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Journal of International Mobility - aufruf zur Einsendung von Beiträgen Nr. 9 Themendossier Aufnahme, Bildung und Ausbildung von Flüchtlingen: Bewährte Strategien, Konzepte und Praktiken bei erzwungener Mobilität

06/01/2021
von Laurence Liégeois
Sprache: DE
Document available also in: FR IT ES EN

Themendossier

Aufnahme, Bildung und Ausbildung von Flüchtlingen: Bewährte Strategien, Konzepte und Praktiken bei erzwungener Mobilität

Zuständig für die Koordinierung des Dossiers ist Guillaume Tronchet (Institut d’histoire moderne et contemporaine, École normale supérieure-PSL, Institut Convergences Migrations, Frankreich).

Die Zwangsvertreibung von Bevölkerungsgruppen aufgrund weltweiter Krisen und Konflikte führt auch zu Bildungskrisen. In wenigen Jahren ist die Zahl der Kinder und jungen Flüchtlinge ohne Zugang zu Bildungseinrichtungen erheblich gewachsen: Gemäß den jüngsten Zahlen des Hochkommissariats für Flüchtlinge haben nur 63 % der Flüchtlinge im Grundschulalter heute die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen; für den Zugang zur Sekundarschule sind es nur 24 % und nur 1 % für den Zugang zur Hochschulbildung. Die Notwendigkeit, in den Aufnahmeländern den Schulbesuch, auf den diese Bevölkerungsgruppen gemäß der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 ein Anrecht haben, zu organisieren, stellt häufig eine Herausforderung für die Schul- und Hochschulsysteme dar.

Auch wenn die Akteure im Schul- und Hochschulwesen – trotz der langen Kenntnis des Phänomens, das sich durch das gesamte 20. Jahrhundert zieht – häufig schlecht vorbereitet sind, so ist dennoch seit ein paar Jahren eine Institutionalisierungs- und Professionalisierungsdynamik der Maßnahmen für die Aufnahme und Betreuung der Flüchtlinge in Bildungsfragen zu beobachten. Dies zeigt sich in Refugee Education 2030, der neuen zehnjährigen Bildungsstrategie für Flüchtlinge, die Ende 2019 durch das Hochkommissariat für Flüchtlinge lanciert wurde, sowie am Vorrang, der der Inklusion von der Europäischen Kommission im Rahmen des Erasmus+-Programms 2021–2027 eingeräumt wurde.

Wenn es auch zweifellos noch zu früh ist, um von einer internationalen Wende bei der Betreuung und Bildungsförderung von zwangsvertriebenen Bevölkerungsgruppen zu sprechen, so bietet dieser Kontext doch die Gelegenheit, Forscher auf dem Gebiet der Sozialwissenschaften zu einem Rückblick auf die bestehenden Strategien, Konzepte und Praktiken aufzufordern und Bilanz zu ziehen.

In diesem Rahmen ruft das Journal of International Mobility zu Beiträgen zum Thema „Bewährte Bildungsmaßnahmen bei erzwungener Mobilität“ auf und bittet die Forscher, Artikel in einer oder mehreren Disziplinen (Soziologie, Geschichte, Politikwissenschaft, internationale Beziehungen, Demografie usw.) einzureichen, die sich mit einem oder mehreren der folgenden Schwerpunkte befassen (beachten Sie, dass „Themendossier“-Vorschläge bestehend aus zwei oder drei Artikeln ebenso möglich sind wie einzelne Artikel von einem einzigen oder mehreren Autoren):

•           Schwerpunkt 1: Die Geopolitik der Aufnahme

Der erste Schwerpunkt der Studie soll die Verbindung zwischen der humanitäre Krise und den strategischen Ausrichtungen der Bildungspolitik untersuchen, um zu herauszufinden, inwiefern die Aufnahme der Flüchtlinge die Geopolitik der Bildungssysteme beeinflusst.

