Direkt zum Inhalt
Blog
Blog

Förderung der digitalen Gesundheitskompetenz zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit der erwachsenen Bevölkerung gegen COVID-19

Die Entwicklung digitaler Kompetenzen in Gesundheitsfragen ermöglicht den Bürgerinnen und Bürgern einen besseren Umgang mit Gesundheit und Krankheit, eine bessere Prävention, genauere Diagnosen und Behandlungen und eine einfachere Kommunikation mit medizinischen Fachkräften. Darüber hinaus fördert sie einen gerechteren Zugang zur Gesundheitsversorgung und zu vertrauenswürdigen Gesundheitsinformationen. Digitale Technologien (mobile Anwendungen, digitale Geräte usw.) können dabei eine maßgebliche Rolle spielen und auch zum Erreichen der Ziele der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beitragen.

Lesedauer ca. 4 Minuten - Lesen, Liken, Kommentieren!

Der ursprüngliche Blogpost wurde in englischer Sprache von Altheo Valentini verfasst. Übersetzung durch EPALE Deutschlannd.


Boosting Digital Health Literacy

Als digitale Gesundheitskompetenz bezeichnet man die Fähigkeit zum Suchen, Finden, Verstehen und Bewerten von Gesundheitsinformationen aus digitalen Quellen sowie zum Anwenden der gewonnenen Erkenntnisse für die Bewältigung bzw. Lösung eines gesundheitlichen Problems. Die Entwicklung digitaler Kompetenzen in Gesundheitsfragen ermöglicht den Bürgerinnen und Bürgern einen besseren Umgang mit Gesundheit und Krankheit, eine bessere Prävention, genauere Diagnosen und Behandlungen und eine einfachere Kommunikation mit medizinischen Fachkräften. Darüber hinaus fördert sie einen gerechteren Zugang zur Gesundheitsversorgung und zu vertrauenswürdigen Gesundheitsinformationen.

Eines der zentralen Anliegen der EU ist die Verbesserung der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger, wie es die Europäische Kommission im Aktionsplan für elektronische Gesundheitsdienste 2012-2020 unmissverständlich gefordert hat. Digitale Technologien (mobile Anwendungen, digitale Geräte usw.) können in diesem Zusammenhang eine maßgebliche Rolle spielen und auch zum Erreichen der Ziele der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beitragen.

Einer aktuellen Erhebung der Europäischen Kommission zufolge haben nur 18 % der Befragten in den letzten zwölf Monaten Online-Gesundheitsdienste in Anspruch genommen. 52 % aller Befragten würden einen Online-Zugang zu ihren Gesundheitsdaten und Patientenakten begrüßen, 43 % hingegen nicht. Darüber hinaus wären 70 % der Befragten bereit, ihre eigenen Gesundheitsdaten und Angaben zum persönlichen Wohlbefinden zur Verfügung zu stellen, vor allem für Allgemeinärzte oder sonstige medizinische Fachkräfte.

In dieser Hinsicht und in Erwartung aktualisierter Daten angesichts der Ausnahmesituation der vergangenen Monate liefert die Eurobarometer-Umfrage „Flash 404“ zur digitalen Gesundheitskompetenz einige sehr aufschlussreiche Erkenntnisse. Am meisten gesucht werden allgemeine Informationen zu Gesundheitsthemen oder Möglichkeiten zur Verbesserung des eigenen Gesundheitszustands (Informationen zur Lebensweise wie Ernährung, Sport, Rauchen usw.), gefolgt von Informationen zu einer bestimmten Verletzung, Krankheit bzw. Erkrankung und insbesondere zu Symptomen.

Dem I-Com Index 2019 zufolge, der die Befähigung zur Nutzung elektronischer Gesundheitsdienste in den Mitgliedstaaten widerspiegelt (anhand von 19 Variablen in folgenden Kategorien: Internetnutzung in Gesundheitsfragen, Infrastrukturentwicklung, digitale Kompetenzen sowie Kenntnisse im Bereich Sicherheit und Datenschutz) stehen die nordeuropäischen Länder (angeführt von Dänemark, den Niederlanden und Finnland) bei den elektronischen Gesundheitsdiensten an der Spitze, während die südlichen Länder, darunter Italien, das Schlusslicht bilden.

In einer solch heiklen Phase der Menschheitsgeschichte wie der aktuellen Covid-19-Pandemie ist im Bereich der digitalen Gesundheitskompetenz die Konzipierung, Ermittlung oder Erweiterung zweckdienlicher und notwendiger Maßnahmen – sowohl bezüglich Wissensvermittlung und Übung als auch hinsichtlich der sozialen Auswirkungen – unabdingbar. Auch wenn es in Bezug auf den Bildungsbedarf erwachsener Lernender nicht neu ist, dass digitale Kompetenzen und eine kritische Einstellung gegenüber in sozialen Netzwerken verbreiteten Informationen gefördert werden müssen, zeigt schon eine kurze Internetrecherche, dass dringend konkrete Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Bevölkerung für soziale und gesundheitliche Themen zu sensibilisieren und insbesondere digitale Gesundheitskompetenz für all jene zu gewährleisten, die aus verschiedenen Gründen (Alter, Sprache, Bildungsstand) sowohl in Bezug auf die Technologie als auch hinsichtlich der Kommunikation außen vor sind.

