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Die entscheidende Rolle der Zivilgesellschaft für die Erwachsenenbildung

27/03/2019
von Ricarda Motschilnig
Sprache: DE
Document available also in: EN RO BG

Die Zivilgesellschaft hat bereits erkannt, dass die diversen, sich stetig verschlimmernden Krisen dieser Welt dringend in Angriff genommen werden müssen—hierbei müssen wir die tragende Rolle der Erwachsenenbildung beim Umgang mit Krisen verdeutlichen. Bildung und lebenslanges Lernen sind ein grundlegendes Menschenrecht und ein öffentliches Gut. Dieses ist von maßgeblicher Bedeutung für die Förderung von bildungspolitischer, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und ökologischer Gerechtigkeit, ebenso wie zur Förderung von demokratischer Teilhabe, bürgerschaftlichem Engagement und Solidarität und den Abbau weit verbreiteter Ungleichheiten.

Eine ganzheitliche Herangehensweise

Aufgrund der Herausforderungen unserer Zeit muss Erwachsenenbildung—im lebenslangen und allumfassenden Sinne—integriert und ganzheitlich organisiert werden. Eine solche Auffassung würde formelle, nicht formale und informelle Räume berücksichtigen und die Vielfalt der Lern- und Wissensformen anerkennen. So eine Herangehensweise ermöglicht Chancengleichheit, eine Lerner*innen-zentrierte Orientierung und die Professionalisierung von Bildner*innen. Erwachsenenbildung muss tiefgreifend transformativ, kritisch, stärkend, partizipativ und inklusiv sein, um die Entwicklung und Umstrukturierung von Individuen, Communities, Gesellschaften und Wirtschaften in Abstimmung auf ihre jeweiligen Bedürfnisse unterstützen zu können. Erforderlich ist ein Sektor-übergreifender Ansatz, der die Notwendigkeit der Anerkennung verschiedener Lernwege berücksichtigt.

Erwachsenenbildung in den Zielen für nachhaltige Entwicklung 

Wie kann das Erreichen der 2015 von den Vereinten Nationen beschlossenen Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) unterstützt werden? Das vierte Ziel für nachhaltige Entwicklung (SDG 4) legt seinen Schwerpunkt auf lebenslanges Lernen (Lifelong Learning, LLL). Allerdings ist hier die Erwachsenenbildung das schwächste Glied in der Kette—vor allem in Bezug auf finanzielle Förderung. Eine vollständige Umsetzung von SDG 4, und tatsächlich auch von allen weiteren SDGs, bedarf einer sorgfältigen Ausarbeitung, welche Form von lebenslangem Lernen gefördert und weiterentwickelt werden soll. Die wesentliche Rolle der Erwachsenenbildung (adult learning and education, ALE), die auch junge Erwachsene und ältere Erwachsene einschließt, bei der Implementierung von SDG 4 und der gesamten SDG-Agenda sollte bestärkt und unterstützt werden.

Das am schwächsten geförderte Glied

Erwachsenenbildung ist das am schwächsten geförderte Glied in der Kette des lebenslangen Lernens: Sie steht aktuell in vielen Ländern vor weiteren finanziellen Kürzungen und ist für die Umsetzung von Aktivitäten und Plänen unzureichend gefördert. Die Fördermechanismen und -strategien müssen dringend neu konzipiert werden. Der Stellenwert von Erwachsenenbildung muss gestärkt, gesichert und vollständig anerkannt werden. Nur so lässt sich vermeiden, dass sämtliche Erwachsene auf der Strecke bleiben. Es ist unerlässlich, dass sich die Politik zur Förderung eines ganzheitlich inklusiven Verständnisses von lebenslangem Lernen verpflichtet.

Die Rolle der Zivilgesellschaft

Die Zivilgesellschaft spielt weltweit eine wichtige Rolle in der Erwachsenenbildung. Um erwachsene Lerner*innen auf der ganzen Welt unterstützen und die Vorteile von Jugend- und Erwachsenenbildung für eine nachhaltige Entwicklung verdeutlichen zu können, müssen die Zivilgesellschaft und soziale Bewegungen mobilisiert werden. Als Schlüsselfigur muss Erwachsenenbildung auch bei der Gestaltung, Planung, Kontrolle und Umsetzung von Politik beteiligt sein. 

Noch vier Jahre

In Anbetracht der Tatsache, dass die nächste CONFINTEA-Konferenz in vier Jahren stattfindet und die vollständige Umsetzung des Aktionsplans „Belém Framework for Action (BFA)“ noch in Arbeit ist, brauchen wir Gelegenheit, die größten Herausforderungen und Möglichkeiten zu diskutieren, die sich aus dem Recht auf Jugend- und Erwachsenenbildung und lebenslanges Lernen im aktuellen entwicklungspolitischen Kontext ergeben. Die Zivilgesellschaft muss von ihren reichhaltigen und unterschiedlichen Erfahrungen lernen, Solidarität entwickeln und als Kollektiv koordinierte Pläne definieren. Schließlich geht es darum, die globale Bewegung zu stärken, um das Recht auf Bildung für Jugendliche und Erwachsene sicherzustellen.

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 Über die Autorin: Ricarda Motschilnig arbeitet als Politikreferentin beim  International Council for the Education of Adults (ICAE).

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  • Bild des Benutzers Etelberto Costa
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