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Abgleich oder Weiterentwicklung von Train-the-Trainer-Fortbildungen mit dem GRETA-Kompetenzmodell

22/05/2019
von Stefanie Lencer
Sprache: DE

Lesedauer circa 4 Minuten - Lesen, liken und kommentieren!


Wie können Train-the-Trainer-Angebote kompetenzorientiert ausgeschrieben werden? Im Zuge einer allgemein im Bildungsbereich beobachtbaren Umstellung von Bildungsangeboten auf Kompetenzorientierung stellt sich diese Aufgabe auch für Anbieter erwachsenenpädagogischer Fortbildung. Nachdem im Projekt GRETA bereits ein Kompetenzmodell entwickelt worden ist, bedarf es nur mehr einer geeigneten Bezugnahme von Fortbildungsangeboten auf dieses Modell. Wie dieser Schritt – „Mapping“ genannt – konkret funktioniert und welche Unterstützung dabei durch das DIE erfolgt, erläutert der folgende Beitrag. Er stellt ein Beratungsangebot des DIE vor, das im Zuge des Projekts GRETA entwickelt wurde und derzeit erprobt wird.

Was ist GRETA?

Das Projekt GRETA (Grundlagen zur Entwicklung eines trägerübergreifenden Anerkennungsverfahrens für die Kompetenzen Lehrender in der Erwachsenen-/Weiterbildung) wird vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE) koordiniert und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Es befindet sich aktuell in einer zweiten Förderphase (bis November 2021) und hat das Ziel, die Professionalitätsentwicklung Lehrender zu stärken.

Im Projekt wurde zunächst das „GRETA-Kompetenzmodell“ entwickelt, welches grundlegend erwachsenenpädagogische Kompetenzen abbildet (vgl. Lencer, Strauch 2016). Zudem wurde mit dem Instrument „PortfolioPlus“ ein Verfahren zur Validierung von non-formal und informell erworbenen Kompetenzen entwickelt, das aufzeigt, welche Kompetenzen eine Lehrperson hat und wo es Entwicklungspotential gibt (siehe Bosche, Schneider, Strauch 2018). Ein weiterer Schritt im GRETA-Projekt ist die Entwicklung eines sogenannten „GRETA-Mappingverfahrens“. Fortbildungsanbieter oder Einrichtungen, die eigene Qualifizierungsangebote für Lehrende der Erwachsenen- und Weiterbildung (z.B. Train-the-Trainer-Seminare) anbieten, können ihr Angebot mit dem GRETA-Kompetenzmodell abgleichen. Dabei kann es sich sowohl um ein Ein-Tagesseminar als auch um mehrtägige, modular angelegte Fortbildungen handeln, die das Ziel haben, die professionelle Handlungskompetenz Lehrender zu erhöhen.

Warum ist ein Abgleich mit dem GRETA-Kompetenzmodell für Train-the-Trainer-Angebote sinnvoll?

Hintergrund der Entwicklung eines Instrumentariums zum Abgleich von Fortbildungen war, neben der Entwicklung eines Validierungsinstruments auch die Professionalitätsentwicklung Lehrender über die Teilnahme an non-formalen Qualifizierungsmaßnahmen bzw. Fortbildungen zu stärken. Das GRETA-Kompetenzmodell bietet erstmalig eine Referenz für relevante erwachsenenpädagogische Kompetenzen. Es kann für Fortbildungsanbieter eine wichtige Orientierungsgröße darstellen und ihnen bei der Entwicklung des Curriculums helfen sowie die Außendarstellung der eigenen Fortbildung stärken. Indem Anbietern ein Angebot gemacht wird, ihre Fortbildungen mit den aufgeführten Kompetenzen aus dem GRETA-Kompetenzmodell in Abgleich zu bringen, eröffnet sich für sie die Möglichkeit festzustellen, welchen Schwerpunkt die Fortbildung legt und wie Inhalte und Ziele kompetenzorientiert dargestellt werden können.
Für die Lehrende hat das den Vorteil, auf das eigene Kompetenzprofil hin ausgerichtet, Fortbildungen oder Aufbauveranstaltungen suchen und besuchen zu können, sowie das Ergebnis – das gelernte Wissen und Können – für das eigene Profil anhand von Kompetenzbeschreibungen ausweisen zu können. Für Dozenten wäre die Planung der Inhalte und der Methoden durch eine kompetenzorientierte Beschreibung der Veranstaltung erleichtert.

