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DEMOS: Demokratie und Gleichberechtigung sind wichtig für unsere Gesellschaft – Politische Beteiligung

18/07/2019
by Herbert Depner
Sprache: DE
Document available also in: EN

Herbert Depner

Der Wert Demokratie ist in Europa gefährdet. In manchen Ländern ist eine skeptische oder negative Haltung gegenüber demokratischen Prozessen zu beobachten. Politische Parteien, die diese Skepsis bestärken, erhalten vermehrt Zuspruch und es bilden sich autoritärere Regierungsformen. Es wird zunehmend offenkundig, dass wesentliche Teile europäischer Gesellschaften entweder nicht mehr vom demokratischen Prozess überzeugt sind oder keinen Sinn darin sehen, sich selbst zu beteiligen. Dies kann dazu führen, dass Menschen nach ‚einfachen‘ oder extremeren Lösungen für gesellschaftliche Probleme suchen – einwanderungsfeindliche Stimmungen, Rassismus, rechtsextreme Überzeugungen, religiöse Radikalisierung usw.

Das DEMOS-Projekt

Diese Partnerschaft wird es unseren Zielgruppen ermöglichen, aktiver an den Gesellschaften, in denen sie in den jeweiligen Ländern leben, teilzuhaben und stärker integriert zu werden. Sie fördert Kenntnisse und Fertigkeiten, die die Menschen für eine positive und proaktive Beteiligung an einer demokratischen Gesellschaft brauchen, und verschafft ihnen auf der Grundlage eigener Erfahrungen einen Einblick in soziokulturelle Probleme der Gegenwart und der Vergangenheit und in politische Strukturen, aus denen diese Probleme entstanden sind. Die Lernenden werden dafür sensibilisiert, dass durch den demokratischen Prozess jede und jeder Einzelne eine Stimme hat und dass der Verzicht auf die Beteiligung und eine passive Haltung zu Verfremdung, Apathie und gesellschaftlicher Ausgrenzung führen. Das Konzept von Rechten und Pflichten, Demokratie und Gesetz wird die Entwicklung des DEMOS-Projekts voranbringen.

Ziele

Unsere Zielgruppen werden:

1. Sowohl die politischen Systeme kennen und verstehen lernen, auf deren Basis unsere Gesellschaften auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene regiert werden, als auch die geschichtlichen Einflüsse, aus denen diese Systeme entstanden sind.

2. Gelegenheit haben, auf Grundlage des Engagements für Menschenrechten, soziale Verantwortung und Demokratie über Ansichten und Werte nachzudenken, die ihre Einstellungen und ihr Handeln als Einzelpersonen, aber auch als Mitglied unserer Gemeinschaften, beeinflussen.

3. Die Aktivitäten im Rahmen des DEMOS-Projekts können in verschiedensten Medien mitverfolgt werden: z. B. in Videos, Website-Präsentationen oder Blogs. Abschließend wird es eine qualitativ hochwertige Foto- und Videopräsentation unter den Leitmotiven Respekt, Freiheit, Gleichheit, Solidarität und Gerechtigkeit auf Basis der Europäischen Charta der Grundrechte geben.

Das DEMOS-Projekt richtet sich an Menschen, die sich ihrer Rechte und Pflichten in einer Demokratie möglicherweise nicht in vollem Umfang bewusst sind, die sich gesellschaftlich kaum engagieren und ihre Stimme bei Wahlen und Abstimmungen eher nicht abgeben. Dies sind etwa:

• neu Zugewanderte, Flüchtlinge und Asylsuchende, die nur schwer erreichbar sind

• jüngere Schülerinnen, Schüler und Auszubildende, insbesondere aus an den Rand gedrängten und benachteiligten Bevölkerungsgruppen

• Erwachsene aus an den Rand gedrängten und benachteiligten Bevölkerungsgruppen

• Frauen – vor allem angesichts der Tatsache, dass sie in unseren Parlamenten proportional unterrepräsentiert sind.

Das DEMOS-Projekt richtet sich aber auch an sektorübergreifende Partnergruppen, insbesondere an jene, die im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements tätig sind und mit benachteiligten Gesellschaftsgruppen zusammenarbeiten, um bürgerschaftliches und politisches Engagement zu fördern, z. B. Mitglieder des Europäischen Parlaments, politische Institutionen wie etwa Stadt- und Gemeinderäte, politische Parteien, Hochschulen – für Politik und zivilgesellschaftliche Maßnahmen zuständige Abteilungen, Kunstorganisationen, die mit uns im Rahmen dieses Projekts zusammenarbeiten können.

Der Großteil der Projektpartner kennt sich bereits aus vorangehenden Erasmus+-Projekten. Der Projektkoordinator hat gezielt nach Einrichtungen gesucht, die im Rahmen ihres Aufgabenbereichs politische Bildung anbieten, sowie nach Ländern, in denen es zunehmend zu gesellschaftlicher und demokratischer Marginalisierung kommt.

Der Koordinator hat einen Anwendungsentwurf verschickt und Mitglieder des Netzwerks dazu aufgerufen, sich dem Konsortium anzuschließen und Beispiele für mögliche Projekte einzureichen. Nachdem sich der Koordinator mit der Österreichischen Nationalagentur beraten hatte, musste er sogar einigen Interessenten absagen, da das Interesse an einer Projektbeteiligung so groß war. So wurden vom Koordinator die am besten geeigneten Institutionen ausgewählt, und zwar unter Berücksichtigung geografischer Auswahlkriterien, der Qualität und des Innovationsgrads der eingereichten Beispielprojekte. Die Partnerländer: Irland, Deutschland, Finnland, Schweden, Polen, Tschechische Republik, Rumänien, Bulgarien und Österreich.

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DEMOS Logo

Ergebnisse des Projekts

Erwartungsgemäß sollen Partner und andere Beteiligte innovative Methoden dafür erlernen, wie man Randgruppen erreichen kann, und so in der Lage sein, diese in zukünftige Bildungsmaßnahmen zu integrieren.

Unsere Zielgruppen werden auf diese Weise politisch und gesellschaftlich stärker einbezogen und erhalten neue Perspektiven für ihre Zukunft.


Autor:

Herbert Depner arbeitet seit 1981 für die Wiener Volkshochschulen und ist seit 1995 in europäische Kooperationsprojekte involviert. Seit 2011 ist Europa sein exklusiver Arbeitsschwerpunkt, Erfahrungen hat er mit Grundtvig, Leonardo, Interreg, ESF gemacht. Das Erasmus+ Programm führte zu einem neuen Motivationsschub und dem Engagement in mittlerweile 14 Projekten. 2017 wurde Herbert Depner zum Erasmus+ Botschafter ernannt.


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