einführung eines Qualitätssicherungssystems auf der Grundlage des Europäischen Referenzrahmens für die Qualitätssicherung in der Berufsbildung (EQAVET). Auch in Rechtsvorschriften erschienen die Regeln für eine Einführung des Qualitätsmanagements in der Berufsbildung: Das Parlament erließ das neue Gesetz Nr. LXXX von 2019 über die Berufsbildung und die Regierung veröffentlichte die Regierungsverordnung Nr. 12/2020 (II. 7.) über die Umsetzung des Gesetzes über die Berufsbildung.

Auf der Abbildung ist der Aufbau des Institutionellen Qualitätsmanagementsystems (ung. Abk. MIR, nachfolgend MIR) zu sehen. Das Qualitätsmanagementsystem wird innerhalb von zwei Jahren umfassend erarbeitet.

Das MIR, dessen Einführung im Gange ist, beruht auf einer aller zwei Jahre erfolgenden Selbstevaluation der Institutionen, zu der eine auf identischen Aspekten beruhende externe Bewertung hinzukommt. Die externe Bewertung wird alle vier Jahre von der für die Aufsicht über den Bereich zuständigen Institution durchgeführt. Das Erwartungssystem und die Erhebungsinstrumente zur Selbstevaluation, externen Bewertung und zur Bewertung der Lehrkräfte sind in den Deskriptoren und Indikatoren des EQAVET enthalten. Die Berufsbildungsinstitutionen erarbeiten mit methodischer Unterstützung durch die für die Aufsicht über den Bereich zuständige Institution bis zum 31. August 2022 ihr Qualitätsmanagementsystem.

Das Qualitätsmanagementsystem für die Berufsbildung (MIR) baut auf folgenden Elementen auf:

  • Qualitätspolitik: umfasst die Mission und das Zukunftsbild der Einrichtung und ihr strategisches Zielsystem sowie legt den strukturellen Rahmen für das Qualitätsmanagementsystem, die Funktionsweise des Qualitätsmanagements und die regulierten Prozesse der Einrichtung in den Bereichen Leitung und Management, Berufsbildung sowie Förderung und Ressourcen fest.
  • Selbstevaluation: Das Handbuch zur Selbstevaluation, das vom Minister herausgegeben wird, enthält die Anforderungen, die zu messenden Indikatoren, die Instrumente zur Partnermessung sowie die methodische Empfehlung zur Selbstevaluation.
  • Externe Bewertung: Das Handbuch, das vom Minister herausgegeben wird, enthält das mit der Selbstevaluation identische Anforderungssystem sowie die methodische Beschreibung der externen Bewertung. Die externe Bewertung evaluiert die Berufsbildungsinstitution und die Arbeit ihres Leiters.
  • Bewertung der Lehrkräfte: Die Leistungsbewertung der in der Berufsbildung tätigen Lehrkräfte erfolgt alle drei Jahre anhand der vom Minister herausgegebenen methodischen Empfehlung durch den Leiter der Berufsbildungsinstitution. Die externe Bewertung geht nicht auf die Arbeit der Lehrkräfte ein, doch sie untersucht die Umsetzung des Bewertungssystems für die Lehrkräfte der Einrichtung.

Im ersten Schritt der Einführung wurden diejenigen Kriterien für die Leistungsbewertung der Lehrkräfte erarbeitet, die ab dem 1. Juli 2020 in der Berufsbildung bei der Veränderung des die Lehrkräfte betreffenden Rechtsverhältnisses (sie werden aus dem Geltungsbereich des Beamtengesetzes herausgenommen und fallen ab dann in den Geltungsbereich des Arbeitsgesetzes) als Grundlage für die Gehaltserhöhung dienen. Die Bewertungsaufgaben führt der Leiter der Institution durch, wobei er sich auf die erhobenen Daten und die Arbeit seiner Kollegen in der Institutionsleitung stützt sowie - bei Bedarf - auch einen Experten hinzuzieht. Für die Leistung der Lehrkräfte und deren objektive differenzierte Bewertung ist die Leitung verantwortlich. Die Kriterien für die neue Bewertung der Lehrkräfte wurden anhand von „EQAVET“ und dem „Hay-System“ erstellt.

