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EPALE - E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa

Blog

EPALE-Zusammenfassung: Fokus im Juni auf Erwachsenen mit Behinderungen

20/07/2017
von Regina EBNER
Sprache: DE
Document available also in: EN FR IT ES PL LT RO HU

/de/file/adult-learners-disabilitiesAdult learners with disabilities

Thema des EPALE-Fokus im Juni war Erwachsenenbildung für Menschen mit Behinderung. Diese Diskussion hat uns viele inspirierende Ansätze geliefert, aber auch gezeigt, wie viel noch zu tun ist, bis wir eine echte Inklusion von Menschen mit Behinderung erreicht haben.

Auf die Lernenden abgestimmte Methoden

Eine Reihe neuer Artikel stellte interessante Beispiele für inklusive Methoden vor. So haben zum Beispiel Josephine Finn, Saranne Magennis und Laura Burke von der Maynooth University auf die Inclusive Learning Initiative an ihrer Universität in der Republik Irland hingewiesen. Diese Initiative gibt Menschen mit Lernschwierigkeiten die Möglichkeit, an Universitätskursen teilzunehmen, und zwar durch eine Reihe von speziell auf die Lernenden abgestimmten Hilfen wie Lernförderer und einen Rechtsanspruch. Diese Initiative ebnet nicht nur Lernenden mit Behinderungen den Weg, sie bietet auch sehr positive Erfahrungen für die Erwachsenenbildner, die damit begonnen haben, ihre Lehrmethoden zu überdenken.

Ein weiteres faszinierendes Beispiel, das sich allerdings sehr von den anderen unterscheidet, wurde von Dr. Melanie Brown vorgestellt. Dr. Brown sprach über das Thema konduktive Förderung, die eine Mischung aus Lernen und medizinischer Rehabilitation für Patienten mit neurologischen Störungen darstellt. Bei der konduktiven Förderung werden Lernende nicht als passive Patienten angesehen, sondern als Menschen, die ihre Entwicklung aktiv in die Hand nehmen. Der Schwerpunkt dieses Modells liegt darauf, wie die Menschen lernen und nicht so sehr darauf, was sie lernen. Eine Kombination aus Übungen und bewusster Rückgewinnung der Körperkontrolle hilft, die Plastizität des Gehirns zu verbessern. (Im Übrigen kann ich nach dem Vortrag eines Neurologen an einem Erwachsenenbildungszentrum in Deutschland auch sagen, dass dies grundsätzlich sehr nützlich für ältere Menschen ist. Die Neurowissenschaften haben erst vor kurzem entdeckt, dass sich auch im Alter neue Synapsen im Gehirn bilden. Alles, was wir tun müssen, ist unser Gehirn zu trainieren – und da wurde vor allem darauf hingewiesen, dass Sprachenlernen eine ausgezeichnete Methode ist, um unser Gehirn jung zu halten. Also – Sie wissen, was zu tun ist!)

Rechtsrahmen

Es gab auch eine Reihe von Diskussionen über die notwendigen Rahmenbedingungen, die es Menschen mit Behinderung ermöglichen, an der Erwachsenenbildung teilzunehmen. Jo Honigmann, CEO von CPotential, hat darüber informiert, wie Studenten mit Behinderungen in England rechtlich geschützt werden. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Gesetze, die sich auf Lernende mit Behinderungen beziehen, führte zu der Frage ihrer Wirksamkeit. Frau Honigmann kam zu dem Schluss, dass „Gesetze nur dann wirksam sind, wenn sie bekannt sind und von den Studenten und den Bildungsanbietern verstanden werden. Aber selbst dann liegt die Last für die Umsetzung hauptsächlich auf den Einzelnen, und das kann nicht nur schwierig sein, sondern auch teuer“. Diese Schlussfolgerung klingt vertraut für alle diejenigen, die in diesem Bereich arbeiten – Maßnahmen und Rechtsrahmen können nur dann erfolgreich sein, wenn sie auch konsequent umgesetzt werden (und richtig umgesetzt werden!).

Dies erinnert mich an die Online-Diskussion, die wir Anfang Juni hatten  – wir haben festgestellt, dass die Rechtsrahmen generell nicht ausreichen und dass nicht genügend Finanzmittel zur Verfügung stehen, obwohl es so etwas gibt wie die Europäische Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen. Viele Anbieter sind auch nicht ausreichend ausgerüstet, um echte inklusive Bildungswege anzubieten, und wir könnten sehr viel mehr tun, wenn wir mehr und besser Ausbildung von Lehrkräften hätten.

Also alles nur Schwarzmalerei? Ich muss sagen, dass mich viele der Beispiele inspiriert haben. Sie zeigen, wie Erwachsenenbildung im Idealfall aussieht – speziell auf die Lernenden abgestimmt, darauf bedacht, die besten Methoden und die beste Unterstützung für Lernende zu finden – kurz, Erwachsenenbildung, wie wir sie uns wünschen. Inklusive Bildung kommt allen zugute.


Gina Ebner ist Generalsekretärin des Europäischen Verbands für Erwachsenenbildung (European Association for the Education of Adults - EAEA) und thematische Koordinatorin für die Unterstützung von Lernenden bei EPALE.

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  • Bild des Benutzers Anna Kwiatkowska

    ... to największa przeszkoda.I tylko osoby pracujące w organizacji/instytucji wspierającej osoby z niepełnosprawnością wiedzą, jakich cudów się tam dokonuje, by rezultaty działań były wartościowe i użyteczne. Edukację dorosłych z niepełnosprawnościami tworzą pasjonaci. Dlatego wiele się dzieje w tym obszarze. Jednocześnie, jako osoba koordynująca projekty finansowane z Erasmusa+,  mam ogromny szaccunek dla jego twórców i osób tworzących teraz podstawy tego programu - za życzliwe i skuteczne wspieranie rozwoju tej edukacji.