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Digitale Schätze der Archive jetzt auch für Jugendliche und Senioren

Ziel des Projekts ist es, innovative Lösungen anzuwenden, die das traditionelle Modell der öffentlichen Sammlung für die Gesellschaft interessanter.

Originalsprache: Ungarisch

Autorin: Bettina Gida, Creative Europe Desk Hungary

Lesedauer circa 6 Minuten – Lesen, liken und kommentieren!

 

Das internationale Langzeitprojekt „European Digital Treasures“ ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen fünf nationalen Archiven, einer Universität in Irland und der in Österreich ansässigen Dachorganisation ICARUS, die Hunderte von kleineren Archiven zusammenführt.

Levéltár

 

„Das Ungarische Nationalarchiv verfügt über intensive Beziehungen zu den europäischen Partnerinstituten. Diese Partnerbeziehungen basieren auf einem vorhandenen Netzwerk, wir kennen das Umfeld des anderen und seine Einrichtungen gut und das ist eine große Hilfe“, so Zoltán Szatucsek, Chefarchivar und Direktor. Zusammen mit dem Budapester Hauptstadtarchiv nahm die Einrichtung bereits an einer anderen internationalen Zusammenarbeit teil, die ebenfalls teilweise mit einem Zuschuss aus dem Programm „Kreatives Europa“ finanziert wurde. „Im Projekt CO:OP haben wir in erster Linie den Nutzern das Archiv vorgestellt. Jetzt ist unser primäres Ziel die Erneuerung des Archivs. Wir versuchen, innovative Lösungen anzuwenden, die das traditionelle Modell der öffentlichen Sammlung konsumierbarer und für die Gesellschaft interessanter machen und die Institutionen mit den Bürgern verbinden“, fasste Zoltán Szatucsek das Ziel des Projekts zusammen.

In Übereinstimmung mit den Richtlinien der Europäischen Union möchten wir hauptsächlich zwei, über eigene Archivansprüche verfügende Zielgruppen ansprechen: Jugendliche und Senioren. Während den Jugendlichen gezeigt werden muss, was ein Archiv ist und womit es sich beschäftigt, kennen Senioren diese Einrichtung gut. „Sie haben ein besonderes Interesse an ihrer eigenen Vergangenheit und Identität, sie sind aktiver bei der Erforschung ihrer Familiengeschichte. Wir können sie in Crowdsourcing-Aktivitäten (gemeinschaftsbasierte Erweiterung der Sammlung) einbeziehen, was zum einen das Archivmaterial bereichert, zum anderen für sie Verbindungen und eine nützliche Beschäftigung bedeutet. Infolge der Pandemie ist das momentan schwieriger zu realisieren, doch organisieren wir Treffen, wodurch wir ihnen auch ein soziales Erlebnis bieten können“, erfuhren wir vom Chef des Archivs.

Im Rahmen des Projekts präsentieren die an der Partnerschaft beteiligten Archive drei verschiedene Ausstellungen, die auf Europa fokussierte Themen bearbeiten. Für diese wählen sie aus ihrem eigenen Material Dokumente aus, für deren Multimedia-Auftritt die Universität Cork zuständig ist. Auf diese Weise entstehen sogenannte transmediale Ausstellungen, bei denen eine Vielzahl digitaler Hilfsmittel, wie z. B. Videospiele, die vor Ort gespielt werden können, eingesetzt werden, um Archivmaterial spannend zu machen. Das Projekt versucht auch, aktuelle Herausforderungen widerzuspiegeln, so dass neben dem Thema „Aufbau Europas“ – dessen Verantwortlicher das Ungarische Nationalarchiv ist – Ausstellungen zu den Themen „Entdeckungen“ und „Migration“ vorbereitet werden. In Verbindung damit wurde ein Wettbewerb für junge Designer ausgeschrieben, um neue Souvenirgegenstände für die Archive zu entwerfen.

Ebenfalls zur Förderung junger Menschen wurde unter Einbeziehung von Lehrern ein aus drei Modulen bestehendes digitales (E-Learning-) Lehrmaterial entwickelt, das in der Schulbildung effizient genutzt werden kann und dessen ersten beiden Module bereits in der Testphase sind. Von den teilnehmenden Pädagogen haben nach Aussage von Zoltán Szatucsek auch die Kollegen des Archivs viel lernen können. „Das Archivmaterial ist höchst interessant, kann aber von den Lehrern nur genutzt werden, wenn es sofort präsentierbar und somit leicht in den Stundenablauf integrierbar ist. Es kamen auch viele kleine Dinge zur Sprache, was in den Lehrplan einfließen sollte, was sie brauchen und was nicht wiederholt werden sollte. Wir haben von unseren Partnern sehr interessantes Material erhalten, z. B. über die Auswirkungen des spanischen Bürgerkriegs oder der norwegischen Epidemien auf die Migration. Diese Art von europäischen Geschichten begegnet den Kindern normalerweise nicht im schulischen Geschichtsunterricht, so dass sie ihren Horizont auf unglaubliche Weise erweitern können.“

Neben der Koordinierung der „European Digital Treasures“ in Ungarn ist Zoltán Szatucsek auch für andere Großprojekte verantwortlich, die von der Europäischen Union oder aus ungarischen Mitteln finanziert werden, so dass er über umfangreiche Erfahrungen mit dieser Art der internationalen Zusammenarbeit verfügt. „Wir sind nicht immer gleicher Meinung, aber der spanische Projektleiter managt diese Situationen gut. Es gibt viele unerwartete Momente, auch kleinere Probleme kommen vor, aber wir können alles lösen.“

 

Quelle: Creative Europe Stories - Successful Hungarian Projects Seite: 38

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