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E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa

 
 

Blog

Demokratische Kultur leben

14/06/2019
von Chantal PIERLOT
Sprache: DE

Das Institut für Demokratiepädagogik (IDP) Ostbelgiens gibt es offiziell seit dem 16. Januar 2019. Es ist an der Autonomen Hochschule der Deutschsprachigen Gemeinschaft angesiedelt und die Nachfolgeorganisation von GrenzGeschichteDG. Letztere Institution hatte sich zehn Jahre lang mit der Geschichte der Deutschsprachigen Gemeinschaft als Grenzgebiet befasst und die Forschungserkenntnisse für politische Bildung in Schulen und in der Erwachsenenbildung zur Verfügung gestellt.

  

Wer hinterfragt, kommt in seiner Analyse weiter

  

Das IDP hat nun einen ungleich größeren Rahmen für seine Mission: es soll dazu beitragen, dass demokratische Kultur gelebt wird. Politische Bildung wird deswegen nicht mehr nur unter geschichtsrelevanten Aspekten betrachtet, vereint mit Staats- und Institutionenkunde, sondern es geht vor allem darum, Interesse für gesellschaftspolitische Fragen zu wecken. Die Möglichkeiten der neuen Technologien sollen zur Vertiefung von Wissen und vergleichender Analyse genutzt und selbst auch kritisch betrachtet werden. Der skeptische Blick auf einfache Lösungen, die Algorithmen und Populismus zur Problemlösung anbieten, soll zu aktiverer Teilhabe an den politischen Prozessen führen. Denn wer hinterfragt, kommt in seiner Analyse weiter.

  

Interdisziplinäre Herangehensweise

  

Das Zielpublikum für das Programm des IDPs sind Lehrer*Innen und Multiplikator*Innen aus der Jugendarbeit, aber auch aus der Erwachsenenbildung. Für Schulen bietet das IDP Begleitung bei der Erarbeitung von fächerübergreifendem und fächerverbindendem Unterricht bei gesellschaftspolitischen Themen an. Diese kollektive und transdisziplinäre Unterrichtsmethode steht in Ostbelgien für eine kontinuierliche politische Bildung mit Realitätsbezug. Die interdisziplinäre Herangehensweise an Probleme unserer Zeit ist die beste Möglichkeit auf die Komplexität unserer Welt aufmerksam zu machen. Und das will gelernt sein!

  

Netzwerk von Schulen mit demokratischer Kultur

  

Das Institut inspiriert sich bei seiner Arbeit am europäischen Referenzrahmen für Kompetenzen in demokratischer Kultur. Dieser Rahmen wurde von der Kommission für Bildung (CDPPE - Comité directeur pour les politiques et pratiques éducatives) des Europarates geschaffen und ist jetzt in der Implementierungsphase. Es soll europaweit ein Netzwerk von Schulen mit demokratischer Kultur entstehen.

  

Das IDP bietet dazu eine Weiterbildung für Lehrer*Innen und Multiplikator*Innen an, damit die Schüler*Innen und Jugendlichen demokratische Kompetenzen entwickeln, sie in ihrem Schulalltag umsetzen und sich am europäischen Netzwerk demokratischer Schulen beteiligen können.

  

Im Januar 2019 hat das IDP auch den ersten Katalog „Demokratie macht Schule“ mit für Schulen buchbaren Aktivitäten herausgegeben. Darunter sind auch Animationen und Workshops, die das IDP selbst organisiert.

  

Weitere Initiativen

  

Aus Anlass der Wahlen in Belgien und für Europa hat sich das IDP dem Rat der deutschsprachigen Jugend Ostbelgiens (RDJ), dem Infotreff und JIZ, Alteo – Leichte Sprache und dem pädagogischen Dienst des Parlaments der Deutschsprachigen Gemeinschaft angeschlossen und sich an der Organisation und Durchführung von Podiumsdiskussionen mit den Spitzenkandidaten der Parteien Ostbelgiens für Abiturienten und Erstwähler beteiligt.

  

Zusammen mit der Verbraucherschutzzentrale, Haus Ternell, Natagora und Fahr mit Vog organisiert das IDP im Moment ein Netzwerk von Einrichtungen und Firmen, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigen und diese in ihrer Arbeit umsetzen. Daraus soll unter anderem ein Pool von potentiellen Partner entstehen für Schulen, die mit ihren Schülern in Betrieben und Organisationen einmal erleben möchten, was das Konzept der Nachhaltigkeit konkret bedeutet. Vielleicht weckt das auch berufliche Aspirationen bei manchen!

  

Das Institut ist so eine Art „Hans Dampf in allen Gassen“, denn es arbeitet nicht nur auf lokaler und regionaler Ebene mit Organisationen und Institutionen Ostbelgiens zusammen, sondern hat sich bereits auf internationaler Ebene zur „Arbeitsgemeinschaft politische Bildung in der Großregion“ (AGpBGR) mit den Landeszentralen für politische Bildung des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz, sowie mit dem Zentrum fir politesch Bildung aus Luxemburg und dem Centre Européen Robert Schumann in Scy-Chazelle, Lothringen, zusammengeschlossen. Unter der Schirmherrschaft des Interregionalen Parlamentsrates der Großregion beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit grenzüberschreitender politischer Bildung in außerschulischen Kontexten. Auch in der Euregio gibt es Kooperationen mit der Städteregion Aachen im Bereich der politisch-historischen Bildung. In diesem Zusammenhang wird auch grenzübergreifend mit Grundschulen gearbeitet, die am Projekt „75 Jahre Freiheit“ zum Ende des 2. Weltkrieges in der Grenzregion teilnehmen.

  

Das IDP ist noch eine junge Institution. Dennoch hat es schon einiges auf den Weg gebracht und anspruchsvolle Pläne für die Zukunft.

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