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Aktivitäten und Bildungsangebote zum Klimaschutz nachhaltig implementieren

Wie das Erwachsenenbildungseinrichtungen gelingen kann, zeigt die Initiative Klimaschutz in der Erwachsenenbildung. (Lesedauer: ca. 3 Minuten)

Wie das Erwachsenenbildungseinrichtungen gelingen kann, zeigt die Initiative Klimaschutz in der Erwachsenenbildung. (Lesedauer: ca. 3 Minuten)

Promotional Video des Ländliches Fortbildungsinstituts (LFI) Steiermark - eines "Ich tu´s Bildungspartners" - über das Projekt (Standard YouTube-Lizenz, Umweltinformation Steiermark).

Der Klimawandel ist wissenschaftlich belegt und geht rasant weiter, Schutz- und Anpassungsstrategien sind noch gestaltbar. Das Wissen diesbezüglich nimmt stetig zu, das Handeln ist in etablierten Strukturen oft zu vermissen. Eine von ecoversum 2017 durchgeführte Erhebung in der Steiermark ergab, dass in den Einrichtungen der Erwachsenenbildung Klimaschutz noch wenig sichtbar war - nur 2 % der Bildungsangebote behandelten das Thema und nur knapp 5 % der Standorte hatten ein Umweltzertifikat.

So entstand als Umsetzungsprojekt zur Klima- und Energiestrategie 2030 des Landes Steiermark die Initiative "Klimaschutz in der Erwachsenenbildung". Mit externer Unterstützung entwickeln und implementieren Institutionen der Erwachsenenbildung Angebote und Aktivitäten zum Klimaschutz und beteiligen sich somit als strategische PartnerInnen des Landes an der Erfüllung der Klimaschutzziele. Die Zielgruppe der Initiative ist sehr breit definiert, um möglichst viele systematisierte Lernaktivitäten für Erwachsene außerhalb des Schulsystems zu berücksichtigen. Angesprochen sind sowohl Erwachsenenbildungseinrichtungen als auch Vereine, Initiativen oder betriebliche Akademien.

Klimafreundliche Bildungsstandorte als Beispielgeber für MitarbeiterInnen und TeilnehmerInnen

Von 2017 bis heute nehmen 31 Institutionen an der Initiative teil und werden nach erfolgreicher Teilnahme Ich tu´s Bildungspartner Erwachsenenbildung. Involviert sind über 600 MitarbeiterInnen aus allen Berufsgruppen – von HaustechnikerInnen über Reinigungs-, Küchen und Service-MitarbeiterInnen bis hin zu Verwaltung- und Bildungspersonal.

Im Rahmen der Initiative zeigt sich immer wieder, dass sich MitarbeiterInnen oftmals gegenseitig zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in ihrem Wirkungsbereich motivieren und den Wert von scheinbar "kleinen Taten" für den Klimaschutz diskutieren. Auch für BildungsteilnehmerInnen werden klimafreundliche Maßnahmen am Standort, wie z.B. Energiesparen oder saisonales und vegetarisches Essen spürbar und regen zum Nachahmen für zu Hause an.

Der 5-stufige Klimacheck für Institutionen der Erwachsenenbildung

Als systematischer Ansatz, um Potenziale und Maßnahmen für den Klimaschutz in der Organisation zu entdecken und umzusetzen, haben die EntwicklerInnen der Initiative den "5-stufigen Klimacheck" konzipiert.

Nach der Zielformulierung, die im Erstgespräch auf Führungsebene erfolgt, werden in der Analysephase umfassende organisatorische und technische Erhebungen durchgeführt. Danach werden in einer partizipativen Auswertungsphase die Ergebnisse der Erhebungen bewertet und daraus die Maßnahmen für die Umsetzung abgeleitet. Die Evaluierung erfolgt im Rahmen von jährlich stattfindenden Audits.

Von zentraler Bedeutung sind die Workshops mit den MitarbeiterInnen aus Verwaltung, Technik, Reinigung, Küche und Pädagogik. Dabei werden unterschiedliche Zugänge zum Klimaschutz und Energiesparen bearbeitet, persönliche Interessen erhoben und die spezifische Angebotsausrichtung der Organisation berücksichtigt.

Drei Handlungsfelder für nachhaltige Bildungsprogramme

Für das Bildungsprogramm bearbeiten die Klima-BeraterInnen der Initiative gemeinsam mit den Bildungseinrichtungen drei Handlungsfelder: Die Zielentwicklung und Integration von Klimaschutz in das Bildungsleitbild, Klimaschutz und Klimawandelanpassung als Querschnittsthema in allen Veranstaltungen und die Konzeption und Pilotierung von neuen Angeboten. Dabei ist ein individuelles Vorgehen notwendig um die vielfältigen Zielgruppen der Ich tu´s Bildungspartner Erwachsenenbildung, wie spezifische Berufsgruppen, InteressentInnen an Allgemeinbildung, Frauen, Eltern-Kind-Gruppen oder Menschen mit Lernbeeinträchtigungen optimal zu bedienen. Gemeinsam mit den PädagogInnen werden viele Möglichkeiten für neue klimafreundliche Bildungsangebote mit innovativen Lehr- und Lernmethoden, darunter beispielsweise auch digitale Angebote oder Angebote für einen niederschwelligen Zugang, konzipiert, geplant und durchgeführt.

Sieben Handlungsfelder für eine klimafreundliche Infrastruktur am Bildungsstandort

Für den Standort werden sieben Handlungsfelder bearbeitet. Ein klimafreundliches Gebäude beginnt bei der Energieversorgung mit erneuerbarer Energie und geht bis zu Energieeffizienz von Beleuchtung und Geräten - ein klimafreundliches Büro von der Beschaffung umweltfreundlicher Büromaterialien bis zum Einkauf bei regionalen HändlerInnen. Klimafreundliche Küche und Verpflegung braucht saisonales und frisches Kochen und beginnt mit dem Einkauf direkt bei den regionalen ProduzentInnen. Bei der klimafreundlichen Reinigung geht es um den Einsatz umweltfreundlicher Reinigungstechnik und chemiefreier Reinigung und auch um Kriterien für die Vergabe von Reinigungsdienstleistungen. Klimafreundliche Mobilität beginnt beim Parkplatzmanagement und Fahrradabstellplätzen und reicht bis zur Förderung klimafreundlicher An- und Abreise von MitarbeiterInnen, ReferentInnen und TeilnehmerInnen. Klimafreundliches Veranstalten schließt vom Einsatz papierloser Schulungsunterlagen bis zur Seminarraumausstattung viele Bereiche ein. Wichtig ist, dass alle Maßnahmen intern und extern gut kommuniziert werden. Dies braucht eine exakte Planung rund um MitarbeiterInnenmotivation, systematisches Wissensmanagement, Öffentlichkeitsarbeit sowie die Erstellung von klimarelevanten Informationen für TeilnehmerInnen und ReferentInnen.

Über die Autorinnen: Karin Dullnig und Daniela List (ecoversum) setzen Schulungen und Projekte rund um Nachhaltigkeit und Klimaschutz um. Andrea Widmann (hochschulberatung.at) ist für die pädagogische und didaktische Projektberatung zuständig.


Weitere Informationen:


Text/Author of original article in German: Karin Dullnig, Daniela List und Andrea Widmann, Initiative "Klimaschutz in der Erwachsenenbildung" Redaktion/Editing of original article in German: Lucia Paar/CONEDU Text: Alle Rechte vorbehalten

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