Bei dem Hay-System handelt es sich um ein Arbeitsstellenbewertungssystem, das von Edward N. Hay (USA) entwickelt wurde und in Ungarn von Großunternehmen seit Anfang der 90er Jahre angewandt wird. Bei dem Bewertungsprozess wird der Wert der Arbeitsstelle innerhalb der Organisationsstruktur anhand der Arbeitsstellenprofile – zwecks Vergleichbarkeit durch ein Punktesystem – bestimmt.

Anwendung des Bewertungssystems für Lehrkräfte

Aufgrund der Strategie Berufsbildung 4.0 „besteht eine der wichtigsten Aufgaben darin, dass die Lehrkräfte, die den theoretischen und praktischen Unterricht in der Ausbildung halten, auch die aktuellen Technologien in ihrem Fachbereich kennen“. Das neue System von Kriterien für die Bewertung dient als Grundlage für das an die Stelle der Pädagogenbewertung tretende Bewertungssystem für Lehrkräfte, welches in der Berufsbildung Anwendung finden wird. Die für die Aufsicht über den Bereich in der Berufsbildung zuständige Institution verpflichtet sich dazu, die Qualitätskriterien bei der Bewertung der Lehrkräfte anzuwenden. Die definierten Bewertungsbereiche und Kriterien werden als Anforderungen an die in der Berufsbildung tätigen Lehrkräfte formuliert. Ohne engagierte, kompetente Lehrkräfte ist es nicht möglich, ein qualitativ hochwertiges Bildungssystem aufrechtzuerhalten.

Aufgrund der Qualitätsanforderungen an die sich erneuernde Berufsbildung ist es wichtig, dass bei der Veränderung des Rechtsverhältnisses die Einstufung der Lehrkräfte nach diesen Regeln erfolgt; die Leistungsbewertung, die jetzt durchgeführt werden muss, ist anhand der derzeit verfügbaren Daten und Ergebnisse zu erstellen. Die Gehaltserhöhung in Verbindung mit der Rechtsverhältnisänderung muss auf der Leistungsbewertung der Lehrkräfte basieren. Grundlage für die Festlegung des Gehalts ist zwar die Leistungsbewertung der Lehrkräfte, jedoch werden die einzelnen Bewertungsbereiche nicht das gleiche Gewicht haben. Die Gewichtungskoeffizienten werden institutionsintern einheitlich auf der Grundlage der branchenpolitischen Ziele im Bereich der Berufsbildungsentwicklung, der regionalen Berufsbildungsziele und der lokalen Arbeitsmarktsituation festgelegt.

Das Bewertungssystem für Lehrkräfte kann auf alle Stellen für Lehrkräfte der Berufsbildungsinstitution angewandt werden (Lehrer für allgemeinbildende ebenso wie für berufsspezifische Fächer, Psychologen, Angestellte, die als Bibliothekar und Lehrer tätig sind, Förderlehrer, Internatslehrer). Zur Bewertung der Leiter der Berufsbildungsinstitutionen wird ein sich auf Führungskompetenzen und -aufgaben beziehendes gesondertes Bewertungssystem für Führungskräfte erstellt.

Das Leistungsbewertungssystem für Lehrkräfte besteht aus zehn Bewertungsbereichen:

  • Die Bewertungsbereiche 1-3 beziehen sich auf die Bewertung der jeweiligen Arbeitsstelle.
  • Die Bewertungsbereiche 4-10 beziehen sich auf die Bewertung der fachlichen Kompetenzen und der Leistung der Lehrkraft, die die Stelle innehat.

