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CLIPS – Starthilfe für nachhaltige Gemeinschaftsprojekte

CLIPS steht für "Community Learning Incubator Programme for Sustainability". Das Erasmus+-Projekt begleitet gemeinschaftliche Lebens-Projekte in ihren ersten Entwicklungsschritten. Es unterstützt aber auch existierende Initiativen und Gemeinschaften. Hierzu arbeitet CLIPS mit erfahrenen Trainern aus erfolgreichen Gemeinschaften, um Projektideen nachhaltig zu verwirklichen. Lesen Sie jetzt mehr!

CLIPS Erasmus+-Projekt.
Lesedauer circa 3 Minuten - Lesen, liken und kommentieren!

Warum CLIPS?

Das Interesse an einer nachhaltigen Lebensweise in einer Gemeinschaft ist in ganz Europa vertreten. Häufig scheitern aus diesem Interesse entsprungene Projekte jedoch an einem fehlenden Verständnis für wichtige Grundlagen der Gruppenbildung oder aufgrund finanzieller oder anderer organisatorischer Gründe. Das Erasmus+-Projekt CLIPS hat sich vorgenommen, anderen, die ein Leben in Gemeinschaft und Nachhaltigkeit anstreben, eine Hilfestellung anzubieten.

Best Practice aus Europa

CLIPS stützt  sich auf die Erfahrungen von Ökodörfern und Gemeinschaften aus ganz Europa, die über das GEN Netzwerk (Global Ecovillage Network) bereits seit 1995 weltweit verbunden und über nationale Netzwerke in engem gegenseitigen Austausch sind und ihr Erfolgskonzept mit ähnlichen Initiativen teilen wollen: Das Ziel des Projektes CLIPS ist es, einen Rahmen und Handreichungen für die Entwicklung von Gemeinschaftsprojekten zu geben, da diese in ihrer Startphase der ersten 2-3 Jahre aus Unerfahrenheit bis zu 90 % scheitern. Dies geschieht meist aufgrund unzureichender Gruppenbildungsprozesse oder aus finanziellen und organisatorischen Gründen. Das Handbuch CLIPS zeigt Werkzeuge und Methoden auf, die sich in der Praxis vieler Projekte für ihr erfolgreiches Fortbestehen bewährt haben. Es ist in neun Sprachen verfügbar.

Die Erfahrungen gelungener Gemeinschaftsprojekte wurden im Projekt gemeinsam mit zehn Partnerländern analysiert, getestet, verglichen und auf ihren Erfolgscharakter hin evaluiert. Dazu gehören Deutschland, Niederlande, Spanien, Italien, Dänemark, Slowenien, Ungarn, Rumänien, Schweden und Finnland. Jedes Land konnte seine Erfahrungen in die erarbeiteten Konzepte und Methoden einfließen lassen. So können diese nun in jeder Gruppe angewendet werden, der Gemeinschaft wichtig ist. Erfolgreiche Gemeinschafts-Beispiele aus Deutschland sind unter anderem das Ökodorf Siebenlinden, die Gemeinschaft von Schloss Tonndorf und das Zegg in Bad Belzig, die bereits lange Jahre erfolgreich wirtschaften und einen Anziehungspunkt für Gemeinschaftssuchende bilden und in diesem Projekt ihre Kompetenzen einfliessen lassen.

Einer für Alle – Alle für Einen

Dimensionen der Nachhaltigkeit Erasmus+-Projekt CLIPS.
Das CLIPS Model visualisiert graphisch und in detallierten Beschreibungen diverse elementare Verbindungen zwischen Individuum und Gemeinschaft. Diese beiden bilden zusammen das Zentrum, das entscheidend für die gesunde Weiterentwicklung jedes Projektes ist. So kann eine Gemeinschaft nur dann gedeihen, wenn sich auch das Individuum entfalten und weiterentwickeln kann. Es braucht von den Gemeinschaftsmitgliedern die Bereitschaft und das Verständnis für eine klare und achtsame Kommunikation, einen konstruktiven Umgang mit Konflikten und nachhaltige Absprachen, sowie gemeinschaftliche Entscheidungsprozesse. CLIPS bietet dafür eine Reihe vielfältiger Grundlagenmaterialien und Methoden an.

Ein weiterer wichtiger Schritt zur Entwicklung eines gemeinschaftlich orientierten Projektes ist es, Intentionen mit formulierten Zielen und Absichten und abgestimmten Visionen zu klären. Diesem Schritt folgt die Entwicklung funktionsfähiger Strukturen, welche mit den Intentionen, Absichten und Werten übereinstimmen sollten. Themen wie Verwaltung, Entscheidungsfindung, Eigentum und Macht, Kommunikation etc. sollten angedacht und organisiert werden. Die tatsächliche Praxis formt sich zuletzt, übereinstimmend mit den zu Anfang gesetzten Intentionen und Strukturen.

Gemeinschaftskompass Erasmus+-Projekt CLIPS.
Das Zusammenbringen von Intention, Strukturen und Praxis, sowie die Balance zwischen dem Individuum und der Gemeinschaft sind die tägliche Herausforderung von gelungenen Gemeinschaftsprojekten.

Community Learning umgesetzt

Im Projekt werden CLIPS Trainer ausgebildet, die das CLIPS Modell und seine Werkzeuge grundlegend kennen lernen. Sie sollen die Gruppen und Initiativen zur Gemeinschaftsbildung durch die herausfordernden Anfangs-Phasen begleiten, die oft elementar für Erfolg oder Scheitern eines Projektes sind.

Das CLIPS Programm umfasst Workshops, Mentoring und Trainings, aber auch eine Web-Plattform mit vielen Ressourcen, Links und Werkzeugen sowohl für die Gruppen selbst, sowie für Trainer, die Gemeinschaften in ihrem Wachstum professionell unterstützen.


Kehren Sie zum EPALE-Themenfokus Nachhaltigkeit zurück und lesen auch die anderen spannenden Projektbeiträge zum Thema!


Zur Autorin: Sissy Hein studierte in Saarbrücken Innenarchitektur und Grundlagen des ökologischen Bauens. Nach Jahren in der Praxis, arbeitete sie an der Hochschule in Saarbrücken als Dozentin für ökologisches Bauen und leitete ein eigenes Büro für ökologische Bauberatung. Frau Hein ist Mitbegründerin des Ökodorfes Siebenlinden in der Altmark, lebte sechs Jahre lang in der Gemeinschaft "Schloss Tonndorf" und danach drei Jahre im "Ökozentrum" Verden. Seit 2015 lebt sie in der Gemeinschaft Lebensbogen bei den Helfensteinen nahe Kassel.


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