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Das Projekt "SpraKuS": das Salzburg Museum als Lernort und Ort der Begegnung

Im Projekt "SpraKuS" wird das Salzburg Museum als Ort für sprachliches und kulturelles Lernen und als Ort der Begegnung und des Austausches genutzt.

Im Zentrum des Projekts „SpraKuS. Sprachliches und kulturelles Lernen im Salzburg Museum. Wege zur Partizipation“ stehen die Konzeption und Durchführung eines Kurses bzw. einzelner Module zum sprachlichen und kulturellen Lernen im Salzburg Museum. Das Museum wird dabei nicht nur als außerschulischer Lernort gesehen, in dem die Teilnehmer*innen ihre sprachlichen und kulturellen Kompetenzen erweitern können, sondern auch als ein Ort der Begegnung und des Austausches. Die authentische Lernumgebung und der Fokus auf offene Lernaufgaben, durch die die Teilnehmer*innen ihre individuellen Perspektiven und persönlichen Erfahrungen einbringen und teilen können, sollen Möglichkeiten zur aktiven Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben in Salzburg eröffnen.
 

Kurskonzept

Die im Rahmen des Projekts vom Sprachenzentrum der PLUS entwickelten Module konzentrieren sich auf drei sehr bekannte und historisch relevante Orte (Festung, Glockenspiel, Panorama Museum) und können insbesondere in bestehenden Lernendengruppen für Exkursionen genutzt werden. Dies bietet sich beispielsweise in Sprach- und Integrationskursen an, in der ehrenamtlichen Spracharbeit oder im Rahmen der Lernbegleitung für jugendliche Lernende, wie sie am Internationalen Forschungszentrum für soziale und ethische Fragen (ifz) oder an der PLUS organisiert wird. Die Module ermöglichen diesen diversen Zielgruppen Lernerfahrungen in Umgebungen, in denen fachliches, sprachliches und kulturelles Lernen authentisch verknüpft sind. Diese Lernerfahrungen sollen in erster Linie das Verständnis für historische Entwicklungen fördern, für gesellschaftliche Prozesse sensibilisieren und Schwellenängste abbauen.

Der Sprachkurs, der an die Ausstellung „Salzburg einzigartig“ [Arbeitstitel; wird ab Frühling 2022 im Salzburg Museum angeboten] gebunden ist, ermöglicht durch das Angebot über ein Semester hinweg und durch die enge Verknüpfung mit geschichtlichen und kulturellen Themen besonders nachhaltige und umfassende Lernerfahrungen. Die Ausstellung behandelt zentrale Themen der Salzburger Geschichte. Im Zentrum jedes Ausstellungsraums stehen ein Leitobjekt und seine Verortung in Zeit und Raum. Rund um dieses Leitobjekt werden verschiedene Erzählperspektiven thematisiert. Die Raumtexte zu dieser Ausstellung werden, wie bereits in früheren Ausstellungen, auch in Leichter Sprache (auf Niveau A2 nach dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen) verfügbar sein.
 

Zielgruppe

Zielgruppe sind erwachsene bzw. jugendliche Lernende von Deutsch als Zweitsprache. Im Kurs/In den Lerneinheiten werden neben sprachlichen Kompetenzen insbesondere übergeordnete Kompetenzen vermittelt, die die Autonomie der Lernenden stärken und die Teilhabe an gesellschaftlichen Diskursen ermöglichen sollen: Kompetenzen für den Umgang mit (schriftlichen) Texten, allgemeine Lern- und Kommunikationsstrategien sowie interkulturelle und reflexive diskursive Kompetenzen für eine differenzierte Auseinandersetzung mit Kultur/en und Geschichte/n. Das Sprachenzentrum ist außerdem verantwortlich für die begleitende empirische Forschung.
 

Mehr als ein (Sprach-)Kurs

Das Projekt knüpft an die Erfahrungen des sehr erfolgreichen Projekts „DiM. Deutsch im Museum“, Teilprojekt von „Sag es einfach. Sag es laut. Leichte Sprache im Museum“[1] an, in dem ebenfalls ein Kurs zu einer Sonderausstellung („Erzähl mir, Salzburg“) im Salzburg Museum gestaltet wurde. Im Zentrum dieser Ausstellung standen Personen und Ereignisse zwischen 1816 und 2016, die den Bogen von der Vergangenheit über die Gegenwart zur Zukunft Salzburgs spannten. Diese Themen wurden im Kurs über ein Semester aufgegriffen und unter Anleitung eines Deutsch-als-Zweitsprachen-Lehrenden und einer Kunst- und Kulturvermittlerin (Nadja Al-Masri-Gutternig, Projektleitung Salzburg Museum) behandelt.

