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Blog

EPALE-Zusammenfassung: Der Schwerpunkt im Mai: aktive Staatsbürgerschaft

07/06/2017
von Simon BROEK
Sprache: DE
Document available also in: EN HU PT LT FR IT PL ES CS

/de/file/epale-summary-active-citizenshipEPALE summary Active Citizenship

EPALE summary Active Citizenship

 

Der thematische Koordinator Simon Broek zum EPALE-Schwerpunkt im Mai: aktive Staatsbürgerschaft

Der EPALE-Schwerpunkt zum Thema „aktive Staatsbürgerschaft“ unterstreicht, wie Erwachsenenbildung in einer Zeit zu aktiver Staatsbürgerschaft beitragen kann, in der es besonders darauf ankommt, und welche Problematik sich damit verbindet.

Die Erziehung zu Staatsbürgerschaft ist ein wichtiger Schritt hin zu einer gesunden Gesellschaft. Sie hilft den Menschen, mehr über Bürger- und Menschenrechte zu erfahren, indem sie die Prinzipien und Institutionen ihres Landes kennenlernen. Die Erziehung zu Staatsbürgerschaft kann die Lernenden zu aktiven Bürgern machen. Sie fördert Urteilsvermögen und kritisches Denken und hilft den Menschen, einen Sinn für individuelle und gemeinsame Verantwortung zu entwickeln und sich in den lokalen Gemeinschaften und demokratischen Einrichtungen auf allen Ebenen zu engagieren.

In dieser monatlichen Zusammenfassung möchte ich einige Blogs zu diesem Thema vorstellen.

 

In einer im Wandel begriffenen Gesellschaft gewinnen aktive Staatsbürgerschaft und Erwachsenenbildung zunehmend an Bedeutung.

In seinem Blogbeitrag Promoting tolerance and understanding – the unique role of adult education (in englischer Sprache, Förderung von Toleranz und Verständnis – die besondere Rolle der Erwachsenenbildung) zeigt Andrew McCoshan, dass die Erwachsenenbildung eine wichtige Rolle für die Umsetzung der Erklärung zur Förderung der Staatsbürgerschaft und der gemeinsamen Werte von Freiheit, Toleranz und Nichtdiskriminierung durch Bildung (Declaration on promoting citizenship and the common values of freedom, tolerance and non-discrimination through education) spielt. Studien zeigen, dass die Erwachsenenbildung einen wichtigen Faktor zur Steigerung der sozialen Implosion bei gefährdeten Bürgern darstellen kann. Lernende aus gefährdeten Milieus haben einen besseren Spracherwerb, scheinen in ihrer näheren Umgebung aktiver zu sein, sind weniger isoliert und selbstbewusster.

Der Blogbeitrag von Prof Pirkko Pitkänen und Dr. Amalia Sabiescu weist darauf hin, dass die Frage der aktiven Staatsbürgerschaft von großer Bedeutung für die Legitimität der demokratischen Staatsführung ist. Sie ist nämlich davon abhängig, inwiefern die einzelnen Bürger sich demokratische Strukturen und Praktiken zu eigen machen. In der Praxis zeigen jedoch die jüngeren Generationen eine größere Passivität beim politischen und sozialen Engagement als die älteren, zumindest, wenn man die traditionellen Arten des Engagements betrachtet. Gegenüber einem hierarchisch gestalteten Engagement bevorzugen die ins digitale Zeitalter Hineingeborenen eher Gruppen und virtuelle Communities, die hauptsächlich als Peer-to-Peer-Netze organisiert sind, und in denen Einzelpersonen und ihre Communities zu Kräften der gesellschaftlichen Gestaltung und Katalysatoren des Wandels werden.

 

Erwachsenenbildung kann zu aktiver Staatsbürgerschaft und zum Aufbau von Gemeinschaften beitragen

Wie in dem EPALE-Podcast zur aktiven Staatsbürgerschaft besprochen, kann Erwachsenenbildung wieder zu einem verstärkten Engagement, zur Bildung von Gemeinschaften, dem Erlernen demokratischer Werte, der Bekämpfung von Vorurteilen, der Entwicklung eines kritischen Urteilsvermögens (Auseinandersetzung mit Fake News in den Medien) und zur Vorbeugung von Ausgrenzung und Xenophobie beitragen. Die Diskussion zeigte auf, dass Erwachsenenbildung Hilfestellung bei der Lösung von Problemen bietet und Erwachsenen hilft, ihren Platz in einer im raschen Wandel befindlichen Gesellschaft zu finden.

Wie Andrew McCoshan in seinem Blog aufzeigt, kann Erwachsenenbildung auf der Grundlage der Agenda der Erklärung einen Beitrag leisten zur:

  • Entwicklung institutionalisierter Ansätze
  • Schaffung authentischer Praktiken durch Zusammenarbeit und Partnerschaft mit Communitygruppen und dem Tertiärsektor
  • Einbeziehung aller Gemeinschaften
  • Gewährleistung kulturell sensibler pädagogischer Ansätze
  • Gewährleistung eines konsequenten Engagements für Vielfalt
  • Durchsetzung einer effizienten Lehrerausbildung

Der EPALE-Schwerpunkt zur aktiven Staatsbürgerschaft brachte viele interessante Beispiele aktiver Staatsbürgerschaft ans Licht und unterstrich den Beitrag der Erwachsenenbildung wie beispielsweise im Blogbeitrag Waste No Time – Creative Approaches to Active Citizenship initiative (in englischer Sprache, Keine Zeit verschwenden – Initiative für kreative Ansätze zur aktiven Staatsbürgerschaft).

 

Der Beitrag der Erwachsenenbildung zu aktiver Staatsbürgerschaft hinterfragt

Die Entwicklung der aktiven Staatsbürgerschaft durch Erwachsenenbildung ist nicht problemlos. Pirkko Pitkänen und Amalia Sabiescu weisen darauf hin, dass das europäische Erwachsenenbildungssystem dem Bildungsbedarf der am meisten gefährdeten Menschen, also solchen mit geringen oder gar fehlenden funktionellen und grundlegenden Lese- und Schreibkenntnissen und kulturellen Fertigkeiten nur ungenügend nachkommt. Dies beeinträchtigt deren aktives Engagement in der Gesellschaft.  

Andrew McCoshan weist auf die Problematik hin, dass der Schwerpunkt in der Erwachsenenbildung häufig auf der Entwicklung verbesserter linguistischer, mathematischer und digitaler Kenntnisse jener Erwachsener liegt, die solche Kenntnisse in der Schule nicht ausreichend erworben haben. Aber ist es heute nicht genauso wichtig, dass in der Erwachsenenbildung die Staatsbürgerschaft als Grundkompetenz“ betrachtet wird? Und was unternehmen wir, wenn dem so ist?  Wie realistisch ist es, zu verlangen, dass das Thema Staatsbürgerschaft in der Erwachsenenbildung grundsätzlich in die Vermittlung der Grundkompetenzen aufgenommen wird? Welche Hindernisse sind zu erwarten?


Simon Broek war an mehreren europäischen Forschungsprojekten zu Bildung, Arbeitsmarktthemen und Versicherungswesen beteiligt. Er beriet die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die europäischen Agenturen in Fragen der Bildungspolitik, lebenslangen Lernens und Arbeitsmarktfragen. Darüber hinaus ist er Managing Partner am Ockham Institute of Policy Support.

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  • Bild des Benutzers Yasin USTA

    nice, sensible findings; I hope these articles could be taken into account and new techniques can be built on it.