Integriert sich die Steuerung der Flüchtlingsströme in der Schul- und Hochschulbildung in den internationalen akademischen Wettbewerb oder beeinflusst sie die globale Geopolitik? Wie sind die Ströme der Zwangsmobilität im Bereich der Bildung strukturiert? Welche Akteure organisieren und polarisieren diese Ströme? Tauchen neue Pole und/oder neue Akteure auf? Welche politischen und juristischen Debatten liegen der Steuerung dieser spezifischen Ströme zugrunde? Wer legt die diesbezüglichen internationalen Standards fest? Wie positionieren und gliedern sich die Maßnahmen der internationalen, zwischenstaatlichen, staatlichen und städtischen Organisationen sowie der NGOs und der Bildungseinrichtungen?

Die Beiträge können so unterschiedliche Fragen ansprechen wie die Entwicklung der internationalen Gesetzgebung zum Schutz der Rechte der Flüchtlinge auf Zugang zu Bildung, die Herausforderungen in Verbindung mit der Quantifizierung der Ströme und der Nutzung der internationalen Statistiken, die Entwicklung der Strukturierung der humanitären Hilfe in Bezug auf die Aufnahme geflüchteter Schüler und Studenten, die monografische oder vergleichende Untersuchung der nationalen und internationalen Maßnahmen, die transnationalen Verfahren für die Labelisierung, die Qualitätskontrolle und die Anerkennung der Schulungen und Abschlüsse, die Akteure und die Instrumente für die Verbreitung der Informationen zu Bildungsmöglichkeiten für Flüchtlinge usw.

 

•             Schwerpunkt 2: Die Soziologie der Aufnahme- und Betreuungssysteme

Der zweite Untersuchungsschwerpunkt betrifft die Soziologie der praktischen Umsetzung der Bildungsmaßnahmen und -programme für Flüchtlinge, sei es in der Grundschul-, Sekundarschul-, Hochschul- oder Berufsbildung. Aufmerksamkeit verdienen auch die Strategien und Maßnahmen der informellen Bildung. Hier gilt es, die gesamte Kette der Unterstützung bei erzwungener Mobilität zu betrachten: die administrative und rechtliche Betreuung, die Sozialhilfe, die medizinische und psychologische Betreuung, die Bereitstellung von Stipendien, die Anpassung des Ausbildungsangebots, Initiativen und bewährte Praktiken im pädagogischen und sprachlichen Bereich, die Anerkennung von Abschlüssen, die berufliche Integration usw.

Welche Typologie lässt sich für die existierenden (Aus-)Bildungsprogramme und -stipendien für Flüchtlinge erstellen? Wie werden diese Aufnahme- und Betreuungsmaßnahmen ausgearbeitet? Welche Akteure sind an ihrer Ausarbeitung beteiligt (Studenten, Lehrkräfte, Forscher, Verwaltungspersonal, Juristen, Verbände usw.)? Welche Verbindung besteht zwischen ehrenamtlichen Helfern und Fachkräften? Wie werden die Auswahl, die Aufnahme, die Inklusion und die Betreuung der in diese Programme aufgenommenen Flüchtlinge organisiert?

Besonders erwartet werden quantitative und qualitative Fallstudien zu den Stipendienprogrammen und eingeführten Maßnahmen, sowohl auf internationaler (DAFI Scholarships des HCR, UNESCO Schools for refugees in Lebanon, Aktionen der Europäischen Kommission im Rahmen des Erasmus+-Programms, World University Service, HOPES Project usw.) als auch auf nationaler (DAAD-Stipendien für Flüchtlinge in Deutschland, Stipendien für syrische Studenten von Campus France, Foundation for Refugee Students, Institute for International Education, Jusoor Program usw.) und lokaler Ebene durch Städte oder Bildungseinrichtungen. Dies sind nur einige Beispiele.

 

•             Schwerpunkt 3: Gruppenporträts und die Nachverfolgung der Laufbahnen

Der dritte Schwerpunkt zielt darauf ab, die Eigendynamik der aufgrund einer Zwangsvertreibung in die Bildungssysteme integrierten Bevölkerungsgruppen wiederherzustellen und sich für ihre Integration in die Gesellschaften und die Bildungsmaßnahmen, die Schwierigkeiten, auf die sie dabei stoßen können, die Rolle, die die Zwangsvertreibung für ihren Bildungsweg und ihre sozioprofessionelle Laufbahn spielt, und die eventuelle Umwandlung ihrer Zwangsmobilität in eine neue, gewählte Mobilität zu interessieren. Es geht auch darum zu analysieren, inwieweit diese Menschen, anders als passive Nutznießer der für sie eingeführten Maßnahmen, ihren Ausbildungsweg aktiv mitbestimmen können und inwieweit sie sich aktiv an der Ausarbeitung und Entwicklung der bestehenden Maßnahmen beteiligen können. Die eingereichten Artikel können sich mit der sozialen Dynamik von nationalen Gruppierungen und von im Rahmen spezifischer Programme betreuten Kohorten befassen.