Die internationale Community der Erwachsenenbildung hat die wichtige Verantwortung, innovative Möglichkeiten zu finden, um die Lücke bei der digitalen Gesundheitskompetenz, die zu sozialer Ausgrenzung führen kann, zu schließen und potenziell gefährdete Zielgruppen (ältere Menschen, Migrant*innen, Patient*innen und ihre Angehörigen) stärker einzubinden sowie neue Kompetenzen zu entwickeln, die zu besserer Sozial- und Gesundheitsfürsorge – zunächst für Einzelpersonen und dann für die Gemeinschaft – führen können. In Anbetracht dessen lege ich der gesamten EPALE-Community dringend ans Herz, gemeinsam an folgenden Aspekten zu arbeiten:

  1. Definition eines digitalen Kompetenzrahmens für den Gesundheitsbereich, um Erwachsenenbildner*innen die Planung und das Angebot flexibler Trainingskurse zu erleichtern, die den Bedürfnissen der zahlreichen Zielgruppen des Erwachsenenbildungssektors gerecht werden.
  2. Entwicklung und Erprobung modularer und gemischter Trainingsvarianten im Einklang mit dem oben genannten Rahmen, um die digitale Gesundheitskompetenz auf europäischer Ebene voranzubringen, mit Schwerpunkt auf der Förderung positiver Prozesse des kollektiven Bewusstseins, Peer-Learnings und Crowdsourcings.
  3. Konzipierung und Verbreitung einer europäischen Gesundheits-Netiquette, d. h. eines Verhaltenskodex mit Empfehlungen für Trainingszentren und politische Entscheidungsträger*innen, zusammen mit Leitlinien für die Übertragbarkeit und den Ausbau von aktuellen und zukünftigen bewährten Verfahrensweisen.

Lesen Sie außerdem: 

Lebenslanges Lernen - Jetzt erst recht!

Wellness, Wellbeing, Achtsamkeit - alles gut mit Erwachsenenbildung?

Was Mensch zum Leben braucht ...

Login (15)

Sie möchten eine andere Sprache?

Dieses Dokument ist auch in anderen Sprachen erhältlich. Bitte wählen Sie unten eine aus.

Want to write a blog post ?

Don't hesitate to do so! Click the link below and start posting a new article!

Neueste Diskussionen

EPALE 2021 Schwerpunktthemen. Fangen wir an!

Das vor uns liegende Jahr wird wahrscheinlich wieder sehr intensiv, und daher laden wir Sie ein, es mit Ihren Beiträgen und Ihrer Expertise zu bereichern. Beginnen Sie doch einfach, indem Sie an unserer Online-Diskussion teilnehmen. The Online-Diskussion findet am Dienstag, dem 09. März 2021 zwischen 10.00 und 16.00 Uhr statt. The schriftliche Diskussion wird mit einem vorgeschalteten Livestream eröffnet, der die Themenschwerpunkte für 2021 vorstellt. Die Hosts sind Gina Ebner und Aleksandra Kozyra von EAEA im Namen der EPALE Redaktion. 

Zusätzlich

EPALE Diskussion: Vermittlung von Grundkompetenzen

Grundkompetenzen sind transversal. Sie sind nicht nur relevant für die Bildungspolitik,  sondern auch für Beschäftigungs-, Gesundheits-, Sozial- und Umweltpolitiken. Der Aufbau schlüssiger Politikmaßnahmen, die Menschen mit Grundbildungsbedürfnissen unterstützen, ist notwenig, um die Gesellschaft resilienter und inklusiver zu gestalten. Nehmen Sie an der Online-Diskussion teil, die am 16. und 17. September jeweils zwischen 10.00 und 16.00 Uhr auf dieser Seite stattfindet. Die Diskussion wird von den EPALE Thematischen Koordinatoren für Grundkompetenzen, EBSN, moderiert. 

Zusätzlich

EPALE Diskussion: Die Zukunft der Erwachsenenbildung

Am Mittwoch, dem 8. Juli 2020, lädt EPALE von 10.00 - 16.00 Uhr zu einer Online Diskussion zur Zukunft der Erwachsenenbildung ein. Wir wollen über die Zukunft des Bildungssektors Erwachsenenbildung sowie die neuen Chancen und Herausforderungen diskutieren. Gina Ebner, EPALE-Expertin und Generalsekretärin der EAEA, moderiert die Diskussion.

Zusätzlich