Dass das Ziel, nachhaltige Lernerfahrungen zu ermöglichen, erreicht wurde, zeigen die Berichte von ehemaligen Kursteilnehmer*innen: Sie schildern, wie wichtig es für sie war, über Geschichte und Kultur des Ortes zu lernen und zu sprechen, an dem sie leben und der eine so wichtige Rolle in ihrem Leben spielt: „Du willst nicht immer über das Wetter reden. Salzburg ist so wunderschön, aber du willst auch inhaltlich mehr haben, wenn du mit einheimischen Leuten redest.“ Der Kurs habe ihnen – neben sprachlichem und historischem/kulturellem Wissen – vieles gebracht: die Begegnung und den Austausch mit Menschen aus anderen Kulturen, eine neue Motivation und ein neues Selbstbewusstsein in der Sprache – und nicht zuletzt den Wunsch, die Erfahrungen mit anderen zu teilen: „Wissen Sie, ich war nie vorher im Museum hier in Salzburg. Und während dieser Zeit und nachher habe ich meine Familie, meine Frau, einmal drei Freunde mitgenommen […] Und auch meine Schwiegereltern. Ich habe ihnen „Erzähl mir, Salzburg“ gezeigt, und sie waren alle begeistert. […] Das ist eine tolle Initiative. […] Das ist sehr wichtig für die Integration.“

Auch die Auseinandersetzung mit „dunklen“ Kapiteln der Geschichte heben die Teilnehmer*innen positiv hervor: Ein Raum der Ausstellung und auch ein Thema des Kurses war dem Thema „Salzburg im Nationalsozialismus“ gewidmet: „So ist es ein bisschen persönlicher geworden.“  „Es ist auch wichtig daran zu erinnern, dass Demokratie sehr wichtig ist. […] Dass wir heute hier sind, das ist nicht etwas von 0 auf 1, das war ein Prozess, und der war auch dunkel … Dunkle Zeiten in Österreich. Aber jetzt sind wir hier und wir sind tolerant.“ (Larbi Meskine-Rodriguez und Tze Tan, ehemalige Kursteilnehmer*innen)

Im Mittelpunkt der empirischen Begleitforschung zum aktuellen Projekt SpraKuS sollen daher in erster Linie die Perspektiven und Erfahrungen der Teilnehmer*innen stehen: Welche persönlichen (Lern-)Erfahrungen machen sie im Laufe des Kurses? Inwieweit gelingt es ihrer Einschätzung nach durch den Kurs, den Teilnehmer*innen Möglichkeiten zur aktiven Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben in Salzburg zu eröffnen?

Das Projekt „SpraKuS“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Salzburg Museum und dem Sprachenzentrum der Paris-Lodron-Universität Salzburg (PLUS). Es hat eine Laufzeit von zwei Jahren und wird vom Land Salzburg und dem Salzburg Museum gefördert. Der Sprachkurs soll über das Projektende hinaus begleitend zur Ausstellung „Salzburg einzigartig“ angeboten werden. Die Module zum Glockenspiel, zum Panoramamuseum und zur Festung kommen unabhängig von thematischen Ausstellungen zum Einsatz.

Kursteilnehmer*innen im Salzburg Museum.

Projektteam

  • Margareta Strasser: Leitung und Koordination, Konzeption
  • Mitarbeiter*innen Sprachenzentrum:
    • Denis Weger (drittmittelfinanziert): Konzeption, Materialerstellung
    • Theresa Bogensperger: Materialerstellung
    • Maria Zauner: Materialerstellung
  • Salzburg Museum:
    • Nadja Al-Masri-Gutternig: Projektleitung
    • Florian Bauer: Kursleitung Salzburg Museum

Website: https://www.plus.ac.at/sprachenzentrum/forschung/projekte/laufende-projekte/sprakus/

 

Förderung

Das Projekt wird vom Land Salzburg und vom Salzburg Museum gefördert.

Foto: © Salzburg Museum

 

[1] Projektleitung: Luise Reitstätter (Universität Salzburg, Schwerpunkt Wissenschaft & Kunst) u. Nadja Al-Masri-Gutternig (Salzburg Museum), gefördert vom Bundeskanzleramt Österreich. Siehe auch www.plus.ac.at/dim bzw. Al-Masri-Gutternig & Reitstätter (2017); Weger, Bogensperger & Strasser (2017).

 

 

 

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