 

Modalitäten für die Einsendung von Artikeln

Zeitplan 

Bitte schicken Sie Ihre Beiträge (vollständiger Text) vor dem 17. Mai 2021 per E-Mail (Word-Dokument) an revue@agence-erasmus.fr.

Jeder Beitrag wird von zwei Mitgliedern der Auswahlkommission anonym geprüft und jede/r der AutorInnen bekommt eine Rückmeldung. Dabei wird eine Einstufung in vier Kategorien vorgenommen: Artikel angenommen, Artikel angenommen mit kleinen Änderungswünschen, größere Änderungswünsche, Artikel abgewiesen. Im Falle größerer Änderungswünsche werden Sie gebeten, dem überarbeiteten Artikel eine Erläuterung über die vorgenommenen Änderungen beizufügen.

Akzeptierte Verfassungssprachen: Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch und Deutsch.

Frist für die Einreichung von Beiträgen: 17. Mai 2021

Rückmeldung an die AutorInnen: Juli 2021

Veröffentlichung: Dezember 2021

 

Format der Beiträge:

Anzahl der Zeichen: maximal 33 000, einschließlich der Anmerkungen, Abstände, Zusammenfassung, Stichwörter und bibliographischen Hinweise des Artikels.

Schriftart: Times New Roman 12. Zeilenabstand: Mehrfach 1,15

Die Vorschläge müssen enthalten:

  • Vor- und Nachnamen der AutorInnen (ausschließlich die Anfangsbuchstaben von Vor- und Nachnamen sind großzuschreiben),
  • ein aussagekräftiger Titel,
  • eine Zusammenfassung in der Verfassungssprache (Französisch, Englisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch) und ihre Übersetzung ins Englische oder Französische (ungefähr 1.500 Zeichen mit Leerzeichen)
  • 3 bis 5 Schlagwörter
  • eine Kurzbiografie über die AutorInnen in der Verfassungssprache und ihre Übersetzung ins Englische,
  • Quellenangaben des Artikels

Quellenangaben:

Die Quellen sind am Ende des Artikels in alphabetischer Reihenfolge anzugeben.

Anmerkungen: 

Sie sind am Seitenende mithilfe eines Links zur Fußnote anzugeben. Sie müssen in der Schriftart Times New Roman 10 geschrieben sein.

Zitate 

Zitate (Autoren oder Interviewauszüge) müssen mit Anführungszeichen gekennzeichnet werden.

Formatierung 

Kursivschrift wird zur Markierung von Ausdrücken und Fremdwörtern verwendet.

Bildmaterial 

Bildmaterial kann dem Artikel beigefügt werden. Die Bilder müssen im JPEG-Format sein.

 

Dauerhafter Aufruf zur Einsendung von Beiträgen

Die Zeitschrift begrüßt ebenfalls Beiträge für seine verschiedenen Rubriken außerhalb des themenbezogenen Aufrufs.

Rubrik Varia:

Diese Rubrik ist Artikeln gewidmet, die diverse Thematiken aus dem Forschungsbereich der internationalen Mobilität in der allgemeinen und beruflichen Bildung behandeln. Die Beiträge können aus unterschiedlichen Disziplinen stammen: Soziologie, Wirtschaft, Geografie, Bildungswissenschaften, Anthropologie, Semiologie, Geschichte etc.

 

Format der Beiträge:

maximal 33 000 Zeichen, einschließlich der Anmerkungen, Abstände, Zusammenfassung, Stichwörter und bibliographischen Hinweise des Artikels.

Der Artikel muss entsprechend der Redaktionsrichtlinien der Zeitschrift formatiert sein.