Wie kann eine Fortbildung mit dem GRETA-Kompetenzmodell abgeglichen werden?

Das GRETA-Mappingverfahren ist als Unterstützungsangebot zu sehen und nicht im Sinne eines Standards oder Qualitätssiegels. Es handelt sich vielmehr um ein Angebot mit unterschiedlichen Prozessschritten, die alle freiwillig sind und von denen Fortbildungsanbieter selbst entscheiden können, welche für sie hilfreich sind und welche sie durchlaufen wollen. Die Anbieter erhalten während des gesamten Prozesses Informationen zum Ablauf und eine unterstützende Beratung durch die Projektmitarbeitenden.

Die Möglichkeiten des Abgleichs reichen von einer Zuordnung der curricularen Inhalte zu den entsprechenden Kompetenzbereichen und ‑facetten des GRETA-Kompetenzmodells, über eine Zuordnung zu drei Kompetenzstufen je nach Intensität der behandelten Kompetenzbereiche, bis hin zur Option einer grafischen Darstellung der Inhalte in einem Mapping-Profil (s. Abb. 1).

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Beispiel-Ausweis der in einem Curriculum geförderten Kompetenzen

Abbildung 1: Beispiel-Ausweis der in einem Curriculum geförderten Kompetenzen

Was gibt es beim Mappingvorgehen zu beachten?

Neben all den oben bereits aufgeführten Vorteilen einer transparenten Darstellung, Stärkung der Nachfrage und besseren Auffindbarkeit von passenden Fortbildungsangeboten gibt es auch Schwierigkeiten im Zusammenhang mit einem über die GRETA-Instrumente ermöglichten Abgleich von Fortbildungen mit dem GRETA-Kompetenzmodell. Da über das GRETA-Mappingverfahren keine Qualitätsprüfung vorgesehen ist und eine Einschätzung auf Basis der Informationen durch die Fortbildungsanbieter selbst erfolgt, kann es sein, dass das Versprechen, bestimmte Kompetenzen in einer Veranstaltung zu erlernen, nicht mit dem wirklichen Lernziel übereingehen und somit falsche Erwartungen geweckt werden. Wichtig ist bei einer Kompetenzorientierung auch, bei aller Transparenz darauf zu achten, dass dies nicht zu einem Leistungsdruck und Zwang eines Kompetenznachweises führt.

Trotz des Aufwands, der mit einem Abgleich verbunden ist, ist für die unterschiedlichen Akteursgruppen Nutzen zu erwarten. Diesen zu erheben wird Aufgabe einer wissenschaftlichen Evaluation in der kommenden Projektlaufzeit GRETA II sein.

Haben Sie Interesse?

Wenn Sie Interesse an einem Abgleich oder einer Weiterentwicklung Ihrer Angebote in Bezug auf die im GRETA-Kompetenzmodell beschriebenen Kompetenzanforderungen haben, unterstützen wir Sie in der Pilotierungsphase dabei. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf und lassen Sie sich von Mitarbeitenden des DIE bei den Prozessen beraten und begleiten.


Über die Autorin:

Stefanie Lencer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Programm „Lehren, Lernen, Beraten“ am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE).

Kontakt:
E-Mail: lencer@die-bonn.de
Telefon: +49 (0)228 3294-309


Literatur:

Lencer, S. & Strauch, A. (2016). Das GRETA-Kompetenzmodell für Lehrende in der Erwachsenen- und Weiterbildung.
Abgerufen von www.die-bonn.de/doks/2016-erwachsenenbildung-02.pdf

Bosche, B., Schneider, M. & Strauch, A. (2018). Lehrkompetenzen in der Erwachsenen- und Weiterbildung: Bilanzierung und Möglichkeiten der Anerkennung mit dem Instrument PortfolioPlus. Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, 47 (1), 47–50.

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