Die Bewertungskriterien bedeuten die Aufschlüsselung innerhalb des Bewertungsbereichs nach denjenigen Kriterien, die zusammen mit allen Bereichen und in deren Rahmen nach allen Gesichtspunkten die Tätigkeit der Lehrkräfte umfassend abdecken. Bei der Bewertung muss nicht jedes Kriterium separat bewertet werden, sondern unter Berücksichtigung der Kriterien müssen Leistung und Kompetenzen der Lehrkraft im gesamten Bewertungsbereich mit 1-6 Punkten bewertet werden. Nicht für jede Stelle einer Lehrkraft ist jedes Kriterium relevant, abgesehen von diesen Kriterien muss jedoch der gesamte Bewertungsbereich mit Punkten bewertet werden.

Die Erklärung unterstützt anhand der Kriterien für die Bewertungsbereiche die Interpretation des jeweiligen Bewertungsaspekts durch die Berufsbildungsinstitution.

In der Spalte Indikatoren finden sich für jedes Kriterium diejenigen Informationsquellen, die die Grundlage für die Bewertung der Lehrkräfte darstellen. Bei der ersten Einstufung müssen die hier aufgeführten zur Verfügung stehenden Informationsquellen genutzt werden.

Die Punktzahl für den Bewertungsbereich reicht von 1 bis 6 und stellt das von der Lehrkraft erreichte Kompetenz- und Leistungsniveau dar.

Dauerbeschäftigte Lehrkräfte bzw. ihre Stellen müssen bezüglich jedes Bewertungsbereichs bewertet werden. Bei neu eingestellten Lehrkräften kann nur die Stelle bewertet werden, die fachlichen Kompetenzen jedoch nicht, sodass in ihrem Fall nur die Bewertungsbereiche 1-3 berücksichtigt werden. Für sie erfolgt die Anwendung der Bewertung hinsichtlich des Gehalts nur anhand der Bewertung der Stelle.

Die Lehrkraft kann das Ergebnis ihrer Bewertung einsehen und sich mit dem Leiter der Berufsbildungsinstitution darüber abstimmen.

Das Bewertungssystem für Lehrkräfte befindet sich auf der Webseite der Innovatív Képzéstámogató Központ Zrt. (Innovatives Bildungsförderzentrum geschl. AG)

 

 

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„Qualitätssicherung in der Berufs- und Erwachsenenbildung“?

 

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1 - 3 von 3 anzeigen
  • Bild des Benutzers Tibor Králik
    A minőségirányítási rendszer (MIR) önértékelésen alapul, amelyet kiegészít a négyévente sorra kerülő külső értékelés, mindkettő azonos elvárásrendszer alapján értékeli az iskola illetve vezetőjének munkáját. Az önértékelés keretében kétévente lesz szülői és tanulói partneri igény-és elégedettségmérés. A MIR-en belül háromévente kerül sor az oktatók értékelésére, amelynek része az önértékelés és a szakképző intézmények vezetői által végzett ellenőrzés-értékelés, ennek keretében az adott oktatóra vonatkozóan szintén készül tanulói kérdőív. A partneri méréseket egy informatikai felület fogja támogatni, amelyben a kötelező kérdéseken túl lehetőség lesz intézmény - illetve oktató specifikus kérdésekkel való kiegészítésre.
  • Bild des Benutzers Kiss Ilona
    Látható, hogy a minőségirányítási rendszer összetett és sok fontos szempontot figyelembe vesz. Ugyanakkor felmerült bennem a kérdés, hogy a szülők és diákok észrevételei belekerülnek-e valamilyen szinten az értékelésbe. Az önértékelésen belül van egy "Partneri igény és elégedettségmérés", ez lenne az a terület amelybe beszámításra kerülnek? Milyen szempontok alapján és milyen formában járulhatnak hozzá az intézmény fejlesztéséhez a tanulók és szüleik?

  • Bild des Benutzers Anildo Vedovatti
    Az új oktatói értékelőrendszer nagyon jelentős változást hozhat a pedagógusok mellett a munkavállalói általános értékelés világában. Az EQAVET alapú megközelítést olyan részleteket épít be az értékelés szempontrendszerében, ami az oktatás területén eddig csak bizonyos projektekben volt számottevő. A jelenlegi jogszabályi változás sikeres intézményvezetői megoldása magával hozhatja a teljesítmény alapú differenciálás lehetőségét a hasonló munkakörökben dolgozók között.