 

Modalitäten für die Einsendung von Artikeln

Bitte senden Sie Ihre vollständigen Artikel an die folgende E-Mail-Adresse: revue@agence-erasmus.fr

Jeder Beitrag wird von zwei Mitgliedern des Wissenschaftsausschusses anonym geprüft und jeder der AutorInnen bekommt eine Rückmeldung. Dabei wird eine Einstufung in vier Kategorien vorgenommen: Artikel angenommen, Artikel angenommen mit kleinen Änderungswünschen, größere Änderungswünsche, Artikel abgewiesen. Im Falle größerer Änderungswünsche werden Sie gebeten, dem überarbeiteten Artikel eine Erläuterung über die vorgenommenen Änderungen beizufügen.

Falls der Artikel angenommen wird, wird er -abhängig vom Zeitplan der Veröffentlichungen- in der Regel in der nächsten Ausgabe erscheinen.

Akzeptierte Verfassungssprachen: Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch und Deutsch.

 

Rubrik „Fallbeispiele“

Die Rubrik „Fallbeispiele“ soll die Verlinkung zwischen Theorie und Praxis verstärken, indem sie Beiträge von Fachleuten aus der Praxis zum Thema Mobilität in der allgemeinen und beruflichen Bildung beherbergt. Diese Rubrik kann Darstellungen von Fallbeispielen, pädagogischen Experimenten, speziellen Instrumenten etc. beinhalten.

Format der Beiträge:

maximal 33 000 Zeichen, einschließlich der Anmerkungen, Abstände, Zusammenfassung, Stichwörter und der bibliographischen Hinweise.

Der Artikel muss entsprechend der Redaktionsrichtlinien der Zeitschrift formatiert sein.

Modalitäten für die Einsendung von Artikeln

Bitte senden Sie Ihre vollständigen Artikel an die folgende E-Mail-Adresse: revue@agence-erasmus.fr

Jeder Beitrag wird von einem Mitglied des Wissenschaftsausschusses und einem Mitarbeiter der Agence Erasmus+ France/Éducation Formation anonym geprüft. Nach der Bewertung sind vier Antworten möglich: Beitrag angenommen, Beitrag angenommen mit kleinen Änderungswünschen, größere Änderungswünsche, Beitrag abgewiesen. Im Falle größerer Änderungswünsche werden Sie gebeten, dem überarbeiteten Beitrag eine Erläuterung über die vorgenommenen Änderungen beizufügen.

Falls der Beitrag angenommen wird, wird er -abhängig vom Zeitplan der Veröffentlichungen- in der Regel in der nächsten Ausgabe erscheinen.

Akzeptierte Verfassungssprachen: Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch und Deutsch.

 

Rubrik „Lesenotizen“

Die Rubrik „Lesenotizen“ bietet dem Beitragenden die Möglichkeit, den Inhalt eines aktuellen Werkes kritisch zu betrachten und zusammenzufassen. Die Notizen müssen den Beitrag des Werks im Hinblick auf seinen Nutzen und seine Grenzen thematisieren. Es handelt sich hierbei also nicht um eine reine Inhaltsangabe, sondern vielmehr darum, eine kritische Analyse der gewählten Orientierung, der Problematisierung des Themas, der angewandten Methodik und der erzielten Ergebnisse vorzuschlagen. Die Notizen sollen das Werk zudem in den Diskurs der bestehenden Literatur und der von der JIM behandelten Thematiken einordnen.

Format der Beiträge:

maximal 10 000 Zeichen, einschließlich der Abstände und Fußnoten

Der Text muss entsprechend der Redaktionsrichtlinien der Zeitschrift formatiert sein.

Modalitäten für die Einsendung und Beurteilung von Beiträgen:

Sie können Ihre Beiträge zu jeder Zeit an die folgende E-Mail-Adresse senden: revue@agence-erasmus.fr

Die Beurteilung der Notizen wird anonym von einem Mitglied des Wissenschaftsausschusses der Zeitschrift vorgenommen. Das Resultat der Beurteilung wird den AutorInnen schnellstmöglich mitgeteilt. Falls der Beitrag angenommen wird, wird er in der nächsten Ausgabe erscheinen.

Akzeptierte Verfassungssprachen: Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch und Deutsch.

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